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Starship Troopers III

Marauder

 

1997 kam Paul Verhoevens SciFi Film Starship Troopers in die Kinos und erntete nur negative Stimmen. Hauptvorwurf war damals die unverhohlen faschistische Ideologie, unter deren Banner der interstellare Krieg gegen insektoide Aliens ausgerufen wurde. Dabei hatte Verhoeven durch die absurde Überzeichnung einer völlig militarisierten Gesellschaft gerade das Gegenteil eines affirmativen Spektakels geschaffen.

„Starship Troopers“ war eine hochgradig satirische Breitseite gegen eben solche Ideologien und hat mit verführter Jugend, medialer Indoktrination, einem entmenschlichten Feind und dem Mythos vom glorreichen Opfertod ein breites Spektrum faschistischer Strukturen abgedeckt. Heute darf der Film als rehabilitiert gelten, bei Fans hat er ohnehin längst Kultstatus erreicht.

So kommt jetzt bereits die zweite Fortsetzung auf den Markt. Genauer gesagt direkt in die Videotheken, denn mal ehrlich, der Film hätte im Kino so dermaßen abgeka**t, das man wahrscheinlich sogar Verluste gemacht hätte.

 

Plot:

Johnny Rico (Casper Van Dien) ist zurück und verteidigt den Planeten Roku San gegen ein schier endlos nachwogendes Meer ekliger Bugs. Dann trifft hoher Besuch ein. Sky Marshall Anoke, ein gefeierter Held der Föderation, inspiziert die Lage. Als die elektrischen Zäune versagen, wird der Stützpunkt überrannt und Anoke evakuiert. Viel nützt ihm das nicht. Der rettende Kreuzer wird von der Bug-Artillerie erwischt, was den Sky Marshall zur Notlandung auf einem Wüstenplaneten zwingt. Gemeinsam mit Ricos alter Kampfgefährtin Lola Beck (Jolene Blalock, T’Pol in Enterprise) und anderen Überlebenden schleppt er sich auf der Suche nach einem Ausweg durch die sengende Hitze, während Rico für das Desaster auf Roku San verantwortlich gemacht wird. Zwar bewahrt ihn Geheimdienstler Dix Hauzer vor der Exekution, entsendet ihn dann aber flugs auf eine weitere Himmelfahrtsmission: die Bergung Anokes, tot oder lebendig. Denn dieser birgt ein schreckliches Geheimnis. Sollte der Sky Marshall in die Hände der Bugs fallen, sind die Tage der Menschheit endgültig gezählt...

 

Kritik:

„Starship Troopers“ war auch deswegen ein Geniestreich, weil Verhoeven seine naiven Heroen direkt aus der amerikanischen Soaplandschaft rekrutierte und sie zwischen all dem Geballer munter weiterbalzen ließ. Von den ehemaligen „Beverly Hills 90210“-Sternchen (unter anderem Denise Richards und Dina Meyer) ist nur Casper Van Dien übrig geblieben. War sein Johnny Rico damals noch ein treu-doofes Kerlchen, ist er jetzt lediglich ein prolliger Soldat, für den jeder Tag gut genug zum Sterben ist. „Starship Troopers 3“ verzichtet gänzlich auf eine Figurenzeichnung und wirft den vergnüglichen „Barbie & Ken in Space“-Charme des Originals achtlos über Bord. Die sozialen Konstellationen werden innerhalb einer Minute abgehandelt, danach spielen sie keine Rolle mehr. Macht aber nichts. Die grottigen Darsteller sind nämlich selbst mit derart fragmentarischen Figuren völlig überfordert. So herrscht dann auch in den bedrohlichsten Momenten gähnende Gleichgültigkeit.

Zudem versucht der Film zwanghaft religiöse Aspekte einzubauen, wo ich mir jeden Moment gewünscht hätte, die Bugs würden diese Bibeltreue Tussi endlich auseinander nehmen. Aber nein, die überlebt bis zum Schluss, und man muss sich ihr Gequäke über Gottvertrauen die ganze Zeit über reinziehen.

 

So weit so schlecht.

 

Es gibt viele B-Movies, die wenig Story erzählen und schlechte Schauspieler besitzen, denn meistens versucht man dies durch überragende Effekte und CGI Szenen zu übertünchen. Doch alles was wir zu sehen bekommen, sind ein paar kurze Raumschiffsequenzen, für die auch mein heimischer PC hätte herhalten können, und die Namensgebenden Marauder-Anzüge, die aber leider erst zum Schluss in einer kleinen Einstellung zum Zuge kommen.

 

Spielte Verhoeven noch geschickt mit Banalität und Pathos der Dialoge, ist deren flache Einfallslosigkeit hier geradezu grotesk. „Starship Troopers 3“ schafft es zwar, die satirischen Elemente aufzugreifen, ist aber darüber hinaus so inkompetent inszeniert, dass man besser noch mal zum Original greifen sollte.

 

Ich fand den zweiten Starship Troopers Film gar nicht mal so schlecht (Ich weiß, damit stehe ich ziemlich alleine), denn der Film setzte auf Action und Spannung. Von dem Kultstatus des erstes ist er zwar auch weit entfernt, aber wenigstens wurde er keine Lachparade wie Teil 3.

Als ich gesehen hatte, wie der SkyMarshal plötzlich angefangen hat zu trällern, da wusste ich, das der Rest des Filmes das nicht mehr reinholen konnte.

 

Fazit:

Schade um das Geld. Der Film kommt nicht an seinen mittelmäßigen Vorgänger heran, und an das Original, der inzwischen Kultstatus hat schon lange nicht.

2 von 5 Punkte

 

by Thomas Raube

 

 

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