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Die vielen Facetten der

 

Parallel-Universen

 

 

 Was wäre wenn…?

 

 

Die wundervollsten Abenteuer beginnen oft mit nur drei Worten: „Was wäre wenn…?“

Mit Blick auf die Zeitreise ergibt sich in der Star Trek Technologie ein ganz erhebliches Argument, das gegen diese Möglichkeit spricht. Es geht um die Auslösung eines Paradoxons, das vor allem auf Reisen in der Vergangenheit Anwendung findet. Die klassische Variante ist die Reise in die Vergangenheit, in der du deine Großmutter daran hinderst, mit deinem Großvater zusammenzutreffen und du auf diese Weise verhinderst, dass du je geboren wurdest.

Wenn du aber nicht geboren wirst, kannst du auch nicht in der Zeit zurückreisen, um deine eigene Existenz auszulöschen. Ohne dein Eingreifen würden sie sich begegnen und Kinder bekommen, was schließlich zu deiner eigenen Geburt führt, und dir die Gelegenheit geben würde, das Ganze wieder und wieder in Gang zu bringen.

Ein anderes Argument konzentriert sich auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen jeder einzelnen Aktion. Eine kleine Veränderung, die weit genug in der Vergangenheit erfolgt, kann eine Kettenreaktion auslösen, die für die ferne Zukunft gravierende Folgen mit sich bringt.

Sci-Fi Autoren befassen sich damit seit Jahrzehnten. Eines der ersten bekannt gewordenen Beispiele dürfte wohl Ray Bradburys Kurzgeschichte „A Sound of Thunder“ sein, in der ein zeitreisender Tourist die ganze Geschichte verändert, als er auf einen prähistorischen Schmetterling tritt. In Star Trek bekommen wir eine Abwandlung dessen präsentiert, als im Serienfinale von TNG Picard ein Paradoxon in der Zukunft auslöst, was zur Vernichtung der Menschheit in der Vergangenheit führte.

Um diese und ähnliche Paradoxienen und Katastrophen zu verhindern, haben sich die Autoren eine ganze Reihe von phantasievollen „Theorien“ ausgedacht, die von geschlossenen Kausalschleifen (ein Ereignis wird zu seinem eigenen Auslöser) bis hin zu Zeitpolizisten reichen, die die Zeitlinie überwachen und jede Einmischung von wohlmeinenden oder wahnsinnigen Zeitreisenden zu korrigieren.

Eine der originellsten Ideen die aus dieser Überlegung entstand, war 1934 in der Kurzgeschichte „Sidewise in Time“ von Murray Leinster zu lesen. Darin wird die Idee entwickelt, dass es nicht nur eine einzige Realität gibt, und das wir uns zwar nicht in der Zeit bewegen können, dafür aber von einem Raum-Zeit-Kontinuum ins nächste wechseln können. Die Idee wurde in den folgenden Jahrzehnten zu waren Goldgruben für Autoren, schließlich hatte sich nachher sogar eine eigene Serie mit diesem Thema befasst. „Sliders“, in der ein junger Wissenschaftler ein Gerät entwickelt, mit dem man von einem Universum ins nächste sliden kann.

Überall in der Sci-Fi führte der Gedanke von alternativen Welten zu einem kompletten und populären Untergenre der Fantasy-Geschichten, in denen die Gesetzmäßigkeiten unseres Universums nicht immer Gültigkeit haben.

Der Nobelpreisträger und Physiker Dr. Richard Feynman befasste sich mit Partikeln in Bewegung und entwickelte eine Theorie, die schließlich zum Konzept multipler Realitäten führte. In einem Quantenuniversum gibt es eine praktisch unbegrenzte Anzahl an „Realitäten“, die alle nebeneinander Koexistieren und deren Gesetze in sich selbst schlüssig sind. Jede Realität ist ein wenig anders und arbeitet nach dem Zufallsprinzip. In unserer Realität sind die Dinosaurier vor Jahrmillionen ausgestorben. In einer anderen könnten sie aber durchaus noch leben und die Erde beherrschen. In anderen Realitäten ist Rom nie untergegangen oder Dschingis Kahn ist anstatt nach Westen in Richtung Osten gezogen um Nordamerika zu erobern, oder die Südstaatler hätten den amerikanischen Bürgerkrieg gewonnen. Die Möglichkeiten sind unendlich, in jeder einzelnen Sekunde treffen wir Entscheidungen, und mit jeder einzelnen Sekunde steigt somit auch die Anzahl der möglichen Parallelwelten.

Vorausgesetzt, diese Universen existieren, dann konnte eine Person die über die Möglichkeit verfügt, von einem Universum in ein anderes zu wechseln, erfahren, wie sich die Geschichte auch hätte entwickeln können, ohne dabei die eigene Zeitlinie zu gefährden. Jedenfalls so lange, bis jemand aus einem anderen Universum über die gleichen Möglichkeiten verfügt und sich in unserem Universum austobt.

Ob diese alternativen Universen tatsächlich existieren, ist eine quälende Frage, die so lange unbeantwortet bleibt, wie wir nicht dorthin reisen können. In der Episode „Mirror, Mirror“ (Ein Parallel Universum) ist es ein Ionensturm, der mit dem Transporter der Enterprise reagiert und die erforderliche Brücke entstehen lässt, um die Dimensionen zeitweise miteinander zu verbinden.

Die Reise durch unterschiedliche Realitäten war bei Star Trek oft mit verschiedenen Quanten-Phänomenen verbunden… In einer der originelleren Episoden „Parallelen“ gerät Worf’s Shuttle versehentlich in einen Quantenriss, wodurch sein Körper in den Zustand des Quantenflusses versetzt wurde und er multiple Realitäten durchwanderte, ehe er wieder in seine eigene Realität zurückkehren konnte.

DS9 befasste sich wiederholt mit dem alternativen Universum, welches wir zum ersten Mal in „Mirror, Mirror“ kennen gelernt haben, allerdings wurden bei jedem der vier Zwischenfälle die ursprünglichen Bedingungen entweder vertuscht, oder völlig ignoriert.

Die Technologie die notwendig ist, um den Wechsel zu bewerkstelligen, kann aber nicht zu komplex sein, Immerhin war es den menschlichen Rebellen des Spiegeluniversums möglich, obwohl sie nur über limitierte Ressourcen verfügten. In den Episoden „Erkenntnis“ oder „Die Tarnvorrichtung“ wurde die Technik sogar in einer Mitnehm- Version gezeigt.

Bei Voyager war das Interesse an alternativen Realitäten wohl selten ausgeprägter als im Zweiteiler „Ein Jahr Hölle“, in dem die Krenim aus strategischen Gründen in die Geschichte des Raum-Zeit-Kontinuum eingriffen.

Aber auch Stargate spielt mit diesen Gedanken, und bekommen wird dort den Quantum-Spiegel zu sehen, mit dem man sogar steuern kann, ich welches Universum man reisen möchte.

 

Wenn diese Welten existieren, könnte es dann tatsächlich möglich sein, die Grenze zwischen zwei Universen zu überwinden? Stephen Hawking beschrieb ein theoretisches Phänomen, dass er zunächst als Quantenfluktuation bezeichnete und das eine Schnittstelle zwischen den Realitäten darstellen sollte. Star Trek hatte in der Folge „Das Spinnennetz“ bereits vor Hawking diese Idee aufgegriffen, und ein ganzes Raumschiff durch eine solche Fluktuation verschwinden lassen.

Später formulierte er dafür einen Begriff, mit dem wir sehr vertraut sind: Wurmlöcher. Ob Wurmlöcher tatsächlich existieren muss sich erst noch herausstellen. Und die Frage, was sie miteinander verbinden – verschiedene Teile des Raumes, der Zeit, oder gar Universen – bleibt gleichermaßen unbeantwortet. Zuerst einmal müssen wir ein Wurmloch finden, bevor wir erfahren können, ob er Recht hatte oder nicht.

Nehmen wir aber einfach mal an, solche alternativen Realitäten existieren und das wir sie erkunden wollen, zunächst müssen wir ganz genau wissen, aus was die Barriere zwischen unseren Universen besteht und ob wir sie überwinden können ohne eine der Realitäten zu gefährden. Wenn das festgestellt ist, müssen wir in Erfahrung bringen, ob unsere physikalischen Gesetzmäßigkeiten so umfassend kompatibel sind, das beide den Kontakt überleben können. Wenn der Kontakt wie in „Auf Messers Schneide“ eine beidseitige Zerstörung auslöst, ist das Experiment sehr abrupt beendet.

Aber es sind auch noch andere Sachen zu berücksichtigen. Wie viel Energie ist für ein Wechsel erforderlich? Kann die erforderliche Technologie so kompakt konstruiert werden, dass wir sie mitnehmen können (wie in Sliders), damit wir später zurückkehren können, oder war das ein One-Way Ticket?

Gegenwärtig gibt es keine ausreichende Beweise, die für oder gegen die Existenz von alternativen Universen sprechen, um eine Strategie zu entwickeln, wie man mit dieser Information umzugehen hat, von einer Technologie zu ihrer Erforschung ganz zu schweigen. Wir sollten das Thema bis auf weiteres zu den Akten legen und in ein bis zwei Jahrzehnten prüfen, ob sich unser Verständnis des Universums neue Erkenntnisse ergeben haben. Dennoch sollten wir das Thema nicht völlig in Vergessenheit geraten lassen, denn schon Albert Einstein hatte erkannt: „Phantasie ist wichtiger als Wissen“.

Die Gelegenheit war nie günstiger sich in beiden Dingen zu üben.

 

 

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