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Irgendwann kam mal ein Grottenschlechter Teenie Film auf die Leinwand, in dem Kristy Swanson die Vampir-Jägerin Buffy spielte. Der Film floppte nicht nur, er wurde geradewegs zerrissen, so dass alle Beteiligten sich schämten, dabei mitgearbeitet zu haben. Doch dann kam Joss Whedon, besetze die Rolle der Buffy mit Sarah Michelle Gellar und machte eine Serie daraus, die mehr als erfolgreich über sieben Staffel lief, und auch noch eine Spin Off Serie hervorbrachte, die immerhin auch fünf Jahre zu faszinieren vermochte. Nach „Buffy – The Vampire Slayer“ und „Angel – Jäger der Finsternis“, wollte Whedon auf dem Höhepunkt seiner TV-Karriere nach den Sternen greifen. Das Ergebnis war „Firefly“
Worum geht es? Nachdem die Erde komplett ausgebeutet war, fand man ein neues Sonnensystem und hunderte neue Erden wurden mit Terra-Forming bewohnbar gemacht. Die zentralen Planeten bildeten die Anglo-Sino- Allianz und entschieden, dass alle Planeten sich ihnen unterordnen sollten. Es folgte der Vereinigungskrieg, den die Allianz blutig für sich entscheiden konnte. Nach dem Krieg zogen viele der besiegten Unabhängigkeitskämpfer in die äußersten Regionen des Systems. Dort draußen kämpften sie mit den ursprünglichsten Technologien ums Überleben. So auch Captain Mal Reynold, der einen einfachen Grundsatz hat:
Diesem Grundsatz bleibt er treu, und versucht sich zusammen mit seiner Crew im Leben durchzuschlagen, ob die Aufträge unterwegs legal oder illegal sind, ist dabei eher unwesentlich.
Die wichtigsten Charaktere:
Malcolm ReynoldsMal wurde auf dem Planeten Shadow geboren. Dort wuchs er bei seiner Mutter auf einer Ranch auf, wo sie mit einigen anderen Leuten Viehzucht betrieb. Während des Bürgerkriegs führte Malcolm als Sergeant eine Einheit von Unabhängigkeitskämpfern an, in der auch Zoe diente, die später auf der Serenity zu seiner Crew gehören würde. Am Ende des Krieges war Malcom auf Hara stationiert, wo er im Serenity Valley die Niederlage der Unabhängigkeitskämpfer miterleben musste. Nach dem Krieg kaufte sich Mal zusammen mit Zoe ein kleines Schiff der Firefly-Klasse, das er Serenity taufte. Er heuerte Wash als seinen Piloten an und lernte durch seinen ersten Auftrag Kaylee kennen, die ein Naturtalent ist, was Technik angeht. Bei einem Deal konnte er zudem Jayne als Söldner für seine Crew gewinnen, die im Laufe der Zeit noch größer werden sollte. Mal ist ein Captain, der stets eine gewisse Distanz zu seiner Crew sucht. Nie lässt er sich auf eine tiefer gehende Freundschaft ein. Dennoch ist er stets um seine Crew besorgt und lässt nichts über sie kommen. Wenn irgendjemand seiner Crew in den Rücken fällt, dann stellt dies einen persönlichen Angriff auf den Captain dar, und dann ist mit ihm nicht zu spaßen. Als Verlierer des Krieges war Malcolm nicht bereit, sich der Allianz unterzuordnen. Stattdessen zieht er ein unabhängiges Leben vor und nimmt mit seinem Schiff Aufträge an, die teilweise an der Grenze der Legalität sind. Auch wenn er dabei von finsteren Gangstern Aufträge annimmt, vergisst er nie, was Recht und Unrecht ist. Er ist dabei sogar bereit, sein eigenes Leben zum Wohle Unschuldiger aufs Spiel zu setzen. Und obwohl Mal es wahrscheinlich niemals öffentlich zugeben würde, hegt er doch starke Gefühle für Inara.
Shepherd Book
Shepherd Book kommt genau wie Simon und River Tam erst später zur Crew der Serenity dazu. Zunächst ist er nur zahlender Passagier, doch er erkennt mit Hilfe von Inara, dass er auf dem Schiff vielleicht seinen zugedachten Platz gefunden hat. Obwohl es für ihn ein schwieriger Weg wird und Book an sich zweifelt, akzeptiert er dennoch die Herausforderung. Er kommt zu dem Zeitpunkt aus der Southdown Abbey auf Persephone. Auf den ersten Blick scheint alles mit ihm und seiner Geschichte zu stimmen. Doch schaut man genauer hin, so ist klar, dass Book einige Geheimnisse mit sich herum trägt. Der Trick mit dem er Kaylee überzeugt, ihn mitzunehmen, ist noch am einfachsten zu erklären - Book schenkt ihr eine frische Erdbeere - eine Rarität, wie es aussieht. Schon nach kurzer Zeit fühlt sich Book auf der Serenity nutzlos. Es gibt nicht viel für ihn zu tun auf einem Raumschiff mit noch nicht einmal zehn Menschen an Bord, die zu alledem auch noch nicht sonderlich gläubig sind. Besonders Mal lehnt ihn ab und lässt es Book bei jeder Gelegenheit spüren. Wieder ist es Inara, die Book weiterhilft: Sie rät ihm für die sichere Rückkehr der anderen zu beten - er muss es Mal ja nicht sagen. Auf diese Weise findet Book schon früh auf dem Schiff eine Verbündete, die ihm trotz der etwas gegensätzlichen Berufung seelisch beisteht. Als die Crew der Serenity auf die von den Reavern umgebrachten Siedler trifft, erweist sich Book als das gute Gewissen der Mannschaft. Zwar hat Mal auch andere Gründe, dem Shepherd zuzustimmen, doch ohne Book hätte man den Siedlern nicht die letzte Ehre erwiesen. Wieder zeigt sich, dass Book schon einige Erfahrungen in der Randzone gesammelt hat - ihm muss der Begriff "Reaver" kaum erklärt werden. Auf der anderen Seite ist er der einzige, der in ihnen noch Menschen sieht. Für alle anderen sind die Reaver nur noch Monster. Als Book bei einem Verkauf schwer verletzt wird und der Doktor nicht verfügbar ist, gibt es ein neues Rätsel. Sein Leben ist in Gefahr und die Crew der Serenity hat keine andere Wahl als Hilfe bei der Allianz zu suchen. Anfangs lehnt der Captain des Allianzkreuzers jede Hilfe ab. Doch als er die ID von Book sieht, lässt er seine Soldaten sofort Hilfe holen. Wer ist Book und weshalb ist er der Allianz so wichtig? Es bleibt ein Geheimnis (siehe "Safe"). Für einen Kaplan weist Book auch eine sehr flexible Moral auf: Im Notfall lehnt er eine Schusswaffe nicht ab. Er wird zwar niemanden töten, "aber die Bibel sagt nichts zu Kniescheiben." Nicht nur seine moralischen Ansichten werden mit diesem Satz klar, Book beweist auch im weiteren Verlauf, dass er gut genug schießen kann, um tatsächlich nur Kniescheiben zu treffen (siehe "War Stories"). Shepherd Book ist auf alle Fälle eine Bereicherung für die Serenity. In vielen Situationen hat er die Crew im Kampf tatkräftig unterstützt. Auf der anderen Seite ist er ein Ruhepol in der Krise. River Tam
River und ihr Bruder Simon stammen aus wohlhabenden Verhältnissen. Beide Geschwister haben eine überdurchschnittliche Intelligenz. Er konnte auf der Medacad (Medizinische Akademie) auf Osiris Medizin studieren, absolvierte es in Rekordzeit und war der Beste seines Jahrgangs. Seine Schwester River übertrumpft Simon in Intelligenz bei Weitem - sie korrigiert seine Arbeiten und Lehrbücher. Alles was sie tut - Musik, Mathematik, theoretische Physik, Tanz - fällt ihr so leicht, wie den meisten Menschen das Atmen. Mit 14 Jahren besuchte sie eine von der Regierung finanzierte Akademie, die einen außergewöhnlichen und sehr herausfordernden Lehrplan anbot (siehe "Serenity" und "Safe"). Ein paar Monate später bekommt Simon Briefe von seiner Schwester, die einen kodierten Hilferuf enthalten. Ihr Vater will seine Karriere nicht gefährden und River den Forschern der Allianz überlassen. Simon lehnt sich gegen ihn auf und versucht mit allen Mittel River zu befreien (siehe "Safe"). Nach zwei Jahren, einer Menge Geld und viel Glück hat er es endlich geschafft. Eine Untergrundorganisation schmuggelt River in einer Cryokammer nach Persephone. Seitdem sind die beiden Geschwister auf der Flucht vor den Handlangern der Akademie - den Männern mit den blauen Handschuhen. Mal bietet ihnen auf der Serenity Unterschlupf, als Gegenleistung ist Simon der Arzt für die Crew.
Die meisten Schwierigkeiten ergeben sich für River durch Jayne. Zwei Mal versucht er sie an die Allianz zu verraten, jedoch ohne Erfolg. Als River und Simon davon erfahren (siehe "Trash"), lassen sie ihn wissen, dass er es sich besser nicht mit dem einzigen Arzt an Bord verspielt. River fügt in einem Nachsatz hinzu, dass sie ihn mit ihrem Geist töten kann.
Jayne Cobb
Jayne Cobb ist ein Söldner, der nur am Profit interessiert ist. Groß und kräftig ist er der Mann für’s Grobe. Einem Kampf geht er nur aus dem Weg, wenn der Gegner überlegen ist – dann ist im seine heile Haut doch lieber als die Ehre. Jayne kommt aus einfachen Verhältnissen, dementsprechend ist seine Bildung leicht vernachlässigt.
Geschichte:
Firefly hat kein wirklich langes Leben gehabt. Als 2002 der Pilotfilm Serenity auf dem Schreibtisch der Fox Television landete, waren die Oberen nicht sehr begeistert. Die Mischung stimmte, Sci-Fi meets Western, doch die Story war ihnen zu langsam. Außerdem interessierte sich der weibliche Teil des Probepublikums mehr für Firefly als die männlichen. Für eine Sci-Fi Serie ein Unding, wie man sich sagte. (Eine Umfrage auf Treknews.de zeigte, dass der Anteil bei Sci-Fi Serien, egal ob sie Star Trek, Stargate oder Lexx hießen, fast immer zu einem 70% / 30% Gemisch zu Gunsten der männlichen Fans ausfiel.) Doch anstatt das Projekt gleich einzustampfen, entschied man sich, Whedon noch eine zweite Chance zu geben, einen zweiten Pilotfilm zu schaffen. „The Train Job“ kam auf dem Plan. Mehr Sprüche, mehr Action, weniger Emotionalität. Diese Episode kam besser an (bei den Programmplanern wohlgemerkt, nicht bei den Fans), aber weiterhin hing das Damokles-Schwert über die Serie, die den Geldhahn durchzuschneiden drohte. Die Serie bekam einen ungünstigen Sendeplatz, und wurde in falscher Reihenfolge ausgestrahlt, so dass lediglich 11 der 15 gedrehten Folgen ausgestrahlt wurden. Trotz des schnellen Tod, erhob sich Firefly aus dem Grab. (Whedon weiß, wie man Tote wiedererweckt ;-) Die DVD-Box mit allen 11 Episoden, und den fehlenden 4 nicht ausgestrahlten Folgen wurde ein Geheimtipp und die Verkaufszahlen überraschten die Fox-Verantwortlichen. Universal Pictures erkannte die mögliche Geldquelle, und brachte Tollkühn Whedons Serie in die Kinos.
Die Episoden: (Klicke auf den Episodennamen für eine ausführliche Episodenbeschreibung)
Captain Malcolm Reynolds und seine Crew haben zwei Probleme: heiße Ware aus einem illegal geborgenen Wrack im Frachtraum und ein paar Passagiere an Bord, die nicht so harmlos sind, wie es zunächst den Anschien haben mag.
Unterweltboss Niska engagiert die Serenity-Crew einen Schwebezug auszurauben. Als Mal erfährt, dass seine Beute aus dringend benötigten Medikamenten besteht, will er das Geschäft rückgängig machen. Sehr zum Missfallen seines Arbeitgebers.
Während der Bergung eines von Reavern überfallenen Kolonistenschiffes findet die Crew einen Überlebenden, der langsam dem Wahnsinn anheim fällt. Die Situation wird nicht besser, als ein Allianz-Schiff nach Simon und River sucht.
Auf dem Planeten Persephone bemüht sich die Serenity-Crew um einen neuen Transport-Auftrag. Während eines Balls, auf dem das Geschäft abgeschlossen werden soll, verteidigt Mal Inara gegen einen Kunden und findet sich plötzlich in einem Ehrenduell wieder – mit dem Säbel! Eine Nebenrolle hat Edward Atterton, der Dune-Fans noch als Duncan Idahoe bekannt ist.
Simon wird von einer Gruppe Hinterwäldler gekidnappt, die einen Arzt für ihre Kommune suchen. Während er und River in der Gemeinschaft ein Wechselbad der Gefühle durchleben, muss sich Mal an die Allianz wenden, um den schwer verwundeten Book zu helfen.
Nach einem ausgelassenen Dorffest findet die Crew an Bord eine naive junge Frau namens Saffron, die behauptet in der letzten Nacht von Mal geehelicht worden zu sein.
Die Crew besucht die Mudder Kolonie auf Canton. Dort wird Jayne als Lokalheld gefeiert, seit er vor Jahren eine Ladung Geld abwarf, die er von dem Magistrat gestohlen hatte. Das diese Geste keinesfalls nobel geplant war, zeigt sich erst später.
Nach einer Explosion treibt die Serenity tot im All. Mal lässt alle von Bord gehen, und versucht den Schaden alleine zu beheben, was jedoch fehlschlägt, und er sich dem Tod nahe erinnert, wie die Crew einst zusammen gekommen ist.
Während Inara sich auf Ariel ihrer jährlichen Companion-Untersuchung unterzieht, überrascht Simon die Crew mit einem Plan zu Diebstahl wertvoller Medikamente. Als Gegenleistung will er in das Krankenhaus eingeschleust werden, um dort Tests an River durchführen zu können. Regie führte hier Allen Kroeker, der auch schon für mehrere Star Trek Episoden auf dem Regiestuhl saß.
Wash ist eifersüchtig auf Mal, der mit seiner Frau Zoe eine soldatische Beziehung teil. Beim nächsten Einsatz will er den Captain unbedingt an ihrer Stelle begleiten – ein Beschluss, der er bitter bereut, als sie anschließend in eine Falle von Gangsterboss Niska landen.
Mal schwant übles, als er der Heiratsschwindlerin Saffron wieder begegnet. Trotzdem lässt er sich von ihr zu einem dreisten Diebstahl auf Bellerophon überreden. Dass der Raubzug nackt in der Wüste endet, gehörte dabei jedoch nicht zum Plan.
Auf einer Raumstation empfangen Mal und Zoe eine hölzerne Kiste, in der Tracey, ein ehemaliger Kamerad liegt. In einer Tonaufnahme bittet er darum, nach hause gebracht zu werden. Scheinbar eine leichte Aufgabe, bis sich Kopfgeldjäger auf die Fährte machen.
Die Crew kommt einer alten Bekannten von Inara zu Hilfe, die am Ende der Galaxis ein Bordell betreibt, dessen Angestellte vom chauvinistischen Rance Burgess und seinen Schergen terrorisiert werden.
Ein Kopfgeldjäger schleicht sich an Bord um die Prämie die für River gezahlt wird zu kassieren. Methodisch schaltet er alle Mannschaftsmitglieder aus, doch River zeigt sich letztendlich als außerordentlich trickreich, um nicht auch in die Falle zu gehen.
Text by Thomas Raube |
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