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Kinokritik
"Percy Jackson - Diebe
im Olymp"
(Percy Jackson & the
Olympians: The Lightning Thief)
Schon lange suchte man auf dem Gebiet der Fantasy einen neuen Platzhirsch, der künftig die Reihen von Harry Potter ersetzen könne. Denn 2011 erscheint der letzte Teil, und alle anderen Fantasy-Epen wie „Eragon“, „Der goldene Kompass“, oder „Tintenherz“ sind an der Kinokasse gnadenlos gescheitert. Nach all diesen Fehlschlägen zeigt sich die 20th Century Fox nun ganz gewitzt und hat sich für „Percy Jackson – Diebe im Olymp“, der auf dem ersten von fünf Percy-Jackson-Bestsellern aus der Feder von Rick Riordian beruht, kurzerhand den Regisseur der Konkurrenz geschnappt: Chris Columbus, der Mann hinter Harry Potter und der Stein der Weisen und Harry Potter und die Kammer des Schreckens, hat ein Fantasy-Spektakel inszeniert, das zwar viele Stationen des Romans zu Gunsten einer flotten Dramaturgie einfach weglässt, dafür aber auch ausgesprochen kurzweilig daherkommt.
Plot: Percy Jackson ist ein ganz normaler Schüler mit ADS (Hyperaktivität) und einer Leseschwäche. Das dachte er zumindest immer. Diese Einschätzung ändert sich jedoch schlagartig, als sich seine Mathelehrerin Mrs. Dodds vor seinen Augen in eine leibhaftige Furie verwandelt und hinterrücks über ihn herfällt. Percy ist in Wahrheit der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Nachdem Zeus sein Herrscherblitz gestohlen wurde, gilt Percy plötzlich als Hauptverdächtiger. Deshalb ist es nun an Percy, seine Unschuld zu beweisen. Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Satyr Grover und der Athene-Tochter Annabeth, die er beide in einem Trainingscamp für Halbgötter kennengelernt hat, reist er quer durch die Vereinigten Staaten und bis in Hades‘ Unterwelt, um den wahren Schuldigen ausfindig zu mache. Denn, wenn er Zeus Blitz nicht vor der Sommersonnenwende finden sollte, würde es zu einem Krieg zwischen den Göttern kommen, bei dem auch die Erde drunter leiden würde.
Kritik: An Tempo fehlt es dem Film ganz sicher nicht. Chris Columbus inszeniert das Fantasy-Märchen sehr flott, so dass eigentlich selten Langeweile aufkommt. Und das ist es doch was zählt. Leider muss man sagen, das darunter die Handlung sehr leidet. Die Story kommt eindeutig zu kurz, denn man weiß nicht, wieso plötzlich alle hinter Percy hinterher sind. Okay, er soll Zeus Herscherblitz gestohlen haben. Ja gut, aber wie kommt alle Welt darauf? Nie wird irgendwie geklärt, warum ausgerechnet Percy in den Verdacht gerät. Antwort mit vier Buchstaben: Isso!
Weiter geht es mit der Nebenhandlung. Um seine Mutter zu befreien will Percy in Hades Reich. Dessen Ehefrau Persephone hat überall auf der Welt magische Perlen für ihre Liebhaber versteckt, womit man reisen kann, wohin man will. Beinahe die gesamte Handlung dreht sich nun um das auffinden der drei Perlen, um in die Unterwelt zu kommen. Das Aufspüren des wahren Diebes gerät völlig in Vergessenheit, genauso wie der aufkeimende Krieg zwischen den Göttern. Hier hat man einfach die Nebenhandlung zur Haupthandlung erhoben, und kurz vor Ende des Films ist man sich dies bewusst geworden, und versucht noch krampfhaft das wieder gutzumachen. Aber gut, in heutigen Zeiten wo No-Brainer wie „Transformers“ tatsächlich Erfolge feiern können, hat sicher auch ein Percy Jackson einen Platz.
Auch wenn sich „Percy Jackson“ nicht wie „Harry Potter“ mit der Zauberei, sondern mit der griechischen Mythologie beschäftigt, ist das Personal doch ähnlich. Im Mittelpunkt steht ein Teenager, der plötzlich aus seinem bisherigen Leben herausgerissen und in eine Heldenrolle hineingepresst wird, mit der er fortan irgendwie klarkommen muss. Logan Lerman, der sich mit Nebelrollen in „Todeszug nach Yuma“ und „Gamer“ schon erste Hollywood-Sporen verdient hat und kürzlich sogar als Nachfolger von Tobey Maguire für den angekündigten Spider-Man-Reboot gehandelt wurde, leistet gute Arbeit und sieht zudem um einiges besser aus als Daniel Radcliffe, so dass einem Siegeszug bei der (weiblichen) Zielgruppe eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte.
An Lermans Seite stehen der für die Oneliner zuständige Comedian Brandon T. Jackson als Satyr Rover und die das Publikum mit ihren stechenden blauen Augen für sich einnehmende Newcomerin Alexandra Daddario als furchtlose Schwertschwingerin Annabeth Chase. Gemeinsam nimmt es das Trio – von einer vielköpfigen Hydra über ein Rudel Höllenhunde bis zur Medusa (Uma Thurman, Pulp Fiction) mit ihrem Schlangenhaar - mit allerlei in der griechischen Mythologie verankerten Monstern auf.
Fazit: Als Leckerbissen zwischendurch ist „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ ein gern gesehener Film. Zwar lässt die Charakterzeichnung und die Story zu wünschen übrig, aber das macht die schnelle actionreiche Erzählweise wieder wett. Dank der drei gutaufgelegten Hauptdarsteller und einer abwechslungsreichen Kontrahenten-Schaar entpuppt sich die Bestseller-Verfilmung als kurzweiliger Spaß. Fortsetzung nicht ausgeschlossen… 3 von 5 Punkten (mit Tendenz nach oben)
by Thunderchild
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