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Angel - Jäger der Finsternis
Angel - Jäger der Finsternis
Joss Whedon, Erfolgsregisseur von Firefly, Serenity und Buffy hatte schon sehr früh die Idee für eine Spin Off Serie von Buffy entwickelt. In seinem Seriendurchbruch gab es drei Charaktere, die bei den Fans so gut ankamen, dass er einen von ihnen die Möglichkeit geben wollte auf eigenen Beinen zu stehen. Das waren Angel, ein Vampir, der durch einen Zigeuner-Fluch seine Seele wiederbekommen hat, und nun Buße tun muss, Giles, der Wächter von Buffy, der von seinen Kollegen allerdings immer nur „Ripper“ genannt wurde, woraus sich hätte etwas entwickeln können, und Willow, die sich von Staffel zu Staffel zur Superhexe entwickelte. Whedon entschied sich für ersteres. Und so sollte es weitergehen...
Grundidee: Nach seiner spektakulären Liaison mit der Dämonenjägerin Buffy flüchtet der charmante Vampir Angel nach L. A. . Hier hofft er von seiner unglücklichen Liebe zu Buffy Abstand zu gewinnen. Ein schmerzlicher Entschluss für das unglaublich schlagkräftige Liebespaar. Aber ein Fluch lastet auf dem vampirischen Kavalier: Sollte er jemals glücklich werden, verwandelt er sich in eine mörderische Bestie. Einsam zieht er durch die für ihn trostlosen Straßen von L. A.. Aber in seiner Not findet er neue und furchtlose Freunde. Um für die Gräueltaten seiner Vergangenheit Buße zu tun, kämpft er mit seinen tapferen Gefährten gegen die dunklen Mächte des Bösen, die sich in der Millionenstadt eingenistet haben. Doch wie kann er Frieden finden. Die Schatten seiner Liebe zu Buffy und die Erinnerungen an seine früheren Mordtaten treiben ihn immer weiter an, die Lebenden und Ahnungslosen zu beschützen. Schon lange hat Angel als Vampir der barbarischen Jagd nach Menschenblut abgeschworen und sich auf die gute Seite gestellt. Nun durchstreift der Jäger allein die Nacht und bekämpft übernatürliche und abgrundtief böse Kreaturen - und ist für seine zahlreichen Fans damit präsenter als jemals zuvor...
Hintergründe Spin-offs, Serien, die aus anderen hervorgehen, haben nur sehr selten den gleichen Erfolg wie die Shows, deren Kinder sie sind. Dies gilt besonders im Bereich der fantastischen Serien und des Superhelden-Genres. Charaktere, die als unterstützende Nebenfiguren geradezu perfekt waren und als solche eine klare Funktion hatten, schwinden meist regelrecht dahin, wenn man sie mitten ins Scheinwerferlicht zwängt. Im Fall von Angel ist das Risiko sogar besonders hoch. Denn die ganze Serie dreht sich um eine Figur, die zum einen etwas absolut Geheimnisvolles hat und zum anderen einmal während einer halben Staffel von Buffy - Im Bann der Dämonen ein heimtückischer Bösewicht war, der ohne jede Reue gemordet hat. Die Ausgangsidee der Serie ist, dass Angel, der einzige Vampir mit einer Seele, sich endgültig eingestanden hat, dass er mit Buffy (Sarah Michelle Gellar) nie wirklich glücklich werden wird. Daraufhin ist er nach Los Angeles gezogen, in eine Stadt, die nicht nur von Dämonen und Vampiren, sondern auch von Anwälten und Agenten heimgesucht wird. Dort eröffnet Angel nun eine Privatdetektei, die sich ganz auf Fälle mit übernatürlichen Aspekten konzentriert. Sein Partner wird der Halb-Dämon Doyle (Glenn Quinn), der die äußerst nützliche mediale Fähigkeit besitzt, Visionen von Menschen in Not zu empfangen -- so führt er Angel Woche für Woche zu seinen neuen Klienten. Den beiden schließt sich noch Cordelia (Charisma Carpenter), eine weitere alte Bekannte aus Buffy, an, die hier versucht, sich als alleinstehendes Mädchen in der großen Stadt neu zu erfinden. Angel besitzt zwar bei weitem nicht die Geschlossenheit und die innere Logik von Buffy, aber dafür wird dieses Spinn-off auch nicht von so großen und schwergewichtigen Handlungsbögen belastet, die die Ereignisse einer ganze Staffel umspannen müssen. Überhaupt geht von dieser zweiten im Buffy-Universum angesiedelten Serie eine ganz andere Stimmung aus, die ihr äußerst effektives musikalisches Leitthema, eine entfernt an "Goth"-Musik erinnernde Geigen-Melodie, auf den Punkt bringt. Der düstere Grundton von Angel wird durch die vielen Film-noir-ähnlichen Szenen, die in den erbarmungslosen Straßen von Los Angeles spielen, und durch einige ziemlich zynische Blicke hinter die Kulissen der Unterhaltungsindustrie bestimmt. Einige seiner ursprünglichen Fans hat Angel dadurch enttäuscht, dass die Serie schon nach einem Drittel den ansprechendsten unter ihren regulären Charakteren verloren hat. Doyle starb und übergab seine medialen Fähigkeiten an Cordelia. Dafür hat man den aus Buffy bekannten Wächter Wesley Wyndham Price, einen ziemlich schrecklichen Prototyp des lächerlichen Engländers, aus der Mottenkiste geholt. Aber trotz allem gibt es in der Serie einige wirklich gelungene Momente. Einen besonders starken Eindruck hinterlässt die Doppelfolge, in der Faith, die zweite Jägerin und Teilzeit-Gegenspielerin von Buffy, einen Gastauftritt hat. In ihr entwickelt die Serie eine emotionale Kraft, die den Zuschauer wirklich in Schrecken versetzt. Außerdem löst sie sich mit ihr endgültig von Buffy, da Angel hier beweist, dass er Fälle lösen kann, an denen seine frühere Freundin scheitern musste. In den letzten Episoden der Staffel, in denen eine dem Teufel verbundene Anwaltskanzlei namens Wolfram & Hart als ständiger Gegenspieler etabliert wird und außerdem noch ein schon lange toter Charakter als zukünftiger Unruhestifter wiederaufersteht, gelingt Angel schließlich der entscheidende Sprung.
Kritik: Angel kommt erst in der zweiten Staffel richtig in Fahrt, wenn das A-Team ihren ersten Hauptgegner (Wolfram & Hart) vorgesetzt bekommen, und Angel Ende der Staffel durch das Ränkespiel der Anwaltskanzlei einen Sohn bekommt, der laut Prophezeiung das Ende der Welt einleiten soll. Dieser Prophezeiung durchaus bewusst, zerreißt die Bande um Angel, und eine Jagd um seinen Sohn Connor beginnt, der letztendlich dadurch endet, dass der Dämonenjäger Holtz ihn in eine andere Dimension entführt. Die dritte und meiner Meinung nach spannendste Season bringt Connor zurück. Da die Zeit in der anderen Dimension schneller vergangen ist, ist aus Connor mittlerweile ein Teenager geworden, der rüber unglaubliche Fähigkeiten verfügt. Und von Holtz aufgezogen kennt Connor nur noch einen Gedanken: Angel zu töten. So viel zu dem, was im deutschen Fernsehen gelaufen ist. Aber der Videothek zum Dank, kommt man so auch an die bisher hierzulande nicht gelaufenen vierten und fünften Season.
Die letzten beiden Staffel lieferten dann den Showdown zur Serie: (Wer die Serie noch sehen möchte, sei vorgewarnt, ab hier wird gespoilert. Angel soll Mitte 2007 wieder laufen.)
Season 4 Die Apokalypse kündigt sich in dieser Staffel in Form des Beasts an, einem riesigen gehörnten Dämon, der die Sonne über Los Angeles verdunkelt, wodurch die Vampire die Stadt übernehmen können. Mit Hilfe von Willow gelingt es Beast zu töten, aber vor seinem Abgang infiziert er Cordelia, die sein Kind zur Welt bringen soll. Das Team erkennt dass Cordelia nicht auf ihrer Seite steht und Angel versucht sie zu töten, auch weil die bevorstehende Geburt das Ende der Welt zu bedeuten scheint. Kurz bevor er sie töten kann hat sie eine Niederkunft, bei der allerdings kein Kind zur Welt kommt sondern die Dämonengöttin Jasmine, die die gesamte Welt in ihren Bann zieht und von allen verehrt wird, wodurch alle glücklich sind und sie den Weltfrieden schafft. Doch dieses Utopia wird von Angels Sohn vernichtet, indem er Jasmine tötet. Wolfram & Hart bietet Angel daraufhin die Niederlassung in Los Angeles als Dankeschön für die Verhinderung des Weltfriedens an. Angel nimmt nach einigem Zögern an, allerdings lässt er als Gegenleistung das Gedächtnis des lebensmüden Connor löschen und verschafft ihm eine alternative Realität, in der er ein gewöhnliches, glückliches Leben führen kann. Auch die Erinnerung der übrigen Menschen wird so manipuliert, dass Angel der einzige ist, der Connors Geschichte kennt. Auf diese Weise kann Angel auch mit Wesley und dem Rest seines Teams Frieden schließen.
Season 5 Spike kehrt zurück, jener Vampir, der im Serienfinale von „Buffy“ den Höllenschlund in Sunnydale vernichtet hat. Nun besitzt er, genau wie Angel eine Seele, wobei die Prophezeiungen, die seit Season 1 immer wieder rezitiert werden, in Frage gestellt werden. In ihnen hieß es, dass ein Vampir mit Seele die Apokalypse herbeiführen wird. Durch die mächtigen Ressourcen der Anwaltskanzlei, die Angel und sein Team übernommen haben, gelingt es ihnen ihren Kampf gegen das Böse in großem Stil durchzuziehen, doch die Freude ist nur kurz. Im Verlauf der Staffel wird immer deutlicher, dass Angel dabei ist, seinen inneren Kampf zu verlieren, da ihn seine Stellung moralisch korrumpiert und dass er beim anscheinend bevorstehenden Endkampf zwischen Gut und Böse auf der falschen Seite stehen wird. Die Hoffnung auf diese Entwicklung war der Grund gewesen, warum die Seniorpartner der Kanzlei ihm die Firma übergeben hatten. Angel kann seinen inneren Kampf bestehen, und plant, das Böse selbst auszulöschen. Er entwirft einen Plan, indem die Herrscher der Unterwelt von Los Angeles, der Circle of the Black Thorn, vernichtet werden sollen. Es gelingt, doch die Hölle selbst tut sich aus Rache auf, die eine Armee von Dämonen, Drachen und sonstigen Kreaturen schickt, um Angel zu töten.
Das Ende der Serie: (Achtung, massive Spoiler) In der Schlusseinstellung machen sich Angel und seine noch lebenden Freunde bereit für den letzten Kampf. Gunn ist schon vor Beginn des Kampfes schwer verletzt. Ergänzend sei gesagt, dass Angel die Prophezeiung unterzeichnet, dass er nicht der Vampir mit einer Seele ist, der wieder zum Menschen wird, wenn er die Welt vor dem Untergang bewahrt, was keiner am Ende weiß, außer er selbst. Allerdings rettet er mit diesem Verzicht den Plan, schafft es dadurch den "Circle of the Black Thorn" zu vernichten und den Weltuntergang zu verhindern, er wird kein Mensch im biologischen Sinne, allerdings ist sein Handeln von wahrer Menschlichkeit geprägt, nämlich Selbstaufopferung um andere zu retten.
Fazit: Das Ende mag für Fans der Serie zwar schwer zu verdauen sein, hatte es aber in sich. Alles in allem gesehen, ist Angel ein gelungenes und düsteres Kapitel des Buffyversums. Season 2, 3 und 4 sollten zum Must Watch gehören.
Text by Thomas Raube
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