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Kinokritik „Hellboy 2 - Die goldene Armee"

 

Der erste Teil von Hellboy war ein durchaus gelungenes Popkorn-Kino, nicht mehr und auch nicht weniger. Gute Effekte, trotz niedrigem Budget, und eine Story, die zwar typisch im Comic-Universum verstrickt ist, aber dennoch sich von manchen Gurken wie „Ghostrider“ oder „Spawn“ abhob. Jetzt brachte Guillermo del Toro den zweiten Teil, mit größerem Budget und entsprechend mehr Feuerwerk.

 

Plot:

Hellboy alias Ang Un Rama (für seine Freunde einfach „Red“), der 1944 vom dunklen Magier Rasputin heraufbeschworen und von Professor Bruttenholm unter seine Fittiche genommen wurde, arbeitet für das Bureau of Paranormal Research and Defense, eine geheime Unterabteilung des FBI. Dort ist er hauptberuflich damit beschäftigt, andere Dämonen dahin zurück zu schicken, wo sie hergekommen sind.

Red hat im Moment nicht gerade gut lachen, denn zum einen sitzen ihm seine Vorgesetzten im Nacken, da er sich bei seinen Einsätzen immer wieder in der Öffentlichkeit zeigt, zum anderen ist seine Freundin Liz im Wechselbad der Gefühle, da sie ein Kind von ihm erwartet. Doch gerade da wartet ein neuer Job auf den ungestümen Hellboy. Die Waffenruhe zwischen den Menschen und den Wesen der Unterwelt ist in Gefahr! Der vor langer Zeit mit dem Elfenkönig ausgehandelte Frieden steht kurz vor dem Ende. Der verbitterte Elfenprinz Nuada will mit Unterstützung der unbesiegbaren Goldenen Armee die Macht an sich reißen und den Geschöpfen der Unterwelt die Position zukommen lassen, die ihnen seiner Meinung nach zusteht. Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Fischmenschen Abe Sapien, seiner Freundin Liz (Selma Blair), seinem Vorgesetzten Johann Krauss und der Hilfe von Prinz Nuadas Zwillingsschwester stellt Hellboy sich seiner bisher größten Herausforderung…

 

Kritik:

Hellboy beruht auf dem gleichnamigen Comic von Mike Mignola. Der Zeichner setzte nach seinem Wechsel zu Dark Horse Comics mit „Hellboy“ seine erste eigene Figur um.

Verglichen mit dem ersten Hellboy-Teil legt Regisseur del Toro nun noch einmal ordentlich nach. Mit dem als schwer zu verfilmen geltenden Comicstoff zeigt der mexikanische Filmemacher sein Talent, auch die unwahrscheinlichsten Figuren mit Leben zu füllen. Man sieht dem Film zu jeder Zeit sein stattliches Budget an, das dem Filmemacher nach dem Erfolg von Pans Labyrinth zur Verfügung stand. Del Toro und Mignola sind diesmal in der Lage, ihre Visionen zu 100 Prozent umzusetzen. Die teilweise nur mittelguten Computeranimationen des Vorgängers sind ausgemerzt und durch durchweg hochklassige digitale Effekte ersetzt.

Eine deutliche Steigerung ist ebenfalls beim Monsterdesign zu verzeichnen. Figuren wie den etwas langweiligen Rasputin, den in Teil I nicht wirklich ernstzunehmenden Oberbösewicht, erlaubt sich del Toro kein zweites Mal. Auch wenn einem die eine oder andere Idee bekannt vorkommt, sind sie doch so zahlreich und gut ausgearbeitet, dass es dem Genrefan eine wahre Freude ist. „Hellboy II“ ist ein action- und effektgeladenes Fantasyspektakel voller einfallsreicher Figuren und Szenarien, das sich vor der Genre-Konkurrenz sicherlich nicht zu verstecken braucht.

 

Wenn „Hellboy II“ eine Schwäche hat, dann ist sie wie schon im ersten Teil erzählerischer Natur. Zwar ist das Sequel nicht mehr so holprig wie der Vorgänger, allerdings bricht del Toro storytechnisch auch nicht in neue Dimensionen auf. So ist das Endergebnis zwar richtig gut, aber eben nicht hervorragend. Strukturell ähnelt der Film nicht nur dem ersten Teil, sondern auch zahlreichen anderen Comic-Geschichten. Lediglich del Toros noch gewachsenen Fähigkeiten als Regisseur und den atemberaubenden Effekten ist es zu verdanken, dass diese Tatsache nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Trotzdem: Ein bisschen mehr Feinarbeit an den Figuren wäre dem Film gut bekommen. Sicherlich ist der eitle, PR-süchtige Höllenjunge, der sich die Hörner stutzt, auf gute Zigarren steht, scharfes Chili und Katzen mag und obendrein absoluter Experte für markige Machosprüche ist, auch so eine starke Figur, die man schnell ins Herz schließt – ein wenig mehr Tiefe oder auch Entwicklung hätte ihm aber nicht geschadet.

 

Wirklich etwas anhaben können die angemerkten Schwächen dem Gesamtergebnis nur wenig. Die gut aufgelegten Schauspieler, allen voran natürlich Ron Perlman (Alien – Die Wiedergeburt, Star Trek Nemesis), aber auch der wandlungsfähige Doug Jones (Fantastic Four - Rise Of The Silver Surfer), der gleich in mehreren Rollen brilliert, und Selma Blair (The Fog) holen aus jeder einzelnen Szene eine Menge heraus. Außerdem ist „Hellboy II“ ein visueller Rausch, der von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Der Höhepunkt des Films ist sicherlich der Besuch des geheimen Marktes unter der Brooklyn Bridge. Unglaubliche Wesen tummeln sich da und man fühlt sich an die Kantine in Krieg der Sterne erinnert. Auch Reds Fight mit Prinz Nuadas gefährlichem Gesellen hat es in sich. Zusätzlich erfreut der Film mit vielen weiteren starken Momenten: teils ultrakomisch, wie das Besäufnis von Red und Abe, teils ziemlich gruselig, wie die Zahnfee-Sequenz oder die Begegnung mit dem Todesengel.

 

Fazit: „Hellboy II“ ist ein fantasievolles Action- Popkornkino, das irgendwo zwischen Märchen, Horror- und Superheldenfilm ist.

4 von 5 Punkten

 

 

 

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