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Stand Alone Vs. Cliffhanger

 

Der schnelle Ruhm, darauf sind heutige Serien eingestellt.

Etwa seit dem neuen Jahrtausend änderte sich das Konzept von Serien. Schaut man sich die damaligen Quotenschlager „Knight Rider“, „A-Team“, Star Trek The next Generation, oder „Airwolf“ an, so kann man ein einfaches Muster erkennen: Die Episoden sind nahezu alle Stand Alone Stories, sprich, man kann sich eine einzelne Folge anschauen, und trotzdem genauso viel verstehen, als würde man die ganze Serie kennen.

 

Nachteil eines solchen Stand Alone Konzeptes ist eine relative Knappheit an Entwicklungsmöglichkeiten. Die Charaktere und die Stories zu entwickeln ist schwierig, da man immer darauf achten muss, nicht zu viele Informationen aus vorangegangenen Episoden einzustreuen, weil der Gelegenheitszuschauer sonst nicht mehr hinterherkommt.

 

Im heutigen, modernen Serien-Zeitalter hat sich das geändert. Spätestens seit „24“ ist der begriff „Stand Alone-Episode“ nahezu ausgerottet. Erfolgsserien wie „LOST“, „Battlestar Galactica“, oder aktuell „Heroes“ besitzen nicht nur einen durchgehenden roten Faden durch ihre Seasons, nein auch jede einzelne Episode baut strickt auf der vorherigen auf. Somit ist eine Staffel eine einzige lange Episode geworden. Der Gelegenheitszuschauer, der sich nach langer Arbeit geschafft vor den Fernseher setzt, und einfach vor der Flimmerkiste ein wenig Entspannung sucht, bleibt bei diesen Serien leider nicht lange hängen. Denn hat er auch nur eine Folge verpasst, kann es vorkommen, dass er die ganze Serie nicht mehr versteht, und auch nicht dahinter kommt, worüber die da gerade reden.

 

Lohnt es sich also, solche Cliffhanger-Serien zu produzieren?

Das zu beantworten ist schwer. Fakt ist jedoch, diese Serien haben einen unglaublichen Spannungs-Bonus. Gerade „LOST“ oder „Heroes“ schaffen es, dass man das „to be continued“ am Ende der Episoden am liebsten auffressen möchte. Die Episoden schaffen es dermaßen mitzureißen, dass man am liebsten gleich vier oder fünf Episoden am Stück schauen möchte. Das ist etwas, was man bei den eingangs erwähnten Serien aus den 80er oder 90er kaum erwarten konnte.

Aber es gibt auch Nachteile. Und diese werden sich erst in einigen Jahren zeigen. So spannend und fesselnd die heutigen Cliffhanger-Serien sind, neben der Tatsache, das man jede Episode sehen muss, wird sich später noch zeigen, dass der, nennen wir ihn mal Wiederverkaufswert, sinken wird.

Serien wie Star Trek, TNG, oder A-Team sind inzwischen 20 oder 30 Jahre alt. Und dennoch werden sie auch heute noch ausgestrahlt, und das mit ansehnlichen Quoten, die sich mitunter sogar mit heutigen neuen Serien messen können.

„LOST“ oder „Heroes“ ist deswegen so spannend, weil man unbedingt wissen will wie es weitergeht. Deswegen bleibt man dran. Was zum Teufel ist in der Luke? Wer sind „die Anderen“? Warum muss unbedingt die Cherleaderin gerettet werden? Solche und ähnliche Fragen schwirren einen dann durch die Gedanken, wenn man nach der Folge ins Bett geht. Hat man dann aber die nächste Episode gesehen, und ist man hinter das Geheimnis gekommen, wirkt die vorher so als spannend und nervenaufreibende Episode nur noch halb so toll.

Gerade in der Wiederholung erkennt man die eigentliche Stärke einer Serie. Schafft sie es die Zuschauer erneut vor die Fernsehschirme zu versammeln, oder war es lediglich ein One-Hit-Wonder?

 

Ich habe da so meine Zweifel, das Serien wie „24“ auch in 20 Jahren noch für gute Quote sorgen können. Hat man die Folgen gesehen, und weiß bereits was geschieht, ist die Luft raus.

 

Damit das niemand falsch versteht, ich habe nichts gegen solche Serien, ich selbst habe mit Freuden die erste Season von „LOST“ verschlungen, und könnte mich gerade in „Heroes“ verlieben, doch ich finde es schade, dass die Macher nur für den schnellen Ruhm leben. Diese Serien sind äußerst stark, aber leider wird zu erwarten sein, das sie ihre Stärke schnell einbüßen werden.

 

Doch wohin sollte die Zukunft von Serien gehen?

Rekapitulieren wir einmal. Wir haben ältere Stand-Alone-Serien, die inhaltlich nicht so fortgeschritten sind, wie unsere modernen Serien, dafür aber zeitlos bleiben. Und wir haben moderne Serien, die Traumquoten bringen, dafür aber wahrscheinlich schon in der ersten Widerholung zu schwächeln beginnen und schließlich in der Versenkung verschwinden.

Ein annehmbares Konzept für ein Mittelding zwischen Stand-Alone und Cliffhanger Serien bietete „Enterprise“, die vierte Ableger-Serie von Star Trek. Zugegeben, sie war wohl die schwächste, aber in der vierten Season bot sie etwas, das die Lösung für den Konflikt sein könnte.

Die vierte Season von Enterprise bestand aus mehreren kleinen Mini-Plots. Meist umfassten diese zwei oder drei Episoden, die in sich geschlossen waren.

 

Der Vorteil nun; zwei oder drei Episoden die eine Handlung bilden ist auch für den Gelegenheitszuschauer akzeptabel, da er es einrichten kann, sich diese anzuschauen. Und trotzdem bleibt die Spannung erhalten, da es sich um mehrere Folgen handelt, in der man natürlich wissen will wie es weitergeht. Verpasst man mal eine Folge ist das kein Beinbruch. Man wartet einfach auf den nächsten Dreiteiler und kann bei diesem wieder einsteigen. Etwas was nicht möglich ist, wenn die gesamte Staffel in sich geschlossen ist.

Doch ob dieses Konzept das richtige ist, kann auch niemand sagen. Enterprise wurde nach eben jener Staffel eingestellt, obwohl ich sagen würde, das es die stärkste der vier war.

Was uns die Zukunft der Serien bietet kann man nur abwarten, aber so wie es derzeit aussieht, geht der Trend weiter dahin, Cliffhanger Serien für den Moment zu produzieren, um den Fan am Ball zu halten.

 

by Thomas Raube

 

 

 

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