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Kinokritik „Reise zum Mittelpunkt der Erde“
Jules Verne gilt durch seine Werke der SciFi und Abenteuer Literatur als einer der Mitbegründer der modernen Fantastik wie wir es heute kennen. Er nahm wichtigen Erfindungen wie das Reisen im Weltall, U-Boote, Handys oder Satelliten seiner Zeit voraus, und wurde dafür milde belächelt. Heute gilt Verne als rehabilitiert, da sich doch die meisten seiner literarischen Voraussagen erfüllt haben. Neben Isaac Asimov, Arthur C. Clarke und Philip K. Dick gehört er nun zu den Gründerväter der Generationsübergreifenden Science Fiction. 2009, also über 100 Jahre nach seinem Tod wird eines seiner Klassiker neu verfilmt. „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ kommt diesmal als familientaugliches Abenteuer mit Brandan Fraser in der Hauptrolle.
Plot: Der Bostoner Vulkanologe Trevor Anderson (Brendan Fraser) soll ein paar Tage auf seinen 13-jährigen Neffen Sean aufpassen. Doch beim Durchstöbern der Sachen seines vor zehn Jahren verschollenen Bruders Max stößt Trevor auf eine spezielle Ausgabe von Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Diese ist mit verschlüsselten Notizen versehen, die darauf hindeuten, dass Max an die Echtheit von Vernes Beschreibungen glaubte und womöglich sogar auf dessen Pfaden wandelte. Trevor und Sean machen sich auf den Weg nach Island, wo Professor Lidenbrock, der Held des Romans, leben soll. Doch der ist längst verstorben, stattdessen treffen Trevor und sein Neffe auf Lidenbrocks Tochter Hannah (Anita Briem). Die erfahrene Bergführerin geleitet das Duo zu einem Vulkankegel. Dort zwingt ein elektromagnetischer Sturm die Gruppe, Unterschlupf zu suchen. Dabei werden die drei verschüttet und von der Außenwelt abgeschnitten. Es bleibt nur die Flucht durch stillgelegte Minengänge, die sie immer tiefer hinab ins Erdinnere führen. Und plötzlich sehen sie sich mit seltsamen Parallelen zu Vernes Buch Reise zum Mittelpunkt der Erde konfrontiert. Basiert es auf waren Begebenheiten? Wenn ja, dann könnte auch Trevors verschollener Bruder diesen Hinweisen gefolgt sein…
Kritik: „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wurde komplett in 3D gedreht, was an einigen Stellen sicherlich interessant anzuschauen sein wird. Die Achterbahnfahrt mit der Bergbaulore, oder der Angriff des T-Rex dürften in der dritten Dimension so einigen Zuschauern dem Atem verschlagen haben. Leider kam ich nur dazu, ihn mir im Standard 2D anzuschauen, was dem Kinospaß jedoch nichts nehmen sollte. Zugegebenermaßen muss man sagen, das dem ganzen Film eine gewisse Naivität anlastet, aber was will man von einem Familien-Abenteuerfilm erwartet? Trevor ist der typische Egg-Head Wissenschaftler, der sich eher für Mineralienformationen als für die Rundungen einer Frau interessiert, sein Neffe der gelangweilte, später jedoch abenteuerlustige Bezug für die jüngere Gesellschaft, und Bergführerin Hanah ist das Eye-Candy für den männlichen Kinogänger. Damit sind die Rollen klar definiert, und nur selten schaffen es die Schauspieler aus diesen auszubrechen.
Der Film ist ein sehr freies Sequel und keine direkte Adaption von Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“. Professor Lidenbrock, der Protagonist von Vernes Roman, wird nur als Verbindungspunkt genutzt und spielt in dieser neuen Version keine Rolle. Stattdessen rückt seine Tochter Hannah an seine Stelle. Dazu wird aus dem Deutschen Otto Lidenbrock in der Hollywood-Fassung ein Isländer, da dieser mehr nordische Exotik als ein tumber Germane ausstrahlt.
„Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist unterhaltsames Popcorn-Kino ohne großen Tiefgang. Geeignet für die ganze Familie, insbesondere der jüngeren Generation. Die 3D Effekte, die mir leider entgangen sind, werden sicherlich ihr übriges tun, aus dem Film eine kleines Highlight für Zwischendurch zu machen. 4 von 5 Punkte
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