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Ansichten zum Trekdinner

 

Anlässlich der 24 Ausgabe der VL hat der Spacecowboy noch einmal zur Feder gegriffen um die werte Leserschaft ein wenig zu erheitern.

 

Das Trekdinner – der Ort an dem die wichtigen Entscheidungen über den Club gefällt werden. Ein Bier oder zwei Bier, das ist hier die Frage, die von einigen leider zu oft falsch beantwortet wird.

 

Sehen wir uns zunächst einmal den Ablauf eines normalen Trekdinners an.

 

20:00 - Die Masse trifft ein. Gesittet nimmt man an den zusammen geschobenen Tischen platz und lässt mit sachlich ernster Mine die Blicke kreisen. Wer ist alles da? Wer wird sich verspähten? Und am wichtigsten: Wer bedient heute?

 

Letzteres ist für einige männliche Clubmitglieder wohl die elementare Frage. Sicher, dass Bedienpersonal des Tesoro versprüht einen gewissen Charme… ist aber für alle so unerreichbar wie der Mars. Kapiert das endlich! 

 

20:15 - Die Stories und die VL ist verteilt, das Geld eingetrieben. Nun bilden sich die ersten Gruppen, besser gesagt: DIE Gruppe. Die Damen der Schöpfung besetzen einen strategisch wichtigen Punkt und vertiefen sich in mehr oder weniger Sinnhafte Gespräche, während die Herren der Schöpfung nunmehr die Wahl zwischen vier Handlungsmustern haben.

 

1.

Der Mainstream: Ermutigt durch das ein oder andere Bier und voller Überzeugung, dass man so charmant und unwiderstehlich wie Bratt Pitt ist, kreist man um die Frauengruppe herum, wie die Mücke um das Licht. Einige Glückspilze werden, nachdem sie sich unterwürfig genug gezeigt haben, erhört und in den elitären Kreis aufgenommen. Massagen oder andere Vergünstigungen folgen. Während sich das männliche Subjekt hiernach ganz der Vorstellung hingibt, ein umschwärmtes und unwiderstehliches Mannsbild zu sein, merkt es gar nicht, dass sein Balztrieb eigentlich nur zur Belustigung der Damen herhält… insbesondere ist dieses auch hervorgerufen durch Handlungsmuster 2:

 

2.

Die Gaffer: Mit ungläubig aufgerissenen Mündern, die eben noch begaffte Kellnerin vergessend, sitzen diese Subjekte da und beobachten das ihnen dargebotenen Schauspiel. Dabei wünschen sie sich innig, an stelle des doofen … vom Captain massiert zu werden. Das sieht nicht nur lächerlich aus, sondern beweist erneut die vergessene darwinsche These, dass Männer einerseits den Frauen und andererseits aber auch jeder anderen intelligenten Spezies unterlegen sind.

 

3.

Die Unbeteiligten: Nicht etwa, weil man über derartig animalischem Geleftze steht oder bereits eine attraktive Frau an seiner Seite weiß, kriegt man davon überhaupt nichts mit sondern sitzt einfach nur da. Wie immer. Ausgestattet mit dem Temperament einer Schnecke, die Valiumsüchtig ist, vergehen lange Winterabende mit ihnen wie im Flug. Eine Abart ist der gemeine Freak (freakus abstrusus überbissus), der zu allem, auch wovon er keine Ahnung hat (insbesondere Frauen und dem Rest der Welt), großspurig seine Meinung abgibt und nicht mitbekommt, dass es außerhalb seiner Fantasiewelt noch eine andere Welt gibt, die nichts, aber auch gar nichts von ihm und seinen Ratschlägen hören will.

 

4.

Der Abgeklärte. Kopfschüttelnd betrachtet er das Verhalten seiner Artgenossen. Die Gespräche über lesbische Tendenzen zwischen den Damen oder die Vorliebe, was Reizwäsche betrifft, lassen ihn kalt. Als Minderheit das Ziel boshafter Attacken, die jedoch wie Wasser an einer Goretexjacke schadlos abprallen hat er jede Hoffnung begraben, dass sich auf dem TD ein amüsantes Gespräch ergeben kann (Ausnahmen bestätigen die Regel).

 

21:30 – Die ersten Auflösungserscheinungen. Der ein oder andere Bierselige Kamerad aus Gruppe 2 gibt es auf, den „glücklichen“ in der Damenrunde neidisch anzugaffen und verzieht sich an die andere Ecke des Tisches. Einige andere folgen und es entspannen sich interessante Gespräche. Denen man jedoch nur mit dem ein oder anderen Bier intus folgen kann. Traut sich zu diesem Zeitpunkt noch die Kellnerin an den Tisch, wird sie plump angeflirtet. Gruppe 3 sieht seine Chance gekommen und startet einen Charmeangriff auf die Damengruppe, die zumeist jedoch immer noch ihr erstes Opfer foltert. Gelegentlich jedoch aber auch dadurch, dass man dieses plötzlich fallen lässt um sich jemand anderen  vorzuknöpfen. Gruppe 4, eigentlich eine Einzelperson, beginnt sich zu langweilen und dankt daran, das Etablissement zu verlassen.

 

22:00 – Das Sandmännchen kommt vorbei. Die letzten, die noch bei klarem Verstand sind (Damengruppe) amüsiert sich köstlich über den Rest, der sich die Wunden leckend in sichere Gefilde zurückgezogen hat. Kluge Mitglieder sind längst auf dem Weg nach Hause.

 

Die, die überhaupt nichts mehr mitbekommen (und das von Anfang an) fragen sich, was passiert ist.

 

Das Trekdinner endet. Müde läuft man zu S-Bahn und schwört sich, nie wieder zum TD zu gehen. Und kommt dann doch. The Show must go on!

 

 

Euer Spacecowboy

 

 

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