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KINOKRITIK „King Kong“
Hintergrundinfo: Zu „King Kong“ hat Regisseur Peter Jackson ein besonderes Verhältnis. Im Alter von neun Jahren fasste der Neuseeländer den Entschluss, Filmemacher zu werden – nachdem er Merian C. Coopers und Ernest B. Schoedsacks Ur-Version aus dem Jahr 1933 gesehen hatte. Drei „Herr der Ringe“-Filme, drei Oscars und enormen Weltruhm später schließt sich jetzt der Kreis. Mit dem bisher größten Budget der Geschichte – allein mit den 32 Millionen Dollar, die Jackson das Ur-Budget überzog, hätte Quentin Tarantino vier Mal Pulp Fiction drehen können – führt er das fort, was 1996 noch gescheitert war. Vor „Herr der Ringe“ unternahm der Regisseur bereits einen Versuch, „King Kong“ auf die Leinwand zu stemmen, doch der artverwandte „Mein großer Freund Joe“ (mit Charlize Theron und Bill Paxton) floppte. Das Studio bekam kalte Füße, „King Kong“ lag auf Eis – bis der sensationelle Erfolg Jacksons durch HDR alle Türen öffnete. Bereits in der Postproduktion zu Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs arbeitete das Team an „Kong“. Das Wagnis eines Klassiker-Remakes hält sich in diesem speziellen Fall in überschaubaren Grenzen. Inhaltlich und technisch sind die Filme überhaupt nicht mehr vergleichbar. Von vielen als Genre-Highlight gepriesen, kommt die 33er Version von „King Kong“ bei ehrlicher Betrachtung tricktechnisch nicht über den Status eines ruckeligen Marionettentheaters hinaus, setzte aber dennoch zu ihrer Zeit Maßstäbe. Die Stimmung trug des weiteren zum Mythos des Films bei. Mit alledem hat Jacksons brachiales Filmstück optisch nichts mehr zu tun. Aus den 100 Minuten der Ur-Version, an die sich der Filmemacher inhaltlich eng anlehnt, wurden in der aktuellen Neufassung satte 187 Minuten.
Regie: Peter Jackson Drehbuch: Frances Walsh, Peter Jackson, Philippa Boyens Schauspieler: Naomi Watts (The Ring I+II, Mulholland Drive, Tank Girl) Jack Black (School of Rock, High Fidelity, Schwer Verliebt) Adrien Brody (Der Pianist, The Village) Thomas Kretschmann (Der Untergang, U-571, Immortal) Colin Hanks (Sohn von Tom Hanks, Roswell) Andy Serkis (HdR)
Plot: New York, 1933, zur Zeit der großen Depression: Der fanatische und gerissene Filmproduzent Carl Denham (Jack Black) steht mit dem Rücken zur Wand. Die Investoren seines neuen Films sind von dem gedrehten Rohmaterial alles andere als begeistert, wollen ihn feuern und gar verklagen. Das Schlitzohr Denham denkt schneller und ergreift lieber die Flucht. Er hat einen kühnen Plan, will sein Werk unbedingt zu Ende bringen. Dafür riskiert er Kopf und Kragen. Denham heuert Captain Englehorn (Thomas Kretschmann) und dessen Team an, um ihn nach Singapur zu bringen – so sagt der Produzent jedenfalls. Der wahre Zielort ist die Sagen umwobene Insel Skull Island – dem Mythos nach eine von der Zivilisation unentdeckte Insel. Dort will Denham filmen und spektakuläre Bilder einfangen. Da seine Hauptdarstellerin die Gefahr nicht eingehen möchte und aussteigt, engagiert er auf der Straße die arbeitslos gewordene Varieté-Künstlerin Ann Darrow (Naomi Watts) und verspricht ihr die große Chance ihres Lebens. Mit Mühe und Not kann Denham seinen Geldgebern, die die Polizei im Schlepptau haben, entkommen und ins große Ungewisse aufbrechen. Mit einiger List bringt er seinen Starautor Jack Driscoll (Adrien Brody) dazu, nicht von Bord zu gehen, so dass dieser sein Drehbuch während der Fahrt beenden kann. Nach sechswöchiger Reise erreicht das Team tatsächlich Skull Island, doch von Paradies kann keine Rede sein. Der Empfang der eingeborenen Wilden (Jackson inszeniert sie wie Orks) ist wenig herzlich. Zwei Crewmitglieder werden bei einem Angriff erschlagen – nur mit Waffengewalt können sich Denham, Englehorn und das Team den Horden erwehren. Die Inselbewohner schlagen jedoch zurück und entführen Ann, um sie als Opfergabe für den Herren des Eilands darzubringen: King Kong. Dieser monströse Riesengorilla lebt hinter einer gigantischen Mauer, die Denhams Leute durchbrechen müssen, um Ann zu retten. Nachdem sich der Aufenthalt hinter der Mauer als ein wenig gefährlicher herausstellt, als gedacht, und zudem noch die Kamera und die Filmrollen verloren gehen, beschließt man, um alle Verluste nicht umsonst gewesen zu sein, Kong als Attraktion mitzunehmen. Gesagt, getan, der Riesenaffe wird nach New York überführt, doch dort bricht er aus, und macht sich auf die Suche nach Ann Darrow, liefert sich schließlich ein Duell mit Doppeldeckern auf dem Empire State Building.
Kritik von Master: Auf die Story brauche ich bestimmt nicht weiter einzugehen, sie müsste den meisten hinreichend bekannt sein. Na und wenn nicht, dann eines vorweg um eventuelle Spannungen zu nehmen: Der Affe stirbt am Ende! (was mir jedoch zum Glück in meiner Kinoversion vorenthalten wurde)
Ich habe mir diesen cineastischen Müll in einem Kino ganz in meiner Nähe anschauen müssen; meine Begeisterung hielt sich schon lange vorher in Grenzen, ganz minimalen Grenzen, und ich wurde in dieser Hinsicht nicht im Geringsten enttäuscht. Effekte topp, Film Flop. Was gibt es da noch weiter zu sagen. Eine schlechtere schauspielerische Darbietung sah ich nie und auch die Nebenhandlung um die Hauptstory voranzutreiben war … he, halt, dieser Film besaß ja überhaupt keinerlei Handlung. Zudem muss ich noch meinem Ärger Luft machen, ob es wohl jemals möglich sein könnte, das Peter Jackson einen Film drehen würde, dessen Spielzeit sich deutlich unter 3 Stunden bewegen möchte. Dieser Film kommt ganz klar in die Abteilung, in der bereits Klamotten wie „Angriff der Killertomaten“, „Herrschaft des Feuers“ und „Triple XXX“ ruhen.
Also bitte, nicht anschauen gehen und auch für die DVD nachher kein Geld ausgeben, glaubt mir, als alten Filmhasen, der schon so ziemlich alles gesehen hat; das ist es nicht wert. Unkenrufe diesem Schinken von auf Zelluloid gebanntem und tatsächlich einem menschlichen Hirn entsprungenem Klumpatsch hinterher rufend, verabschiede ich mich mit den Worten: „ Das nenn ich ne unheimliche Begegnung…“
Kritik von Thunderchild Da ich mit David zusammen in jenem eingangs erwähnten Kino war, werde ich auch meine Meinung dazu noch einmal kundtun: King Kong wurde ja nun in sämtlichen Zeitschriften und News-Mags über den grünen Klee gelobt, das es schon weh tat, doch was sich Peter Jackson dabei gedacht hat weiß ich auch nicht. Erstens ist der Film etwa zwei Stunden zu lang, zweitens ist die Story (wenn man genau drauf achtet, erkennt man Ansätze davon) wirklich Müll, und drittens waren die schauspielerischen Qualitäten der Darsteller unter aller Kanone. Wenn man dabei bedenkt, das dies der derzeit teuerste Film war, und damit Titanic überholt hat, fragt man sich manchmal, wo denn bitte schön diese 207 Millionen Dollar geblieben sind. Ich halte daher Peter Jackson für überbewertet, nicht nur was King Kong, sondern auch was Lord of the Rings betrifft. Meiner Meinung nach sollte er sich auf die beiden qualitativ besseren Teile seiner HDR Trilogie (2+3) ausruhen und zukünftig ein wenig tiefer stapeln. Hat der Film eigentlich auch etwas Gutes? Ja, hat er! Wenn man die ersten anderthalb Stunden des nervenden Vor-Plots überlebt hat, wird es tatsächlich einmal kurz spannend. Der Überlebenskampf der Film-Crew und Kong’s gegen die Dinosaurier und sonstigen Ekelkreaturen die dort herumkriechen und ein Opfer nach dem andern fordern waren nett anzusehen, aber leider flachen eben jene guten Szenen bereits nach fünfzehn Minuten wieder ab, und man muss sich durch den Rest des Film, (der dann immer noch eine gute Stunde lang geht) wieder durchquälen. Mein Fazit daher: Wer King Kong gerne sehen möchte, dem empfehle ich das 80er Remake. Die Effekte sind zwar im Gegensatz zu heute etwas veraltet, doch dort hatte man noch mit dem Affen mitfühlen können. Jacksons King Kong ist eigentlich nur mit einem Wort zu beschreiben: Schrott!!
2 von 5 Punkten
Text by Master und Thunderchild
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