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Kinokritik

"Planet 51"
 

 

Außerirdische, die auf der Erde landen kennen wir aus so allerhand SciFi Filmen, mal gut mal, schlecht. Mal friedlich, mal feindlich.

Doch bisher hat sich noch niemand darum gekümmert, was passieren würde, wenn ein Mensch auf einen anderen Planeten landen würde, und dort als Schreckgespenst gelten würde.

Nun, der Animations-Film „Planet 51“ dreht sich darum.

 

Plot:

In der menschenleeren Wüste Nevadas lagert die amerikanische Regierung abgestürzte Raumschiffteile und deren tote Besatzungsmitglieder. Soweit die allseits bekannte Verschwörungstheorie über die Area 51. Aber was muss dann erst auf Planet 51 los sein? Dort soll Astronaut Chuck Baker (Stimme: Dwayne „The Rock“ Johnson) nämlich eine Fahne hissen – und platzt völlig verschreckt in eine außerirdische Grillparty. Die in einem lattenzaunweißen Städtchen lebenden Aliens sind mindestens ebenso verängstigt wie Chuck und glauben, eine Invasion stehe bevor. Nicht zuletzt durch die äußerst populäre Kino-Serie „Human-anics“, in der fremde Wesen versuchen Planet 51 zu überfallen.

Als die Armee der grünen Männchen schließlich schwere Geschütze auffährt, um den bösen Alien zu fangen ist einzig der jugendliche Lem mutig genug, dem menschlichen Besucher zu helfen…

 

Der erste Blick auf „Planet 51“ ist äußerst verlockend. Die an die nostalgisch-verklemmten Fünfziger erinnernde Alienstadt wird völlig von klassisch-außerirdischen Formen dominiert. Kreisrunde Autos schweben über dem Boden, die Behausungen haben bullaugenartige Fenster und Türen, die Mattscheiben sind rund, aus der Vogelperspektive erinnert die Stadtstruktur an Kornkreise und die Dächer sind optisch an fliegende Untertassen angelehnt. Dazu wird das außerirdische Leben mit grell leuchtendem Essen und Miniatur-Aliens als Haustieren äußerst verspielt angereichert.

 

Allerdings ist das Detailverliebte Design-Pulver schnell verschossen. Das Regisseurgespann beschränkt sich bereits nach wenigen Minuten auf ein Spiel mit runden Formen. Ansonsten plündern die Spanier munter die Filme anderer Animationsstudios. Der Steine sammelnder Roboter ‚Rover’ könnte glatt ein Verwandter von Wall-E sein, die Militärbasis im Finale befindet sich in der Cars-Wüste, und die grünen Männchen erinnern frappierend an den miesepetrigen Oger Shrek.

 

Sicherlich kann man einer kleineren Animationsproduktion visuelle Schwächen noch verzeihen, jedoch ist „Planet 51“ auch inhaltlich ziemlich belanglos. Natürlich ist es ein wunderbarer Einfall, das Invasionsszenario aus der umgekehrten Perspektive zu erzählen. Abgesehen von diesem cleveren Schachzug tritt die von Handlung ideenlos auf der Stelle. Während die Zombie-Hommage Shaun Of The Dead vor Details überbrodelt und mit den Genreversatzstücken munter jonglierte, hält sich die Außerirdischen-Parodie viel zu sklavisch an das Schema alter B-Science-Fiction-Filme und gipfelt in einer langweiligen Actionhatz.

 

Das Todesurteil für den Film ist jedoch die unzulängliche Figurenzeichnung. Während die Pixar-Studios selbst einem grantigen CGI-Rentner Tiefe und nachvollziehbare Gefühle entlocken (Oben), sind die Bewohner von „Planet 51“ seelenlose Körperhüllen. Lem ist unsterblich in Neera (Jessica Biel) verliebt und muss sich mit einem Hippiekonkurrenten herumplagen. Szenen, die diese Zuneigung glaubhaft unterstreichen, bleiben aber völlig aus. Noch oberflächlicher ist Astronaut Chuck Baker gezeichnet. Er ist ein Schaumschläger, der unvorbereitet in das Abenteuer hineinschliddert. Weitere Charakteristika gibt es nicht. Nie wird der Versuch unternommen, die Figuren zu etwas Besonderem machen, so dass sie dem Zuschauer ans Herz wachsen könnten.

 

Fazit:

Sicher, man kann sich den Film mal anschauen. Er hat ein paar lustige Szenen, auch wenn diese leider fast völlig am Anfang herausgeschossen werden, so dass am Ende nicht mehr genug übrig bleibt. Story und Charaktere sind leider sehr platt, so das gegen Mitte eher Langeweile aufkommt. Was jedoch gelungen ist, sind die beiden Quasi-Hunde: Rover und der Alien-Hund. Aber wie oben schon beschrieben, ist Rover nicht mehr als ein Wall-E Klon.

2 von 5 Punkte

 

by Thunderchild

 

 

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