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Meilensteine der Raumfahrtgeschichte

Saljut Raumstationen

Bei Saljut handelt es sich nicht um eine, sondere um mehrere kleine Raumstationen, die die ehemalige Sowjetunion gebaut und im Orbit betrieben hatte. Sie waren die Vorgänger der Raumstation MIR.
Ende der Sechziger Jahre arbeitete die Sowjetunion an Raumfahrzeugen und Raumstation für den Orbit der Erde. Mit der Sojus (die in verbesserter Version noch heute eingesetzt wird!) hatte die Sowjetunion eine Raumkapsel, die in den Erdorbit fliegen und sicher zurück zur Erde fliegen konnte.

Leider bewies der Einsatz der ersten Sojus-Kapsel (Sojus 1) im April 1967 das Gegenteil. Der Kosmonaut Komarow flog zwar erfolgreich ins All, bei der Landung jedoch stürzte die Kapsel ungebremst auf die Erde. Ein Todesfall überschattete den ersten Flug. Die Nachfolgeflüge (Sojus 2 und 3) verliefen aber erfolgreich. Mit weiteren Sojus-Flügen wurden Kopplungsversuche geübt und durchgeführt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte dann auch das und dem Start einer ersten Raumstation stand nichts mehr im Wege. Neben den hier aufgeführten Saljut-Stationen gab es noch Saljut A und Saljut B, beides militärische Stationen, die jedoch beim Start explodierten. Die Saljut-Stationen wurden zwischen 1971 bis 1986 betrieben, 1991 verglühte die letzte von ihnen.

 

Saljut 1

Saljut 1, die erste sowjetische Raumstation, startete am 19. April 1971 mit einer Proton-Rakete ins All. Sie hatte nur ein Drittel der Größe der damals geplanten amerikanischen Raumstation Skylab. Sie war ca. 16 Meter lang und wog 19 Tonnen. Vier Tage später folgte die erste dreiköpfige Besatzung, die jedoch wieder zur Erde zurückkehren musste, weil das Kopplungsmanöver misslang. Zwei Monate später folgte wieder eine Besatzung, die rund 3 Wochen auf der Station arbeiteten. Sie kamen jedoch beim Rückflug zur Erde beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ums Leben. Die Station Saljut 1 verglühte im Herbst 1971.

       

Saljut 2

Saljut 2 startete am 3. April 1973, war jedoch instabil und brach wenige Tage darauf auseinander.

   

Saljut 3

Saljut 3 war eine militärische Station (auch bekannt unter dem Begriff "Almas") und startete am 25. Juni 1974. Sie flog auf einer niedrigen Umlaufbahn und hatte Kameras an Bord. Mit einer Extrakapsel wurde das Filmmaterial später abgestoßen und sicher zur Erde gebracht.
Es fand nur eine Kopplung statt (Sojus 14 mit 2 Kosmonauten), die 2 Wochen auf der Station zubrachten. Eine weitere geplante Kopplung musste wegen leerer Batterien von Sojus 15 abgebrochen werden. Nach knapp über einem halben Jahr verglühte auch Saljut 3 in der Erdatmosphäre.

    

Saljut 4

Saljut 4 flog zu Weihnachten 1974 in den Orbit. An Bord war neben Messinstrumenten auch ein Sonnenteleskop sowie ein kleines Gewächshaus. Im Januar 1975 kamen die ersten beiden Kosmauten an Bord und blieben fast einen Monat lang. Im Mai 1975 reiste die zweite Crew beim zweiten Startversuch zur Saljut 4-Station und verbrachte über 2 Monate an Bord. Im Februar 1977 stürzte die Station ab.

   

Saljut 5

Am 22. Juni 1976, noch vor Absturz der Vorgänger-Station, startete Saljut 5. Sie war, wie Saljut 3, eine rein militärische Station. im Juli 1976 vollzog die erste Crew mit fast 50 Tagen Aufenthalt militärische Aufgaben aber auch zivile Experimente. Aus vermutlich psychischen Gründen eines Kosmonauten wurde sie vorzeitig abgebrochen. Nach dem missglückten Koppeln einer zweiten Crew gelang dies dann im Februar 1977. Die Crew blieb 2,5 Wochen. Saljut 5 verglühte im August 1977.

   

Saljut 6

Saljut 6 startete am 29. September 1977 und war die erste wiederauftankbare Saljut-Station. Sie verfügte nun über zwei Kopplungsmodule, so dass zeitgleich zwei Solus-Kapseln bzw. die neuen automatischen Progress-Raumfrachter (Versorgungsflüge) andocken konnten. Durch die Versorungsflüge konnte die Aufenthaltsdauer verlängert werden (Sojus 29-Crew verbrachte fast 140 Tage im All). 33 Flüge fanden zur Station statt. Davon waren 15 Versorungsflüge mit Progress-Frachtern und 17 Sojus-Flüge. Nur zwei Kopplungen misslangen. Viele Besatzungen arbeiteten auf dieser Station. Insgesamt war sie über 650 Tage lang besetzt. Im August 1978 flog auch der erste deutsche Astronaut auf diese Raumstation: Sigmund Jähn. Die Station Saljut 6 war ein voller Erfolg. Sie verglühte dann im Juli 1982.    

 

Saljut 7

Am 19. April 1982 startete die Saljut 7 ins All. Sie bestand aus mehreren Sektionen. Hier wurden neben der Forschung auch Langzeitaufenthalte und deren Wirkung auf den Menschen getestet. Die erste Crew blieb über 210 Tage auf der Station. Rund 25 Raumkapseln (Sojus und Progress) dockten an Saljut 7 an, nur eine Kopplung misslang. Durch eine Beschädigung der Solarpaneele waren im Januar 1985 die Funkverbindungen unterbrochen, die Station hatte keinen Strom mehr. Sie konnte jedoch wieder repariert werden. Ab Juni 1986 war die Station unbemannt, da das erste Modul der MIR ins All flog. Jedoch sollte Saljut 7 im automatischen Betrieb im Erdorbit bleiben. Im Februar 1991 trat sie in die Erdatmosphäre ein und verglühte.

 

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