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Kinokritik
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
19 Jahre ist es jetzt her, seit der letzte Indiana Jones Teil in die Kinos gekommen ist, wobei die Frage durchaus erlaubt ist, ob eine Fortsetzung wirklich nötig war. Ob nun die zweite Star Wars Trilogie, Rambo, Rocky oder Stirb Langsam, scheinbar jeder große Kinoerfolg der letzten zwanzig Jahre muss neu aufgewärmt werden. Nun ist Indiana Jones 4 am Start, mit einem sichtlich gealterter Harrison Ford an der Peitsche.
Plot: Nevada, 1957: Archäologe und Uni-Professor Indiana Jones und sein Kumpel Mac (Ray Winstone) stecken in der Klemme. Das Duo ist von wenig zimperlichen sowjetischen Agenten unter Leitung der skrupellosen Irina Spalko gekidnappt worden. Indy soll in einer abgelegenen Lagerhalle eine geheimnisvolle Kiste identifizieren. In der hochmagnetischen Box befindet sich ein Außerirdischer, der 1947 in Roswell abgestürzt ist. Dumm für Indy, dass Mac die Seiten gewechselt hat und als Doppelagent arbeitet – doch dem geübten Peitschenschwinger gelingt einmal mehr eine spektakuläre Flucht. Die Gefahr ist jedoch noch längst nicht gebannt: Indy verirrt sich auf ein US-Militärgelände, wo er mit Mühe einen Atomtest überlebt. Vom FBI kritisch beäugt, hat Indy genug von den USA und will erst einmal nach Europa reisen, wird aber von dem jungen Rebellen Mutt Williams aufgehalten, der eine mysteriöse Karte des in Peru verschollenen Professors Oxley in seinem Besitz hat. Die beiden machen sich auf nach Akator in den peruanischen Urwald, wo sie bald auf Mutts Mutter treffen: Marion Williams, gebürtige Ravenwood. (bekannt aus dem ersten Teil) Gemeinsam machen sie sich auf, das Königreich des Kristallschädels zu finden, ständig die Sowjets im Rücken…
Kritik: Wer sich in der Gerüchteküche von Hollywoods Traumfabrik öfters mal umgehört hat, der weiß, das eine Fortsetzung der Indiana Jones Trilogie schon seit längerem im Gespräch war. Aber erst jetzt konnte Harrison Ford Regisseur Steven Spielberg und Produzent George Lucas wieder an einen Tisch bringen.
Ausgesprochen gut geglückt sind die ironischen Bezüge zu den früheren Filmen - der Humor hat seinen festen Platz in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, ohne allerdings an die fast schon grenzwertige Heiterkeit von „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ heran zu gelangen.
Was mir persönlich gefehlt hat, waren einige Hintergrundinfos, die man sicher problemlos hätte unterbringen können. So zum Beispiel weiß man fast über die Hälfte des Films gar nicht, was eigentlich gesucht wird, und das führt dazu, das die ganze Geschichte erlahmt. Zudem hätte man mehr Anspielungen auf Indys Affäre mit Marion Williams machen müssen. Sicher, im Film erfährt man, das die beiden mal eine Beziehung hatten, aber nur als Indiana Jones Insider weiß man, das diese Marion Williams die gleiche aus dem ersten Teil ist.
Es gibt auch einige Grenzwertige Szenen, bei denen ich nicht wusste, ob ich darüber lachen, oder doch besser den Kopf schütteln sollte. Die eine ist zweifelsohne die Szene in der Indy sich in einem bleiernen Kühlschrank vor einer Atombomben-Explosion versteckt. Die zweite ist die – insgesamt eigentlich gelungene – Verfolgungsjagd im Dschungel. Das Degengefecht auf dem fahrenden Autos war ja noch okay, aber als Mutt sich Tarzan-like von Liane zu Liane schwingt, um die Autokarawane einzuholen war ich schon dabei mich zu fragen, was sich dieser Drehbuchautor dabei gedacht hat.
Fazit: Indiana Jones 4 war sicherlich nicht nötig, aber er macht Spaß, zumindest für den Moment. Ob er deswegen zu den ganz großen gezählt werden muss, würde ich nicht sagen, denn er entwickelt sich über einen einfachen Abenteuer-Film nicht hinaus.
Text by Thomas Raube
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