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Kinokritik Mystic River
In East Buckingham, einem Arbeiterviertel in Boston, spielen Jimmy Markum (SEAN PENN), Dave Boyle (TIM ROBBINS) und Sean Devine (KEVIN BACON), wie unzählige Male zuvor, auf der Straße Hockey. Durch einen dummen Zufall wird Dave entführt und bleibt für vier Tage verschwunden. Danach ist nichts mehr so, wie es zuvor einmal war. Der Junge wurde mehrere Male sexuell missbraucht. 19 Jahre später treffen sie, jetzt alle drei Familienväter mit Schicksälen, durch einen tragischen Zwischenfall wieder zusammen. Jimmy’s Tochter wird Opfer eines offenbar sinnlosen Mordes. Vieles deutet auf Dave als Täter hin: Er kommt nachts um drei blut verschmiert nach Hause und verstrickt sich bezüglich seiner Verletzungen in ein Gestrüpp aus Lügen. Die unbewältigte Vergangenheit bedroht seine Ehe - er fragt sich, ob es überhaupt eine Zukunft für ihn gibt. Sean, der zur inzwischen Bostoner Polizei gehört, ermittelt in dem Fall. Doch Jimmy glaubt nicht an die Fähigkeiten der Polizei und setzt seine eigenen Leute auf den Fall an. Alle Ermittlungen fördern immer neue unheilvolle Einzelheiten zu Tage, und langsam fügen sich die Teile des Puzzles zur Chronik des Unglücks zusammen Was anfangs als offenbar überschaubarer und einfacher Fall begann, entwickelt sich als ein hoch kompliziertes Gemisch aus Bandenkriminalität, verdrängter Angst, Wut, Entschlossenheit, tiefer Trauer etc. Der Fall wird zwar gelöst, doch endet der Film mit allem anderem als einem Happy End.
Das Kino verlässt man still nachdenklich mit einem bitteren Geschmack im Mund. Nach und nach wird einem klar, dass es kein befriedigendes und einfaches Ende des Filmes geben würde, die Story nicht so verlaufen würde, wie man dachte. Dem Zuschauer werden wunderbare Schauspieler geboten, keine überbezahlten mittelmäßigen Hollywood-Größen. Bemerkenswert ist auch die Rolle des Laurence Fishburne als Whitey Powers (ok, einen bekloppteren Namen hätte man kaum wählen können), einem Kollegen von Sean, der manchmal etwas ruppig aber dennoch zielstrebig wirkte. Tim Robbins hat seinen Oscar als bester Nebendarsteller wohlverdient. Und wäre „Herr der Ringe nicht gewesen, hätten sicherlich noch einige mehr eine Trophäe mit nach Hause nehmen können.
„Mystic River“ ist ein Film, der ohne aufwendige Special Effects oder sonstigen rasante Kamerafahrten à la John Whoo auskommt. Der Film lebt von seinen hervorragenden Schauspielern, seine grandiosen Musik, seinen wundervollen Kameraeffekten und natürlich seiner ausgeklügelten Story.
Nach dem 11. September hieß es, das nichts mehr so sein werde wir vorher. Das sollte auch für Hollywood gelten. Ich fragte mich zweieinhalb Jahre lang, wann sich das auf endlich merklich in seinen Filmen niederschlagen würde. Mit „Mystic River“ war das Warten vorbei. Soviel Tiefgang, düstere Seiten der menschlichen Psyche, und sogar soviel Pessimismus hatte man in einem amerikanischen Kinofilm schon lange nicht mehr. Der Regisseur Clint Eastwood hat einfach alles richtig gemacht.
Fazit: Definitiv sehenswert, aber kein David-Film.
By Tom Erdmann |
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