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Auf den Wunsch eines einzelnen Herrn und gegen den Widerstand einer einzelnen Dame (es lebe der Geschlechterkampf ;o) hier nun die Anleitung, wie man eine ansprechende Story zubereitet.
Damit ist jetzt nicht gemeint, Feder und Papier oder gar einen PC mit Word bereitzuhalten, dann das setze ich voraus, sondern vielmehr, eine Idee für einen Storyplot (Inhalt) zu haben. Ideen als solche sind nicht im Fachhandel erhältlich. Man findet Sie dafür jedoch in Büchern, in Filmen, oder im alltäglichen Leben, selbst Workaholiks können auf ihrer Arbeitsstelle eine Idee haben, die brauchbar ist. Die Idee als solche kann eine Begebenheit sein, manchmal auch nur ein kluger Satz, aus dem man sich eine Geschichte spinnt.
Natürlich setzt dies ein bisschen Star Trek Fachkenntnisse voraus, denn ganz unbedarfte Menschen würden nie darauf kommen, aus dem Namen eines Tatoostudios („Blood and Honour“) einen wohlfeilen Klingonen-Plot zu ersinnen.
Für den Anfang gilt jedoch die alte Devise: „Gut geklaut ist halb gewonnen“. So man denn nicht ausschließlich Julia Roberts Schmachtfetzen im Fernsehen konsumiert, sondern auch gelegentlich Agenten -, Action- oder aber auch anspruchsvolle Liebesfilme ansieht, dürfte das Finden eines guten Plots zum Nacherzählen kaum Schwierigkeiten bereiten. Eine kurze Zusammenfassung des Films zu schreiben und die Handlung auf die Euderion etc. zu verlegen auch nicht.
Merke: Ideenklau ist ein wichtiger Bestandteil beim Entwurf eines Plots. Je unbekannter der Film/das Buch, aus dem man geklaut hat, umso größer die Chance, dass das niemandem auffallen wird.
Als nächste Hürde dann die Wahl der Hauptcharaktere in der Story. Pedantische Feingeister widmen sich in dieser Phase oftmals dem mühseligen Studium diverser Lebensläufe, was jedoch vollkommen überflüssig ist, wenn man die Charaktere auf „den Nenner“ bringt. Das bedeutet zum Beispiel:
Brennan - ein kompetenter Captain, der sich jedoch leider oft nicht durchsetzen kann Henry - leicht grenzdebiler Haudrauf und von vielen als der eigentliche Captain des Schiffes angesehen (was nicht unbedingt für die Crew spricht) O’Dell - Weiblicher Actionheld, der jedoch nicht wirklich zum Zug kommt Harriman - versoffener Sicherheitschef, der auch mal alle Fünfe gerade sein lässt De Davidoff - Erzbösewicht Spex - paranoider Geheimagent DiFalco - Idealist, Angehöriger einer Minderheit McKnight - Mauerblümchen van Leiden - der Name ist Programm usw.
Selbstverständlich wirken die Charaktere nunmehr recht zweidimensional und sehr einseitig, jedoch ist es in dieser komplizierten Welt doch schön einmal von vornherein zu wissen, wer nun „gut“ und wer „böse“ ist. Die feinen Grauschattierungen dazwischen verwirren die meisten Leser im Übrigen nur unnötig.
Wichtig ist weiterhin, dass gewisse Charaktere nicht zusammenpassen bzw. es nach den bereits geschriebenen Stories sehr verwirrend wäre, wenn bspw.
- Harriman und De Davidoff plötzlich befreundet wären - Brennan in ein Kloster geht - McKnight Henry ihre unsterbliche Liebe gestehen würde - van Leyden das Schiff rettet - Welliver seine Unterhosen regelmäßig wechselt.
Sollte man dennoch eine Vorliebe für abstruse Pairings haben wie Brennan/Hayes, McKnight/Harriman oder O’Dell/DiFalco, so sind die Onkel mit der weißen Weste nicht weit. Alternative Möglichkeit zur Einweisung ist dann jedoch die sog. „Out of Charakter“ Episode, in der man mal richtig verrückte Dinge schreiben bzw. die Charaktere unternehmen lassen darf. Aber das sollte man sich dann vielleicht doch besser bis zu einem Zeitpunkt aufsparen, an dem man autorentechnisch schon fest im Sattel sitzt und einem selbst übelster Storymüll auf dem TD aus den Händen gerissen wird.
Merke: Eine Unterteilung der fiktiven Welt in schwarz und weiß, gut und böse vereinfacht dem Leser, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Der Durchschnittsleser konsumiert die Stories überdies zur Ablenkung von einer immer komplizierter werdenden Welt, er bevorzugt einfache Geschichten.
Raven, Infinity, Special oder gar Staffelepisode - Wer soll den da noch durchsteigen?! Um es kurz zu machen: Staffelfolgeninhalte stehen von vornherein fest und sind mindestens einen Monat vor erscheinen abzuliefern, damit sich der Autor der folgenden Story ein Bild machen kann. Alle Plots, die nicht in die Staffel passen landen bei Infinity. Abstruse Geschichten bei Raven. VL Shortstories und alles andere läuft unter Special.
Merke: Egal was du tust, es wird erstmal nur eine Infinity oder Raven.
Nachdem jede Klarheit damit restlos beseitigt wurde, kann mit dem Schreiben begonnen werden. Ob man mit einer (eigenen) festen Terminvorgabe schreibt oder sich nur gelegentlich dranmacht ist jedem selbst überlassen. Doch einmal genannte Termine sind einzuhalten, bei Staffelfolgen zwingend, denn sonst wird der Zorn der Götter fürchterlich sein. Sich während des Schreibens neue Dinge einfallen zu lassen und den ursprünglichen Plot zu verbessern bzw. zu erweitern ist grundsätzlich eine gute Idee, nur darf man sich dabei nicht verzetteln und den roten Faden aus den Augen verlieren.
Merke: Deadlines sind natürlich ausschließlich dazu da, um überschritten zu
werden. Alkohol/andere bewusstseinserweiternde Drogen sind beim Schreiben
5.
Einen
Mit dem Schreiben fertig zu sein, bedeutet noch nicht, dass die Story wirklich fertig ist. Ein Zweitleser/Lektor ist hilfreich beim Auffinden von logischen Fehlern aber auch bei der Attestierung einer Rechtschreibschwäche. Da muss man dann eben die Spendierhosen runterlassen und freimütigen erklären: „Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.“ Bei logischen Fehlern hingegen muss man abwägen. - Ist dieser Fehler so schwerwiegend, dass er dem Durchschnittsleser auffallen wird? - Würde mich das Geplapper dieser Stressbacke in irgendeiner Form nerven?
Eine Bejahung der zweiten Frage sollte unbedingt zu einer Überarbeitung des entsprechenden Storyteils führen.
Merke: Rechtschreibfehler sind ein Ausdruck der Ablehnung bürgerlicher Existenz und des Spießertums. Viele Rechtschreibfehler steigern also deinen Ruf als unverbesserlicher Rebell.
Ist dieser Part (Nr. 5) erledigt, wird die Story zu Thomas geschickt, damit dieser sie sich durchlesen, und ein entsprechendes Cover erstellen kann. Die Story erscheint dann auf einem der nächsten TD’s. Doch wer dann sofort Dank, unsterblichen Ruhm oder aber Schlag bei den Frauen angesichts der geleisteten Arbeit erwartet, dem kann nicht mehr geholfen werden. Einzig an einer dankenswerten Kritik darf man sich erfreuen, in der die Story zwar total auseinander genommen wird, man am Ende jedoch zumindest 3 von 5 Sternen bekommt. J
Merke: Die Qualität deiner Story bemisst sich daran, wie sie kritisiert wird. Stelle dich also gut mit deinem Haus- und Hofkritiker und selbst knubbelige Nilpferdwesen werden als literarisch wertvoll erachtet werden.
By Spacecowboy |
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