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Kinokritik

„Stirb Langsam 4.0“

 

Stirb Langsam (Die Hard) gilt als einer der besten „One-Man Action Filme“ überhaupt. Bruce Willis im weißen Feinripp-Unterhemd ist seitdem Kult. Nicht ganz so erfolgreich, aber an der Kinokasse ausreichend setzte Teil zwei eine gute Fortsetzung. „Die Hard 3“ stürzte leider ab und wurde ein Rohrkrepierer, bestenfalls Fans zu empfehlen.

 

Jetzt kommt Bruce Willis zurück in „Stirb Langsam 4.0“. Zwölf Jahre ist es her, seit Willis John McClane spielte, und seitdem mangelte es nicht an Kassenknüllern und Genreerfolgen, wenn man sich nur mal „Sixth Sense“, „Unbreakable“, „Armageddon“, oder „Sin City“ anschaut.

 

Regisseur des neuen Streifens ist Len Wiseman, Ehemann von Schauspielerin Kate Beckinsale, der bereits die beiden „Underworld-Filme“ gemacht hat. Wenn die beiden Filme auch verpönt waren, konnte ich nicht meckern, als ich sie mir angesehen hatte.

 

Plot:

Ein Routineauftrag artet für den New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) zu einem möglichen Ende der Zivilisation aus. Nachdem er seine Tochter Lucy verärgert hat, indem er deren Möchtegern-Freund unsanft aus ihren Armen entfernte, soll McClane den Computerhacker Matt Farrell zum Verhör auf die Wache bringen. Doch in der Wohnung angelangt, hagelt es gleich reichlich Maschinengewehrkugeln. Nur dank McClanes Einzelkämpferqualitäten wird der Computerfreak gerettet und das ungleiche Gespann kann entkommen, während das Apartment um sie herum in Schutt und Asche gelegt wird. Sieben von Matts Hackerkollegen werden liquidiert, doch ehe Einsatzleiter Bowman dies durchschaut hat, bricht plötzlich der komplette Datenstrom der USA zusammen. Eine terroristische Profi-Hackergruppe um den genialen Anführer Thomas Gabriel hat die Vereinigten Staaten im Würgegriff. Nichts geht mehr. Alle Systeme sind down. In den Städten bricht eine Panik aus. Die hastig formierten Sondereinheiten agieren kopf- und hilflos. Der einzige, der den Überblick behält, ist Old-School-Cop John McClane, der Matt beschützen und nach Washington bringen will. Der Hacker durchschaut am schnellsten, was die Terroristen vorhaben... und ist McClane eine große Hilfe dabei, seine nur in Nullen und Einsen denkenden Gegner zu verstehen...

 

Kritik:

Stirb langsam (1988) gilt in Genrekreisen für nicht wenige als bester Actionfilm überhaupt. John McTiernans knallhartes, sarkastisches Meisterstück begeistert durch furiose Action, coole Sprüche und glänzt mit einem atemberaubenden Duell zwischen Good Guy Bruce Willis und Bösewicht Alan Rickman.

Ganz klar, in Teil 4 wird das Franchise einer sichtbaren Modernisierung unterzogen, die nur noch eine große und sehr wichtige Konstante hat: John McClane ist immer noch John McClane, selbst wenn das legendäre, blutverschmierte weiße Unterhemd nur unter seinem Outfit durchscheint. Die lakonischen Oneliner haben sich nicht geändert und funktionieren wie eh und je. McClanes Methoden sind dieselben wie immer, was ihn auch dazu befähigt, als einziger dem überlegenen Gegner gewappnet zu sein. Es macht zwar nicht wirklich Sinn, dass ein hartgesottener New Yorker Straßencop sämtlichen Intelligenzen der US-Verteidigung überlegen ist, aber diese Prämisse muss man einfach hinnehmen, um an dem Film seinen Spaß zu haben. Denn diesen verbreitet „Stirb langsam 4.0“ über weite Strecken ungemein. Wiseman schert sich nicht um eine konventionelle Einführung der Charaktere, sondern stellt diese anhand von krachenden Actionszenen vor. Bevor der Zuschauer das erste Mal zu Atem kommt, sind bereits ein Häuserblock und Dutzende von Autos fachgerecht zerlegt. Dieses immens hohe Tempo hält „Stirb langsam 4.0“ auch über lange Zeit der satten 129 Minuten durch. Lediglich vor dem dritten Akt gönnt sich der Film einen kleinen Durchhänger, wenn vor dem großen Finale noch einmal tief Luft geholt wird.

 

„Stirb langsam 4.0“ ist trotz Retrofeeling kein Retrofilm, wie dies beispielsweise Sylvester Stallone mit Rocky Balboa vormachte und sich stilistisch feinfühlig an die 70er Jahre erinnerte. Hier ist America under attack und Bruce Willis alias John McClane das einzige Gegenmittel, gerade weil er für diese Zeiten eigentlich gar nicht mehr kompatibel ist. Len Wiseman inszeniert seinen Actionkracher zeitgemäß, jedoch mit nicht zu leugnenden Bezügen zur Vergangenheit. Dass aus John McClane inzwischen eine Art Superheld geworden ist, der den Gegnern in Comicmanier im Dutzend billiger den Garaus macht, ist sicher der Modernisierung geschuldet.

Der Film bleibt in der Härte klar hinter seinen Vorgängern (besonders Teil 1) zurück, was nicht mehr und nicht weniger als ein knietiefer Hofknicks vor dem Kommerz ist.

 

Fazit:

Stirb Langsam 4.0 ist ein Action Film der den Spagat zwischen Kult- und Modern Film hervorragend schafft. Auf einer Wertungsskala würde ich 4 von 5 Punkten vergeben.

 

 

Text by Thomas Raube

 

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