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Kinokritik „Hostel 2“
Ohne den ersten Teil zu kennen kam ich in den „Genuss“ mir Hostel 2 anzuschauen, einen Film aus der Sparte „Terrorfilm“. Aber bevor ich hier schon meine Meinung darüber verprasse, zuvor noch die Handlung:
Plot: Die drei jungen Amerikanerinnen Beth, Lorna und Whitney, die gemeinsam in Rom Kunst studieren, planen zur Entspannung einen Wochenendtrip nach Prag. Doch noch im Zug werden sie von einer Bekannten, der wunderhübschen Axelle, dazu überredet, stattdessen doch lieber ein exotisches Spa in der Slowakei zu besuchen. In Bratislava angekommen, finden die drei Unterschlupf in einer beschaulichen kleinen Jugendherberge (Hostel), die sich jedoch schon bald als wahre Todesfabrik entpuppt, in der sich privilegierte Perverse ihre abartigsten Killer-Träume erfüllen können... Der amerikanische Geschäftsmann und Hobbyprolet Todd hat für seinen besten Freund, den etwas zurückhaltenden Stuart, in diesem Jahr ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk in petto. Er hat für Stuart und sich zwei jugendliche Amerikanerinnen ersteigert, die in einer Jugendherberge in der Slowakei nur darauf warten, von den beiden genüsslich zerstückelt zu werden...
Kritik: Hostel 2 hat eigentlich wenig zu bieten, schon gar keine Unterhaltung. Zwar versucht er sich in der ersten Dreiviertelstunde noch mit einigen kritischen politischen Anspielungen und bitterer Ironie über Wasser zu halten, aber genau wie die Story insgesamt verlaufen sich auch diese Ansätze mit Beginn der Foltersessions im Sande. Plötzlich bestimmen nur noch eimerweise Blut und erhebliche dramaturgische Längen den Gesamteindruck. Positiv kann man sagen, das der Film dahingehend „Interessant“ ist, da nicht nur die Perspektive der Opfer beleuchtet wurde, sondern auch der Klienten des Hostels. In vielen Momenten wird so die Bigotterie und Verlogenheit der amerikanischen, auf Saubermann machenden Gesellschaft oftmals stimmig angeprangert. Vor allem die Sequenz, in denen man zahlreichen wohlhabenden Männern und Frauen, vom fürsorglichen Familienvater bis hin zum notgeilen Opa, dabei zusieht, wie sie parallel zu alltäglichen Beschäftigungen an ihren Handys um das Leben eines jungen Mädchens mitbieten. Doch dann nimmt die erste explizite Gewaltszene die Leinwand in Beschlag. Lorna hängt kopfüber gefesselt über einer ausladenden, weiß gekachelten Wanne, während ihr eine nackte Schönheit mit einer Sichel die Kehle durchtrennt, um sich anschließend in dem herausspritzenden Jungfrauenblut zu suhlen.
Zudem gibt es in „Hostel 2“ eine Szene - und zwar jene, an der scheinbar auch die FSK den größten Anstoß genommen hat und somit den Stempel „keine Altersfreigabe“ draufdrückten - welche das Maß einer einfachen Geschmacklosigkeit klar überschreitet: „Elite Hunting“-Boss Sasha steht vor einer Gruppe 8-10-jähriger Gangmitglieder, die sich in einer Reihe aufgestellt haben. Langsam fährt er mit dem Lauf seiner Pistole an den Köpfen der Kinder vorüber. Als er fertig ist, hält er einen Finger hoch, um der Gang anzuzeigen, dass er einen von ihnen als Strafe verlangt. Die Kinder schuppsen ganz natürlich einen aus ihrer Truppe nach vorne, der von Sasha sofort exekutiert wird. Anschließend ziehen alle ohne mit der Wimper zu zucken von dannen, für die Kids ist Mord und Totschlag das Normalste auf der Welt. Was die Szene zu bedeuten hatte, vermag ich nicht zu sagen, sie wirkte irgendwie reingequetscht, ohne Sinn zu machen.
Fazit: „Hostel 2“ ist Torture-Porn in Reinkultur - seine Spannung zieht er einzig und allein aus der „Hoffnung“ des Publikums auf die nächste, noch härtere Gore-Szenarie. Da einige Szenen dabei die Grenze zwischen einer einfachen Geschmacklosigkeit purer Abartigkeit klar überschreiten, kann man dem über weite Strecken langweilenden „Hostel 2“ das Prädikat „Unterhaltungsfilm“ so kaum mehr verleihen. Wem schon eine Handvoll ultraharter Szenen das Eintrittsgeld wert sind, oder wer den Kinobesuch auch gerne mal als Mutprobe betrachtet, mag einen Blick riskieren. Wer hingegen einen unterhaltsamen Horrorabend verbringen will, sollte sich anderweitig umschauen.
By Thomas Raube
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