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Kinokritik

"Pathology"
 

Der für mich bis dato unbekannte Film „Pathology“ kam vor kurzem in deutsche Gefilde geschwappt, und laut des Namens wurde ich stark an den deutschen Film „Anatomie“ erinnert, der gar nicht mal so schlecht war. Als ich zudem noch mitbekam, das Milo Ventimiglia (Peter Petrelli in „Heroes“) die Hauptrolle spielt, hab ich ihn mir mal angeschaut.

 

Plot:

Ted Grey (Milo Ventimiglia) hat es geschafft. In Harvard war der junge Pathologe der Klassenbeste, und nun wartet eine Assistentenstelle in einem der wichtigsten Lehrkrankenhäuser der Vereinigten Staaten auf ihn. Dafür muss er sich zwar zeitweilig von seiner ebenso schönen wie reichen Verlobten Gwen Williamson (Alyssa Milano) trennen, aber diesen relativ kleinen Preis zahlt er gerne. Schließlich stehen ihm nach seiner Lehrzeit unter der Führung des berühmten Pathologen Dr. Quentin Morris (John de Lancie) alle Türen offen. Und so hat er gleich vom ersten Tag an nur ein Ziel vor Augen: Er will seinem neuen Lehrer um jeden Preis beweisen, dass er der Beste ist. Dass er dafür Morris’ Starschüler, den charismatischen Dr. Jake Gallo, vor den Kopf stoßen muss, stört ihn wenig. Greys maßloser Ehrgeiz und seine durch nichts zu erschütternde Selbstsicherheit sind es dann auch, die ihn in Gallos Augen interessant machen. Nach und nach zieht Gallo ihn in seinen Zirkel hinein. Wie die psychotische Juliette Bath, der hitzige Griffin Cavenaugh und die lesbische Chatherine Ivy wird auch Grey zum Komplizen eines perfiden Spiels, in dem jeder danach trachtet, den perfekten, nicht nachweisbaren Mord zu begehen.

Anfangs findet er noch gefallen an den Spielen, besonders da er eine Affäre mit Juliette beginnt, aber als er aussteigen und seine Verlobte endlich heiraten will, gerät die Sache aus den Fugen…

 

Kritik:

Es kann kein Zufall sein, dass die beiden Drehbuchautoren ihren moralisch durch und durch verkommenen Anti-Helden ausgerechnet Ted Grey genannt haben. Die Anspielung auf die ziemlich neurotische, aber absolut liebenswerte Meredith Grey in der Serie „Grey’s Anatomy“ ist eigentlich viel zu offensichtlich. Doch Ted ist, genau wie seine neu gewonnenen Freunde das genaue Gegenteil eines Halbgottes in Weiß. Die Hauptaussage des Filmes lautet: „Wenn es keine Regeln gäbe, und man mit allem durchkommen würde, würden wir jeden töten, der uns begegnet.“

Der zynische Thriller ist nicht nur eine bitterböse Abrechnung mit allen amerikanischen Arztserien. Er bricht auch mit so ziemlich allen moralischen und ethischen Tabus.

Der Film ist nie wirklich bekannt geworden, dennoch spielen einige bekannte Genre Größen mit. Milo Ventimiglia als Ted Grey hat seinen Schauspieldurchbruch mit der Serie Gilmore Girls geschafft, in der er eine Zeitlang Rorys Freund Jazz gespielt hat. Richtig bekannt wurde er jedoch erst durch den Fantasy-Hit „Heroes“, in der er die Hauptfigur spielt.

Als Greys Freundin sehen wir Alyssa Milano wieder. Liebreizend wie immer, jedoch in einer Nebenrolle zur Passivität verdammt. Milano spielte als Kind neben Arnold Schwarzenegger im Actionfilm „Phantom Kommando“, in der Comedy-Serie „Wer ist hier der Boss“ oder in der sehr erfolgreichen Mystery Serie „Charmed – Zauberhafte Hexen“.

Der dritte bekannte Name ist John DeLancie. Star Trek Fans am besten bekannt als Wesen „Q“. DeLancie ist ein alter Hase im SciFi Geschäft und hatte auch wiederkehrende Rollen in „Andromeda“ oder „Stargate SG-1“.

 

Von dem Augenblick an, in dem Grey zum Komplizen von Gallo und seiner Clique wird, in dem er sich darauf einlässt, mit den anderen um die Wette zu morden, lassen die Drehbuchautoren Neveldine und Taylor sämtliche Hemmungen fahren. Was wie ein typischer Thriller begann, entwickelt sich zu einem dekadenten Bilderbogen in der Kunst des Mordens und Sezierens. Mord als ultimatives Aphrodisiakum. Grey fühlt sich als gottgleicher Herr über Leben und Tod. Mit einmal ist alles Rausch für ihn; und so beginnt er schon bald eine wilde Affäre mit Gallos Gespielin Juliette Bath. Wie Sex und Mord, Eros und Thanatos in „Pathology“ zusammenfließen, wie sie eins werden, ist zumindest für einen amerikanischen Kinofilm geradezu außergewöhnlich.

Wenn der Film bis zur Mitte gut zu überzeugen vermag, verliert er ab dann jedoch den roten Faden. Irgendwie scheint es, als würden plötzlich die Bilder nicht mehr passen, und alles folgt Schlag auf Schlag.

 

Fazit:

Als bitterböser Gegenentwurf zu amerikanischen Arztserien hat „Pathology“ ohne Frage seinen Reiz, und auch als dekadente Studie in der „schönen Kunst des Mordens“ kann er über weite Strecken überzeugen. Jedoch zum Ende hin verliert der Film seinen erzählerischen Faden, und passt nicht mehr zu stimmigen Anfang.

Der Film ist somit ein mittelprächtiges Ergebnis geworden, welches man sich mal anschauen kann, aber nicht zu viel erwarten sollte.

3 von 5 Punkte.

 

by Thunderchild

 

 

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