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Space... the Final Frontier
Diese bedeutungsvollen Worte sind inzwischen untrennbar mit einem Science Fiction Universum verbunden, das uns eine durchaus positive aber facettenreiche Zukunftsvision der Menschheit als Teil einer galaktischen Gemeinschaft von Zivilisationen präsentiert. Als ganz entscheidendes Merkmal der irdischen Gesellschaft, wie auch der gesamten Föderation, gilt dabei der Wunsch das All zu erforschen und die friedvolle Besiedlung neuer Welten voranzutreiben. Vortrefflich auf dem Punkt gebracht wurde das natürlich in dem Motto der Starfleet: ...to boldy go where no one has gone before.
Dieser sogenannte „Frontier Spirit“ gründet auf der Zeit der amerikanischen Pioniere und ihrem „Trek“ nach Westen. Gene Roddenberry nutzte diesen Hintergrund als Inspiration für eine Fernsehserie, die im Laufe der Jahrzehnte zum Mythos wurde und eine ungeheure Faszination auf unzählige Menschen ausübte. Da die Zeit ihrer Entstehung mit einer Phase der raschen Entwicklung in der Raumfahrt zusammenfiel, begannen die Visionen bereits Realität zu werden, und der Aufbruch der Menschheit in den Weltraum schien unaufhaltsam. Wenn wir aber die heutige Situation im All betrachten, so sind menschliche Aktivitäten auf die Erdumlaufbahn beschränkt, und seit den Mondlandungen hat nie wieder jemand Fuß auf eine andere Welt gesetzt. Der passende erste Schritt, um die Menschheit zu einer interplanetaren, raumfahrenden Zivilisation zu machen wäre nach Meinung vieler Experten eine, oder besser eine Reihe von Missionen zu unserem Nachbarplaneten, dem Mars. Für ein solches Unternehmen werden seit Jahrzehnten (!) detaillierte Pläne ausgearbeitet, die selten an den technischen Möglichkeiten, dafür aber immer an der Finanzierung scheiterten. Ironischerweise hielten die Autoren der Classic Star Trek Serie eine baldige Landung auf dem roten Planeten anscheinend für so selbstverständlich, dass sie nie expliziert erwähnt wurde, ein Flug zum wesentlich weiter entfernten Jupiter dagegen schon im Jahr 2005 stattfinden sollte (Eps. „Morgen ist gestern“).
Heutzutage ist der Aufbruch zu neuen Grenzen aber offensichtlich kein vorrangiges Bestreben der menschlichen Gesellschaft, und die Budgets für Raumfahrtmissionen und die Erforschung des Sonnensystems werden auch in den USA weiterhin die führende Nation auf diesen Gebieten, ständig gekürzt. Nicht zuletzt durch drastische Zwischenfälle, wie etwa das Shuttle-Unglück der Columbia, die beim Wiedereintritt in die Erd-Atmospähre verglühte, und somit sieben Astronauten das Leben kostete. Aber auch andere, eher Erdgebundene Ereignisse ließen die Zuschüsse für die Weltraummissionen drastisch sinken. Dazu gehört das Attentat vom 11. September, welches die USA bis ins Mark erschütterte, und aktuell zu nennen die Tsunami Flutkatastrophe in Südostasien. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, gründete eine kleine Gruppe von Weltraumbegeisterten 1998 in Boulder, Colorado eine Organisation namens „Mars Society“. Sie machte es sich zum Ziel, an der Verwirklichung einer bemannten Mission zum Mars in möglichst naher Zukunft, d.h. realistischerweise innerhalb der nächsten drei Jahrzehnten, zu arbeiten. In Star Trek Voyager lieferte uns die Episode „Ein kleiner Schritt“ auch ähnliche Jahresdaten, in dem die Autoren die erste bemannte Mars-Landung um 2035 datierten.
Der Initiator dieser Idee, der Raumfahrtingenieur Dr. Robert Zubrin (nach eigener Aussage selbst ein Fan von Star Trek) hatte bereits vorher ein, im Vergleich zu bisherigen Plänen, äußerst kostengünstiges Konzept für die Reise zum Mars entworfen. Das Innovative an dem „Mars Direct“ genannten Vorhaben ist die Idee, den Treibstoff für den Rückflug erst vor Ort mit auf dem Mars vorhandenen Rohstoffen zu produzieren, und dadurch die Masse und somit Kosten für das Raumschiff zu minimieren. Inzwischen hat auch die NASA bereits die entscheidensten Elemente dieses Plans in ihre eigenen Missionen einbezogen. Aber die „Mars Society“ hat sich nicht auf eine Verwirklichung durch die amerikanische Weltraumbehörde festgelegt, sondern sie fördert genauso Ideen eines verstärkten Engagements privater Firmen, wie den Space Ship One Erbauern, dem ersten Privaten Raumschiff. Dr. Zubrin ist der Meinung, dass es für die Menschheit von größter Wichtigkeit ist, möglichst bald in fremde Grenzgebiete vorzustoßen, die auf der Erde praktisch nicht mehr zu finden sind. In der Geschichte der menschlichen Zivilisation haben solche Gelegenheiten immer wieder den Fortschritt stimuliert und laut Zubrin läßt sich nur auf der Basis dieser „Frontier-Erfahrungen“ eine Stagnation der menschlichen Gesellschaft vermeiden, nicht nur in technologischer sondern gerade auch in sozialer Hinsicht. Die Besiedlung Nordamerikas ist ein historisches Beispiel solcher Vorgänge. Eine interessante Parallele bietet aber auch die fiktive Star Trek Welt, in der die Fundamentale Deklaration der Marskolonien als eines der wichtigsten Dokumente zu den rechten eines Individuums gilt („Kirk unter Anklage“).
Die „Mars Society“ versucht auf ganz unterschiedlicher Weise ihrem Ziel näher zu kommen. Sommer 2000 hatte sie in der Arktis eine Station errichtet, wie sie in ganz ähnlicher Form einmal zum Mars fliegen könnte, damit Menschen unter marsähnlichen Bedingungen (extremer Kälte und Trockenheit) das Arbeiten mit spezieller Ausrüstung erproben können. Doch die Aktivitäten beschränken sich keinesfalls auf die Lösung technischer Probleme, sondern es werden auch Überlegungen zu Wirtschaftlichkeit und Vermarktung neuer Vorhaben oder sogar Aufbau und Organisation einer ganzen Kolonie auf dem Mars angestellt. Die wachsende Mitgliederzahlen führten in den letzten Jahren dazu, dass sich auch außerhalb der USA Unterorganisationen in den einzelnen Staaten bildeten, und inzwischen gibt es auch eine „Mars Society Deutschland“ mit einem eigenen Newsletter. Diese lose Gruppe sucht ständig nach weiteren Interessenten, die ihren Teil zur Verwirklichung eines Traumes beitragen wollen, ohne den eine Zukunft, wie sie in Star Trek dargestellt wird, nicht denkbar ist. Und so wie unser aller Anstrengungen der erste Schritt auf dem Weg zum Mars sein werden, so wird der Mars der erste Schritt auf dem Weg zu den Sternen sein. |
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