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Kinokritik „Resident Evil - Afterlife“
Ganz ehrlich, ich hätte nicht erwartet, das nach Teil 3 noch eine Fortsetzung kommt. Teil 1 und 2 waren ziemlich gut, doch der dritte war dann leider nicht mehr als simples Zombiegeschlachte ohne größere Handlung. Teil 4 macht in etwa da weiter, wo aufgehört wurde. Die Zombies haben sich überall auf der Erde ausgebreitet, und Alice setzt zum Racheakt gegen die Umbrella Corp an.
Plot: Vier Jahre ist es her, dass der von der Umbrella Corporation entwickelte T-Virus erstmals einen Menschen in einen Untoten verwandelt hat. Seitdem wurde praktisch die gesamte Menschheit infiziert, die Metropolen liegen fast vollständig in Schutt und Asche. Nur die Mitglieder der Umbrella Corporation haben sich in unterirdischen Forschungsstationen verschanzt, wo sie weiter ihren menschenverachtenden Experimenten nachgehen. Mit Hilfe einer ganzen Schar von Klonen ihrer selbst gelingt es Alice (Milla Jovovich), ein Umbrella-Zentrum in Japan zu zerstören. Allerdings wird ihr dabei ein Serum gespritzt, das sie ihrer übermenschlichen Kräfte beraubt. Fortan muss sie sich wie ein ganz normaler Überlebender durchschlagen. Als sie über Funk von einem Ort erfährt, an dem es keine Infizierten und genügend zu Essen geben soll, fliegt sie in Richtung Alaska, um das geheimnisvolle Refugium Arcadia aufzuspüren...
Kritik: Das Regisseur Paul W.S. Anderson (hat die Alien vs Predator Filme gemacht) sich nocheinmal an Resident Evil heranwagt, ist erstaunlich, war doch schon der Vorgänger nicht mehr dass, was der Zuschauer wollte. Entsprechend blieben die Sitze im Kino leer. Nun hatte er dank James Cameron und seiner für Avatar erfundenen neuen 3D Kamera ein neues Spielzeug gefunden, die “Afterlife“ zumindestens einen kleinen Überlebensgarant liefert. In der Tat ist RE- Afterlife der erste Film nach Avatar, der mit dieser 3D Technik hergestellt wurde. Alle anderen haben ihre Filme nur nachträglich auf 3d konvertiert. Schaut man sich die ersten 15 Minuten an, muss man sagen, das es sich gelohnt hat. Im Feuergefecht der Alice Klone gegen die Schergen der Umbrella Corp sitzt man als Zuschauer schon das eine oder andere Mal da, und duckt sich unweigerlich, wenn einen ganze Magazine von großkalibrigen Waffen um die Ohren sausen. Leider muss man sagen, dass eben nach diesen 15 Minuten der Film quasi zu ende ist, jedenfalls wenn es um die 3d Technik geht. Aber auch Storytechnisch geht es ab da nicht voran, und es schadet nicht das Kino zu verlassen und für die letzten zehn Minuten wiederzukommen.
Das große Problem: Welcher Zombie hat das Drehbuch aufgefressen? Leider versagt der Film storytechnisch total. Das ultracoole Ende des vorherigen Teils, indem Alice unzählige ihrer Klone aus der Umbrella Anlage befreit wird innerhalb der ersten fünfzehn Minuten einfach weggewaschen. Nicht nur, das alle ihre Klone bei der Stürmung der japanischen Umbrella Einrichtung draufgehen, nein sie verliert auch ihre Superfähigkeiten, fast so als hätte einfach jemand auf den Reset-Knopf gedrückt.
Gerade im letzten Drittel, wenn die Handlung doch noch auf Sinn getrimmt werden soll, wirkt es oft so, als hätte sich Autor Paul W.S. Anderson endgültig in seinem eigenen Filmuniversum verloren - ganz ähnlich wie Larry und Andy Wachowski, als sie die pseudophilosophischen Drehbücher zu „The Matrix Reloaded" und „The Matrix Revolutions" verbrochen haben. Alles, was hier in den finalen 25 Minuten passiert, mutet unglaublich bedeutend an, nur interessiert es den Zuschauer leider schon seit einer ganzen Weile nicht mehr.
Milla Jovovich („Das fünfte Element", „Ultraviolet") ist sexy und beweglich wie eh und je, und macht ihre Rolle wieder alle Ehre. Der Milla Bonus ist also wieder gegeben.
Fazit: Die ersten 15 Minuten und die letzten sind dank der 3D Technik durchaus sehenswert, aber eben leider nicht die Kinokarte (12 Euro) wert. Zuviele Ploteigenschaften liegen dem Zuschauer auf dem Magen, so dass man selbst als Trash und Zombie Fan irgendwann gelangweilt zur Uhr schaut. Eine Fortsetzung wird nach dem Ende auf jeden Fall noch kommen, es bleibt zu hoffen, dass man dann ein paar Dollar mehr in den Drehbuchautoren investiert. Schade um die Filmreihe. Resident Evil kann man jetzt nur noch als unterster Trash ansehen. Nicht fürs Kino geeignet! 2 von 5 Punkten.
Text by Thomas Raube
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