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Kinokritik Sin City

 

In Sin City geht es um… Gewalt, Verbrechen, Mord, Leichen verstümmeln, Lebende verstümmeln, Leichen verschwinden lassen, Monster und ein bisschen Sex. Damit wäre dieser ziemlich coole Film fast in seiner Gänze beschrieben.

Ich habe Sin City Ende März in San Diego, USA gesehen, ohne dass ich nur eine Ahnung hatte, was mich erwarten würde. Der Film ist in schwarz/weiß und nur einige, für den jeweiligen Charakter besonders emotionale Dinge sind farbig. Der Streifen besteht aus drei Handlungen, die praktisch unabhängig von einander spielen, jedoch das düstere Bild der Sin City gemeinsam tragen. Schon die Anfangsszene ist geil! Ein offenbar verliebter Josh Hartnet tritt auf einen Balkon und schwärmt seiner Geliebten allerlei poetische Metaphern vor. Doch dann, während des Kusses erschießt er sie plötzlich.

 

Der Bulle Hardigan, gespielt von Bruce Willis ist einem Kinderschänder, dessen Vater der Polizeipräsident, auf der Spur, der ein kleines Mädchen, Nancy, in seiner Gewalt hält. Mit einer Schießerei gelingt ihm, sie zu befreien, doch wird dabei von seinem Partner, der offenbar die Seiten gewechselt, hat schwer verletzt. „A young girl lives, an old man dies. Fair trade!“ Das sind seine vermeintlich letzten Worte und er ist bereit zu sterben. Auffällig ist, dass das Blut, welches hier in Massen strömt weiß ist, was selbst bei den schwarz/weiß-Aufnahmen sehr abstrakt und unwirklich wirkt. Anstatt aber zu sterben, wird Hardigan ins Gefängnis gesteckt. Offenbar hat der Kinderschänder Kontakte bis ganz nach oben, so dass er ihn für mehrere Jahre hinter Gitter halten kann. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt ist Nancy, die ihm regelmäßig schreibt. Doch um ihre Identität zu schützen, denn sie war der einzige Zeuge des Verbrechens, schreiben sie sich sehr abstrakt, so dass niemand auf Nancy schließen konnte. Doch eines Tages, nach zehn Jahren, bleiben die Briefe aus und stattdessen bekommt Hardigan einen Finger zu gesandt. Er begreift, dass Nancy in Gefahr ist und setzt alles daran, eine Begnadigung zu erhalten. Für ihn beginnt eine gefährliche Odyssee auf der Suche nach Nancy.

 

Ein weiterer Plot handelt von Marv, den Boliden, der sich in eine Nutte, Goldie, verliebt. Doch nach einer heißen Liebesnacht wacht Marv auf und Goldie ist tot. Natürlich steht auch schon die Polizei vor der Tür doch Marv denkt gar nicht daran, sich festnehmen zu lassen und flieht. Er sucht Goldies Mörder und erhält dabei Unterstützung von seiner Bewährungshelferin. Als diese gekidnappt wird, kommt Marv dem Mörder auf die Schliche. Sein Hass auf ihn vergrößert sich, als er sieht, dass er seiner Bewährungshelferin eine Hand abgeschnitten hat. „He made me watch!!!“, erklärte sie dann Marv. Doch der Mörder, gespielt von Elija Wood, ist äußerst geschickt im Umgang mit seinen überlangen Fingernägeln und schneidet jeden in Streifen, der ihm an den Kragen will. Doch endlich gelingt es Marv, ihn zu fesseln und bringt ihn grausam um. Er schneidet ihm Arme und Beine ab und fesselte ihn an einen Baum, so dass die Wölfe den Rest erledigten.

 

Kritik: Sin City ist ein düsterer, cooler Actionthriller. Der Regisseur schreckte vor keiner noch so grausamen Art zu sterben zurück und scheute auch nicht, die Szenen im Detail zu zeigen. Beispielsweise: Hardigan fängt den Teufel, der Nancy kidnappte. In einer Scheune nimmt er ihn sich vor „So, I took away his weapons,“ und schlägt ihm die Pistole aus der Hand, „both of them.“ Und greift ihm in den Schritt und zieht ihm das Gehänge heraus.

Genial ist auch das Spiel mit den „Farb“tönen. Statt einfach nur schwarz/weiß zu drehen, färbten die Produzenten einige Charaktere farbig. Auch das Blut, wovon es reichlich in dem Film gibt, ist es nie so, wie man es erwarten würde. Meist ist es milchweiß doch einmal war es sogar rot, je nachdem, wie die Dramatik es verlangte.

Der Filmcrew gelang es das düstere Bild dieser gesetzlosen von Korruption beherrschten Stadt, die ihren Ursprung in einer alten Comicreihe hat, überzeugend auf die Leinwand zu bringen. Dem Zuschauer wird grandioses Popcorn-Kino ohne tieferen Sinn geboten, so dass man einen netten Kinoabend mit Bier und Freunden verbringen kann.

 

Bewerkung: Ein Augenschmaus waren auch die weiblichen Rollen.

 

Fazit: Sehr sehenswert und im Kino gucken!

 

Text by Tom Erdmann

 

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