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Kinokritik Krieg der Welten (War of the Worlds)
Plot: Ray Ferrier (Tom Cruise) ist ein einfacher Arbeiter im Hafen von New York. Er ist in der Gewerkschaft organisiert, doch das ist wohl das einzige was in seinem Leben mit Organisation zu tun hat. Er lebt von seiner Frau getrennt, die in einem noblem Vorort mit ihrem neuen Mann und ihren Kindern lebt.
Als er mal wieder zu spät von der Arbeit kommt um seine beiden Kinder in Empfang nimmt, die seine Frau ihm übers Wochenende bringt, reagiert diese resignierend sauer. Man bekommt einen Eindruck von Ferriers Haus neben dem Highway. Seine Frau findet im Kühlschrank lediglich abgelaufene Milch und trockenes Brot vor und fragt, was sie das Wochenende über essen wollen. Nach einem abgewürgtem Streit lässt sie ihn mit den Kindern allein um zu ihrer Mutter nach Boston zu fahren. Es wird deutlich, dass die Beziehung zwischen Ray und seinen Kindern auch nicht sehr herzlich ist. Insbesondere zu seinem Sohn hat er ein angespanntes Verhältnis. Ferrier steht voll auf die New York Yankees und sein Sohn trägt provokativ Baseball Caps der Bostoner Mannschaft und nennt ihn auch niemals Dad, sondern lediglich Ray. Die Tochter Rachel (Dakota Fanning), die einstweilen etwas neunmalklug daher kommt, hält ihn offenbar auch für einen Versager.
Nachdem er mit seinem Sohn ein paar Bälle geworfen hat, legt er sich aufs Ohr um sich von seiner Nachtschicht auszuschlafen. Als er aufwacht bemerkt er, dass sein Sohn mit seinem Auto abgehauen ist. Plötzlich beginnt ein höllisches Gewitter, doch es ziehen sich lediglich die Wolken zusammen und es blitzt überall ohne zu donnern. Rachel bekommt es mit der Angst zu tun und verkriecht sich. Ray beobachtet, wie der Blitze mehrmals in derselben Stelle einschlagen und verkriecht sich ebenfalls. Als das Gewitter vorbei ist, ist im ganzen Haus der Strom ausgefallen. Er geht nach draußen um seinen Sohn zu suchen. Der steht schon vor der Tür und erzählt, dass der Wagen auf einmal nicht mehr fuhr. Er soll zurück ins Haus gehen, während Ferrier seinen Wagen sucht. Er geht durch die Straßen und bemerkt, dass alle Autos ausgefallen sind. Als er an eine Kreuzung kommt, stehen dort viele Leute um ein vom Blitz geschlagenes Loch. Ein Passant sagt, dass der Blitz dort über 30 Mal einschlug. Plötzlich beginnt die Erde zu beben und der Boden reißt auf. Der ganze Straßenzug wird um mehrere Meter verschoben. Menschen rennen panisch durch die Gegend. Ein metallenes Ding steigt aus dem Loch empor und baut sich zu einem turmhohen dreibeinigem Gefährt auf. Nach wenigen Sekunden schießt es in die staunende Menge und pulverisiert mehrere Passanten. Die Leute fliehen doch viele werden ebenfalls getötet. Völlig verstört und mit der Asche der Getöteten bedeckt erreicht er sein Haus. Hastig befiehlt er seinen Kindern schnellstmöglich Lebensmittel einzupacken und sofort mit ihm das Haus zu verlassen.
Von einem Freund klaut er ein Auto und flüchtet aus dem nun nahezu zerstörten Stadtteil. Die Nacht verbringen sie im Keller des Hauses seiner Frau, nur um des Nächtens knapp einem weiteren Angriff zu entkommen. Als er am Morgen aufwacht sieht er das Ausmaß der Zerstörung: Die gesamte Gegend ist in Schutt und Asche gelegt und ein Flugzeug ist abgestürzt. Er trifft ein Reporterteam, die ihm ihre Aufnahmen zeigen. Ray ist überrascht zu hören, dass noch mehr dieser Dinger existieren. Auf den Videobändern ist zu sehen dass in den Blitzen seltsame Knäuel sind, die in den Boden eindringen. Die Reporterin meint, dass „sie“ damit in diese Dinger gelangt sind. Ray begreift den Ernst der Lage macht sich erneut mit seinen Kindern auf den Weg um den Hudson River in Richtung Boston zu überqueren. Unterwegs treffen sie National Gardisten und aufgebrachte Menschen. Als sie an einem Fährhafen ankommen, wird ihnen vom panischen Mob das Auto unter dem Hintern abgezogen. Die Situation spitzt sich zu, als drei weitere Dinger auftauchen und eine Fähre angreifen, die den Fluss überqueren soll. Wieder werden mehrere Menschen getötet und die Lage wird immer aussichtsloser.
Kritik: Krieg der Welten ist ein spannender und actionreicher mitreißender Hollywoodfilm. Die Story ist wirklich simpel gestrickt und wirkt an manchen Stellen etwas übertrieben. Rachel ist eine besserwisserische Göre, sein Sohn ist ein rebellischer Postpubertärer und Ray ein überforderter Vater, der sich nie wirklich mit seiner Rolle angefreundet hat. Allerdings ist es den Machern gut gelungen die Spannung auf einem fast unerträglich hohen Niveau zu halten; für manche Zuschauer 90 Minuten Stress pur - unterbrochen von einigen ruhigeren Stellen. Die Gefahr ist allgegenwärtig zu spüren und wirkt nie aufgesetzt. Gut gefiel mir auch die seltsame Anonymität der Angreifer. Eigentlich sieht man nur ständig die Dinger; die eigentlichen Aliens sieht man in nur zwei Szenen. Sehr realistisch und packend waren die panischen Menschenmassen. Sie hatten alles verloren und sind zu allem entschlossen und schrecken auch nicht vor Waffengewalt zurück um Ray den Wagen abzunehmen; notfalls auch mit seiner Tochter darin. Die Ausweglosigkeit ist sehr gut dargestellt und als Zuschauer hat man nicht wirklich den Glauben, dass der Film ein Happy End haben wird. Wer das Original kennt, wird wissen, wie der Film ausgeht.
Lieblingsdialog: Ray und seine Kinder fliehen von zu Hause und um sie herum werden die Menschen eingeäschert. Sohn: „Sind das die Terroristen!?“ Ray: „Nein, die kommen von viel weiter her!“ Sohn: „Woher? Aus Europa?“
Fazit: Super spannender Film, der wohl nur in einem guten großen Kino wirklich gut wirkt. DVD-Gucker werden enttäuscht sein.
Text by Tom Erdmann
“Niemand hätte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts daran gedacht, dass unsere Welt beobachtet würde; dass intelligente Wesen, größer als die menschlichen und doch ebenso sterblich, uns bei unserem täglichen Tun fast ebenso intensiv belauschen und erforschen könnten, wie jemand mit dem Mikroskop jene kurzlebige Lebewesen erforscht, die in einem Wassertropfen ihr Wesen treiben und sich darin vermehren. Mit einem unendlichen Behagen schlenderte die Menschheit mit ihren kleinen Sorgen kreuz und quer auf dem Erdball umher, in gelassenem Vertrauen auf ihre Herrschaft über die Materie. Niemand dachte daran, dass von anderen Planeten Gefahren für die Menschheit herrühren könnten. Aber jenseits des gähnend leeren Weltraums blickten Geister, uns so überlegen wie wir den Tieren, mit neidischen Augen auf unsere Erde. Bedächtig und sicher schmiedeten sie ihre Pläne gegen uns.“ H.G. Wells
Am Anfang aller Weltenkriege stand der Roman von H.G. Wells „War of the Worlds“, das neben „The Time Maschine“ wohl bekannteste Werk des Autors. Es erschien 1898 und erzählte vom Angriff der Marsianer und ihrer riesigen, dreibeinigen Kampfmaschinen in Großbritannien, um von dort aus die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Das irdische Militär ist den außerirdischen Invasoren hoffnungslos unterlegen; am Ende sind es die kleinsten Bewohner unserer Erde, die den Aliens den Gar ausmachen. Das Buch gilt als Satire auf die Kolonialpolitik des Empire, indem es die Rollen der benachbarten, nach Bodenschätzen gierenden Erobern und der technisch weit unterlegenden, hilflosen Opfer vertauscht. Ein bissiger Seitenhieb ist sicher auch, die Art, wie die Menschheit schließlich gerettet wurde. Die wohl berühmteste Ausstrahlung der Geschichte wurde 1938 als Hörspiel vom Sender CBS ausgestrahlt, wobei die Handlung über weite Teile in Form einer fiktiven Reportage aufgezogen wurde, die aus zahlreichen Sondermeldungen bestehend scheinbar live von der Landung der Marsianer nahe Grovers Mill, New Jersey berichtete. Anschließenden Zeitungsberichten zufolge sollen unzählige der schätzungsweise sechs Millionen Hörer diesen Erstkontakt und den darauf folgenden Angriff der Aliens für bare Münze genommen haben. Überall im Gebiet von New Jersey und New York kam es zu Panikreaktionen, und die Berichterstattung über diese Vorfälle machte die Sendung in den nächsten Tagen weltberühmt.
Kurzkritik von Thomas Raube: War of the Worlds hätte kaum enttäuschender Ausfallen können. Schlechter Spannungsablauf, unreine Logik und insgesamt recht Langweilig. Wäre der Film nicht mit ein paar hochkarätigen Schauspielern besetzt (Tom Cruise, Dakota Fanning) dann hätte ihn sich wohl kaum einer angeschaut. Fazit: Definitiv ein riesen Flop 2 von 5 Punkten
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