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Babylon 5

 

Babylon 5 war zu Zeiten, als man das Universum nur mit Raumschiffen erforschen durfte (Star Trek, Space, Star Wars, Buck Rogers, Flash Gordon usw.) eine völlige Neuerung. Die Handlung spielte auf einer Raumstation. Es wurde im Vorfeld schon heiß diskutiert, ob es auf einen festgeschriebenen Platz überhaupt genug Handlungsfäden entwickeln ließen. J. Michael Straczynski, kurz JMS genannt bewies, das es möglich war. Ein besonderes Merkmal seiner Serie, womit sie schließlich einen kleinen Meilenstein in der modernen SciFi bildete war die völlige Nutzung von CGI Effekten für die Darstellung von Schiffen und Stationen. Zu jener Zeit war dies noch weitestgehend unmöglich, da die Kosten Unsummen verschlungen, und das eine oder andere Serienprojekt an den Rande des Ruins führte (Space 2063).

Doch worum geht es in B5 eigentlich?

 

Das Babylon 5-Universum

Das Jahr 2151 markierte eine neue Ära in der Geschichte der Menschen: Ein weiter entwickeltes Volk, die Centauri, nahm mit ihnen Kontakt auf und überließ ihnen mit der Sprungtor-Technologie den Schlüssel zum Universum. Man errichtete in Genf eine Weltregierung und stieß schnell ins All vor. Auf vielen Planeten gründeten die Menschen Kolonien.

Indem sie der Liga der Blockfreien Welten zu Hilfe kam, als diese von einer mörderischen Rasse überrannt wurde, festigte die Erdallianz ihre Rolle als neue Macht im All.

Im Jahre 2245 nahm man dann, allen Warnungen der anderen Völker zum Trotz, Kontakt mit den Minbari auf. Es kam zu einem furchtbaren Missverständnis, und die Menschen eröffneten in Panik das Feuer auf die Minbari und brachten ihren Anführer, Dukhat, um. In ihrer Wut begannen die Minbari einen heiligen Krieg gegen die Menschheit und errangen Sieg um Sieg.

Dann aber, als sie mit ihrer riesigen Flotte zu Erde geflogen waren, um die Heimat der Menschen endgültig zu vernichten, in der Stunde ihres Sieges - ergaben sie sich. Warum sie das getan hatten, würde die nächsten zehn Jahre das größte Geheimnis des Universums sein.

Um weitere Kriege zu verhindern, rief die Präsidentin der Erde daraufhin das „Babylon-Projekt“ ins Leben: Eine Raumstation, auf der Menschen und Außerirdische ihre Konflikte in Frieden lösen und Handel treiben sollten. Die ersten drei Stationen wurden schon in frühen Stadien sabotiert, die vierte wurde zwar fertig gestellt, verschwand aber unmittelbar nach der Inbetriebnahme. Mit finanzieller Hilfe der Minbari und der Centauri entschloss sich die Erdallianz, einen fünften Versuch zu wagen. Er gelang.

Es war die Morgendämmerung des dritten Zeitalters der Menschheit. Sie begann im Jahr 2257 auf der Raumstation Babylon 5.

 

Die Station

Die Station Babylon 5 liegt im neutralen Raum, umgeben von den fünf großen Raummächten. Sie umkreist den unbewohnbaren Planeten Epsilon 3.

B5 ist fünf Meilen lang und besteht aus 2.500.000 Tonnen Stahl. Einzelne Bereiche der Station können mit unterschiedlicher Geschwindigkeit rotieren und so verschieden starke Gravitation simulieren. Nahe der Drehachse der Station führt eine Bahn zum Personentransport entlang. Es gibt einen riesigen Garten und viele mit Farben gekennzeichnete Sektoren: den blauen Sektor für politische Geschäfte, den roten für Handel und Kommerz, den grünen, in dem die Quartiere der Botschafter untergebracht sind, usw.

Babylon 5 ist ein Freihafen, durch den Händler, Geschäftleute, Reisende, Pilger, Flüchtlinge und Kriminelle Dutzender außerirdischer Rassen durchreisen.

 

Hintergründe:

Das Besondere an Babylon 5 ist ein von vornherein geplanter, epischer Handlungsbogen. Ursprünglich für fünf Staffeln konzipiert, war aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Produktionsfirma das vorzeitige Aus der Serie nach vier Staffeln zu befürchten. Um die Geschichte dennoch zu einem Abschluss zu bringen, straffte Straczynski den Handlungsbogen der vierten Staffel. Erst nach dem Produktionsende der vierten Staffel erhielt Straczynski die Freigabe für die fünfte Staffel. So ergab sich die Situation, dass die bereits fertiggestellte, jedoch noch nicht ausgestrahlte Serien-Abschlussepisode „Der Weg ins Licht“ an das Ende der fünften Staffel verlegt und eine neue Abschlussepisode für die vierte Staffel gedreht werden musste. Diese Episode, „In hundert, in tausend Jahren“, fällt aus dem gewohnten Handlungsrahmen heraus und gewährt einen Blick auf die fernere Zukunft im Babylon-Universum.

Die Figuren wurden mit charakterlicher Tiefe angelegt, und sich im Laufe der Zeit verändern. Dies gilt insbesondere für Londo Mollari und G’Kar. Im Sinne der komplexen Handlung gibt es häufig Hinweise oder Handlungsstränge, die erst im Nachhinein erklärt werden. Deshalb wurden die Dialoge der Schauspieler derart stark kontrolliert, dass es einem Improvisationsverbot gleichkam. Auch in Folgen, die nicht offensichtlich den „roten Faden“ der Haupthandlung fortführten, wurden Aspekte dieser Handlung behandelt.

 

Philosophie

JMS wollte eine intelligente Science-Fiction-Serie für Erwachsene schaffen; er dachte sich das gesamte Universum auf, war Produzent der Serie und schrieb die meisten Folgen, in den Staffeln 3 und 4 sogar alle.

Alle Tode der Protagonisten und Drehungen des Gefüges um 180° sind von ihm eingeplant (oder zumindest in Betracht gezogen) und Teil der Gesamtgeschichte, ein Kapitel eines fünf Jahre dauernden Romans. Am Ende sind alle Fragen beantwortet und Rätsel gelöst.

Neben dem Fünfjahres-Plan sind vor allem die sehr ungewöhnlichen Geschichten der Folgen, mit denen sich Babylon 5 oft auf Neuland begibt, ein Merkmal der Serie: Da gibt es eben mal kein „Happy End“ und geliebte Menschen sterben, da taumelt eine ganze Rasse blind vor religiösem Eifer ins Verderben, die „Guten“ verlieren einen Krieg, und jene, denen man vertraute, erweisen sich als Verräter.

Babylon 5 ist eine Geschichte über Menschen und ihre (Fehl-)Entscheidungen, über Liebe, Hass und Krieg - wie das Leben spielen kann.

Trotz des Auslaufens der Serie hält sie sich noch wacker am Leben. Neben verschiedenen Fernsehfilmen gab es noch zwei Ableger. „Crusade“ und „Legends of the Rangers“ (LotR)

 

Crusade handelt kurz nach Ende von B5.

Um für die Zerstörung ihrer Welt Z'ha'dum Rache zu nehmen, beginnen die Drakh einen Verwüstungsfeldzug und haben sich den Planeten Erde als erstes Ziel ausgesucht. Es gelingt zwar, die Bedrohung durch einen Planetenzerstörer, den die Drakh erbeutet haben, in letzter Sekunde abzuwenden, doch die Drakh setzen vor ihrem Rückzug ein biogenetisches Virus auf der Erde aus. Es wird sich binnen fünf Jahren an die menschliche DNS anpassen und dann alle Infizierten umbringen. Das Schiff Excalibur, ein Gemeinschaftsprojekt von Menschen und Minbari, erhält den Auftrag, irgendwo in der Galaxis ein Heilmittel für die Seuche zu finden, ehe es zu spät ist …

Die Serie brachte es jedoch lediglich auf 13 Episoden, und wurde wegen mangelnden Interesse eingestellt.

 

Legends of the Rangers sollte der zweite Anlauf eines Spin Offs werden. Die Geschichte des Pilotfilms spielt im Jahre 2265 und dreht sich um die Rangers, die mit einem halb-organischen Raumschiff, der „Liandra“, unterwegs sind, und dabei eine neue außerirdische Rasse, die „Hand“, entdecken, deren tödliche Kraft alles bisher bekannte übersteigt.

Diese Serie schaffte es nichteinmal über den Pilotfilm hinaus, und wurde auch in Deutschland (im Gegensatz zu Crusade) nicht vertrieben.

 

Zukunftsdenken

Trotz des Misserfolges hat J. Michael Straczynski Anfang Dezember 2003 neue Projekte im Rahmen von Babylon 5 angedeutet.

Bruce Boxleitner (John Sheridan) gab – angesprochen auf die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Babylon-5-Projektes – zu verstehen, dass wohl keinerlei Projekte mehr zu erwarten sind. Hauptgrund dürfte der Tod von Richard Biggs (Dr. Steven Franklin), Tim Choate (Zathras) und zuletzt Andreas Katsulas (G'Kar) sein. Die Thematik rund um Babylon 5 ist zu stark mit bestimmten Charakteren und ihren Darstellern verknüpft. Solche Verluste sind darum unersetzlich.

Am 22. Juli 2006 gab Straczynski öffentlich bekannt, dass eine Reihe von „Mini-Movies“ geplant sind. Weiterhin stellte Straczynski die Produktion eines Kinofilms im Jahr 2008 in Aussicht.

Am 25. Oktober 2006 teilte Straczynski mit, dass ursprünglich drei Mini-Movies – nun unter dem Produktionstitel „Babylon 5: The Lost Tales“ (TLT) bekannt – geplant waren. Aufgrund der Komplexität eines der Themen wurde dieses jedoch verschoben. Es werden also zunächst nur zwei „Lost Tales“ gedreht. Diese sollen dann jedoch die übliche Länge von 45 Minuten haben. Als Inhalt der ersten beiden Episoden nannte Straczynski Geschichten rund um die Charaktere John Sheridan, Elizabeth Lochley und Galen. Das Projekt befindet sich bereits in der Produktionsphase und ist als „Direct-to-DVD“ konzipiert. Es soll aber auch im US-Fernsehen ausgestrahlt werden. Einen wirtschaftlichen Erfolg des Projektes vorausgesetzt stellte Straczynski eine ganze Reihe weiterer „Lost Tales“ in Aussicht.

 Text geschrieben und zusammengestellt by Thomas Raube

 

 

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