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STAR TREK " Das Vermächtnis"

 

 

Bereits in einer früheren Ausgabe haben wir ja besondere Projekte von Fans vorgestellt und sie näher beleuchtet. Jetzt, da wir selbst die Ambitionen haben, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen, will ich euch ein weiteres Fanprojekt ans Herz legen, da ich denke, dass es eine erwähnenswerte Arbeit darstellt.

 

„Das Vermächtnis“, eine deutsche Produktion. Alleine das ist schon eine Seltenheit, hört man sonst immer nur von ausländischen Fanproduktionen die es zu Ruhm unter der Fangemeinde gebracht hat. Als Beispiel wäre hier natürlich „Star Wreck“, zu erwähnen welches wir in der VL 28 bereits vorgestellt hatten. Ähnlich erfolgreich sind die Leute die hinter „Bring back Kirk“ stehen, oder dem Star Wars Short Movie „Art of the Saber“.

Deutsche Produktionen glänzten bisher kaum, obgleich es wenige Ausnahmen wie Robert Ampers „Raumschiff Highlander“ oder Rene von Bodiscos „Borg War" gibt.

 

         

 

Vielleicht nicht ganz unschuldig an den Momentanen Ruhm von „Das Vermächtnis“ ist die Zusammenarbeit mit dem „deutschen Spock“ Willi Wiegand. Er war bereits vor dem Fanprojekt unter Fankreisen in aller Munde. Doch fangen wir doch mal bei Anfang an, und holen uns nebenbei vielleicht sogar ein paar Anregungen für das erste Euderion-Movie.

 

Die Zeit vor „Das Vermächtnis“

 

In „Star Trek VII – Generations“ gab es die Szene, in der Data im Observatorium von Dr. Soran einen Anfall bekommt und sich für kurze Zeit ins Land der Träume verabschiedet. Diese Sequenz bot sich an um für die Zwecke der Truppe genutzt zu werden, und da Androiden mit ihrer Rechenkapazität etwas schneller träumen wie wir Menschen, konnte sie sich durchaus vorstellen, dass Data während der wenigen Sekunden langen Ohnmacht eine Geschichte träumt…

Der 24-jährige Hesse und Trekkie Christoph Hees nimmt dies als Basis für seinen ersten Fanfilm.

 

Nachdem die Idee einen Film zu machen da war, musste eine Mannschaft zusammengetrommelt werden, mit der man so etwas machen konnte. Eltern und Bekannte mussten da natürlich auch herhalten und so entstand erst eine Geschichte, dann die Bühnenbilder und letzten Endes ein kompletter Hobbyfilm mit all den typischen Anfängerfehlern.

Klar wunderte man sich z. B. beim Ton, warum man das klappern des Kameramannes am Kameragehäuse lauter hören konnte, als das gesprochene Wort, obwohl die Zielperson doch nur 10 Meter weit weg war…

Oder warum wenn man Material von einem Videorekorder zum nächsten kopiert, es nach mehrmaliger Wiederholung aussieht, als ob das Videoband mitgewaschen worden sei.

So sammelte man eben seine Erfahrungen und bastelte mit den diversen Hilfsmitteln und geliehenen Kamera´s irgendwie diesen Streifen zusammen. Aber es  war ein spannender Lernprozess der auf jeden Fall gebraucht wurde. Denn wie heißt das gute alte Sprichwort? Aus Fehlern lernt man.

Als der Film dann fertig war stellte sich die Frage: unn´ was jetzt?

Und da beginnt die Geschichte von: “Star Trek - Das Vermächtnis!“

 

 

Der lange Weg über den Kulissenbau zum 1. Drehtag…

...aus dem Produktionstagebuch von Christoph Hees

 

           

 

Irgendwann in der Vorplanungsphase bekam jemand der auch an der Story mitgebastelt hatte, den schlicht genialen Einfall die Classicbrücke so zu gestalten, dass man daraus später die Klingonenbrücke bauen könnte. Dies war billiger und Platz sparender.

Tatsächlich sollten zuerst die Classic-Szenen gedreht und später dann die Klingonensequenzen in Angriff genommen werden. Es begannen also die Arbeiten an der Classic-Variante. Die Rückwände waren schon fast oben, als auffiel, dass die Brücke irgendwie zu groß wirkte. Jedes Bodenelement, es sind immerhin 8 an der Zahl, war hinten knappe 10 cm zu breit. Daraus ergab sich eine Differenz von 80 cm und der Innenradius der Brücke wurde dementsprechend kleiner. Was nun? Das Bühnenbild wirkte sehr verzerrt und es stellte sich die Frage, ob man es einfach so lässt wie es nun war, oder ob man die unpopuläre Entscheidung traf, das ganze noch mal vernünftig hochzuziehen, da die Unterkonstruktion auch noch an allen Ecken und Kanten quietschte.

Man entschied sich für letzteres, was nach bereits monatelanger Arbeit eine Entscheidung war, die nur noch von einem im Team mitgetragen wurde.

Aber da Christoph keine Lust hatte, sich mit einem Set zufrieden zu geben was nur vage an das Original erinnerte blieb es bei der Entscheidung. Leider führte aber eben diese Entscheidung dazu, dass so ziemlich alle, die das Projekt bisher begleitet und auch teilweise sehr treu begleitet hatten nach relativ kurzer Zeit sich anderen Dingen zuwandten und sie jetzt entweder an dieser Stelle einen Schlussstrich unter das Projekt ziehen oder im Duo weitermachen mussten…

Gemäß dem Motto „Niemals aufgeben, niemals kapitulieren“, entschied man sich für letzteres. Wobei sich an dieser Stelle natürlich die Frage aufdrängen könnte…Wofür bauen, wenn es keine Mannschaft mehr gibt??? Na ja. Einige wollten nur den Baumaßnahmen fern bleiben und wenigstens für die Dreharbeiten zur Verfügung stehen, aber auch das lief sich dann auseinander. Dies war im Sommer 1997.

 

Dann kam erst mal Christophs Ausbildung dazwischen. Die Halle, in der sie bisher gewerkelt hatten, musste geräumt werden. Damit mussten die Arbeiten am Film fürs erste auf Eis gelegt werden.

Dann irgendwann war meine Ausbildung glücklich fertig und ich konnte mich wieder neu dem Projekt widmen... wenn auch nur mit stark dezimierter Gruppenstärke. Eine neue Halle musste her und glücklicherweise, wurde auch bald eine gefunden, die einigermaßen finanzierbar war und außerdem genügend Platz für zwei Bühnenbilder bot, damit man, während auf dem einen gedreht wurde an einem anderen gebaut werden konnte.

Während der Ausbildung lernte er einige Leute kennen, die ab sofort das Projekt begleiteten.

Irgendwann war dann das Klingonen-Set so gut wie fertig. Das war der Moment, wo beide Kameraleute absprangen. Dies ereignete sich im Winter 1999/2000.

Jetzt hatte man zwar ein fast fertiges Bühnenbild, aber noch keine Darsteller und was mindestens genau so heftig war, keine Kameraleute!

 

Am Dienstag den 02.05.2000 rief Christoph jemanden an, den er bis dato nur aus dem Telefonbuch kannte. Er hatte eine eigene Filmproduktionsfirma und wohnte praktischerweise gar nicht allzu weit entfernt. Er fragte dezent nach, ob er jemanden kennt, der kameratechnisch versiert ist und auch ohne Bezahlung sich auf ein Hobbyfilmprojekt einlassen würde. Er bejahte das und erwiderte, dass er selbst dieser Personengruppe zuzuordnen sei und man sich ja mal treffen könnte, damit er sich das Projekt im Allgemeinen und Besonderen anschauen könnte.

Nach einem dreistündigen Treffen war klar dass sie im Team ein gutes Potenzial für diesen Film darstellen könnten.

 

Einer der schwierigsten Faktoren bei einem Projekt dieser Länge ist die Motivation. Erfreulicherweise müssen nicht alle am Film Beteiligten über den kompletten Zeitraum der Produktion durchhalten, da sie vielleicht nur an einem Drehtag da sind oder nur auf einem Set agieren, wodurch die Dreharbeiten zeitlich überschaubarer sind.

Nicht ganz so leicht hat man es da allerdings, wenn es darum geht von Anfang bis Ende dabei zu sein. Das betrifft zwar nur einen kleinen Teil des Trupps (quasi den harten Kern) aber auch da gehören Motivationshochs und Tiefs einfach dazu. Es gibt Momente wo man sich wünschen würde, an einer kommerziellen Produktion beteiligt zu sein, weil diese Projekte in der Regel bedeutend schneller durchgezogen werden können und man aus allen Bereichen Fachleute hat, die sich um das jeweilige Themengebiet kümmern. Je kleiner einer Produktion ist, umso mehr Aufgaben lasten auf einzelnen Personen.

Ein Vorteil dabei ist natürlich, dass man viel Zeit zum überlegen hat. Man kann das Script hier und da noch mal abändern und noch Dinge einbauen, die man bei den ersten Drehbuchentwürfen nicht bedacht hat.

Der absolute Zeitfresser bei der Produktion sind und bleiben natürlich die Sets. Wenn es machbar und finanzierbar ist zieht man es vor, die Sets wirklich um sich herum zu haben während des Drehs und nicht alles vor einer blauen Wand zu filmen (wobei das auch seine unbestreitbaren Herausforderungen mit sich bringt).

 

Ein ebenso nicht ganz unwesentlicher Faktor ist die Darstellersuche. Anders als man vielleicht meint, sind bei diesem Projekt die wenigsten wirkliche Star-Trek-Fans. Gerade bei der Planung von Drehtagen ist es sinnvoll, wenn die Anreise der einzelnen Akteure nicht ewig lang dauert, da es ja leider das Beamen noch nicht gibt und Staus eine unschöne Verzögerung bringen können. Zum anderen liegt es daran, dass man versucht hat die Darsteller so auszuwählen, dass man sich entfernt vorstellen kann, dass er/sie in ein paar Jahren wie die Person aussehen könnte, die sie jeweils verkörpert.

 

Inhalt und Erscheinungstermin

 

Ohne zuviel über die Handlung verraten zu wollen: Es gibt Szenen auf der Enterprise-D-Brücke, der Enterprise-Classic-Brücke, einer Klingonen-Brücke, Aussenaufnahmen und einiges mehr.

Die Crews der Schiffe wurde durch ein "merkwürdiges" Ereignis komplett verjüngt.

 

"Star Trek: Das Vermächtnis" wird etwa Mitte 2005 abgedreht sein. Danach folgt noch die Nachproduktion (Schnitt, Nachvertonung etc.). Der 90-Minuten Film soll laut Christoph Hees dann auf Conventions zu sehen sein und es ist geplant, ihn in's Internet zu stellen, zum kostenlosen Download für die Fans.

 

Doch schon jetzt haben auch etwas offiziellere Instanzen Notiz genommen:

 

Das Paramount-Kamerateam der Star Trek Dokumentation "Trekkies 2" mit Schauspielerin Denise Crosby (Lt. Tasha Yar, TNG) besuchte das Set von "Star Trek: Das Vermächtnis" am 6. Mai 2003, um Aufnahmen für den Film "Trekkies 2" zu machen. Beide Seiten waren voneinander sehr angetan! Denise Crosby und Regisseur Roger Nygard waren von Willi's Ähnlichkeit mit "Spock" total fasziniert! Das Ergebnis konnte man etwa Mitte 2004 auf Video bzw. DVD sehen können.

 

Am 25. September 2004 lief auf RTL die Show "Die größten TV-Hits aller Zeiten". Ein RTL-Kamerateam war vorab am Set des Fanfilms, um auf der TOS-Brücke einen "Einspieler" für die Show zu drehen. Dirk Bach machte es riesigen Spaß bei den Dreharbeiten!

 

Es bleibt zu hoffen, das der Film zum Erscheinungstermin am 8. September diesen Jahres a) fertig sein wird, und b) die Erwartungen erfüllen kann. Wir halten euch natürlich auf dem laufenden, bzw. veranstalten vielleicht mal wieder einen Filmabend, wo wir uns „Das Vermächtnis“ anschauen können.

 

Text by Thomas Raube und den Produktionsnotizen von Christoph Hees

 

Update:

Inzwischen wurde von offizieller Stelle die Einstellung des Projektes bekannt gegeben. Der verantwortliche Produzent gab an, er hätte mehrere Zeichn von Gott erhalten, dieser wolle nicht, das der Film erscheint.

Ich spare mir an dieser Stelle jedweden Kommentar, außer vielleicht dieser Kleinigkeit: Was immer du nimmst, nimm weniger - oder gib mir was ab!

 

Illustrationen: www.DasVermächtnis.de

 

 

 

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