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Kinokritik Ghost Rider

 

Diesen Monat sah es mit guten Filmen nicht allzu gut aus, wie schon „Snakes on a Plane“ bewies. Ohne euch die Spannung nehmen zu wollen, aber auch „Ghost Rider“ ist ein dümmlicher Film zu dem das Schlagwort das ich im Netz dazu gelesen hat Super passt: No-Brainer

 

Plot:

Um seinem krebskranken Vater Barton das Leben zu retten, geht der junge Draufgänger Johnny Blaze einen unheilvollen Pakt mit Mephistopheles (Peter Fonda), dem Teufel höchstselbst, ein und verkauft ihm seine Seele, nur um am nächsten Tag seinen geheilten Vater bei einem Motorradcrash zu verlieren. Jahre später: Johnny (Nicolas Cage) hat sein altes Leben – und seine Jugendliebe Roxanne – längst hinter sich gelassen und verdient sein Geld als waghalsiger Motorrad-Stuntfahrer. Unfähig zu sterben, ist ihm dabei kein Stunt gefährlich genug. Als Blackheart, der Sohn des Teufels, auf der Suche nach dem Vertrag von San Verganza, der ihm die Kontrolle über 1000 böse Seelen gewähren würde, die Welt der Menschen unsicher macht, fordert Mephistopheles von Johnny seine Schuld ein. Johnny wird zum Ghost Rider, dem Kopfgeldjäger des Teufels, der des Nachts als feuriger Rider auf seinem Hellcycle Jagd auf Dämonen und Sünder macht. Der Deal: Wenn es Johnny gelingt, Blackheart zurück in die Hölle zu schicken, erhält er seine Seele zurück. Unterstützung erhält er dabei vom Caretaker einem früheren Reiter, der dem Rider mit Rat und Tat zur Seite steht…

 

Kritik:

In den 70er Jahren feierten Comics mit Horror-Elementen und mystisch-religiösen Versatzstücken große Erfolge. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung des Ghost Riders. Zunächst hatte dieser von Mike Friedrich und David Ploog geschaffene Charakter wiederkehrende Auftritte in den populären Sammelbändern Marvel Spotlights, bis er dann (zunächst) von 1973 bis 1983 eine eigene Comic-Serie bekam. Ein Relaunch erfolgte von 1990 bis 1998, allerdings wurde hier Johnny Blaze durch Daniel Ketch als Rider abgelöst. Soviel zur allgemeinen Historie. Charakteristisch für die Rider-Comics war seit jeher die Kombination aus Horror- und Western-Elementen.

Ich hab die Comics zwar nie zu Gesicht bekommen, aber ich bezweifle, das das Ergebnis, was wir im Film letztendlich zu sehen bekommen haben, den Comics entspricht. Der Plot ist lahm, der Soundtrack so was von uninspirierend, und die Schauspieler...

Nicolas Cage ist meiner Meinung nach ein SEHR guter Schauspieler. Hier verkauft er sich jedoch weit unter Wert. Cage, der eigentlich Coppola mit Nachnamen heißt, und als Künstlernamen nur Cage von einer Comicfigur annahm, ist bekennender Comic Fan, der sogar ein Ghostrider Tatoo besitzt, das im Film jedoch überschminkt werden musste. Also war es für ihn eine große Ehre, die Rolle des Jonny Blaze zu übernehmen. Cage lebt seine Comic-Passion offen aus. So hat er seinen zweiten Sohn tatsächlich Kal-El genannt (nach den Superman-Comics) und seinem 15-jährigen Sohn Weston dabei geholfen, sein eigenes Comic mit dem Titel „Enigma“ beim US-Label Virgin zu veröffentlichen. Leider, so muss man sagen ist Cage inzwischen in die Jahre gekommen, und wirkt einfach schon zu alt für diese Rolle. Und das schadet dem Film.

 

Einen ziemlich durchwachsenden Eindruck hinterlassen auch die Spezialeffekte. Während die Dämonen und das übrige Gesocks entfernt an Constantine erinnern und durchweg als grundsolide, ehrliche Arbeit zu bezeichnen sind, so kann sich der Rider selbst dieses Prädikat nicht verdienen. Wer sich beim Anblick dessen Schädels ein wenig an Großmutters Porzellansammlung erinnert fühlt, dürfte mit diesem Eindruck nicht ganz alleine da stehen. Der Rider wirkt zu glatt, trotz der lodernden Flammen nicht diabolisch genug und ist gemessen am Stand des technisch Möglichen auf dem Stand von vor zehn Jahren. Für eine Produktion mit einem Budget von 120 Millionen Dollar schlicht nicht ausreichend. Da kann auch das Argument des bewussten Stilmittels nicht herangezogen werden. Vor allem, da die Macher an anderer Stelle bewiesen haben, dass sie es besser können.

Ebenfalls grenzwertig ist die Dramaturgie von „Ghost Rider“. Es müssen nicht immer die epischen Materialschlachten der X- und Spider-Männer sein. Aber dass der gute Rider mit seinen Widersachern derart kurzen Prozess macht (mitunter nur wenige Sekunden und der Dämon ist hin), ist der Sache dann auch nicht förderlich. Zumal es bei genauerer Betrachtung im Film lediglich vier echte Kämpfe gibt. Da hätte es dann ruhig ein wenig mehr sein dürfen. Darüber hinaus ist das Drehbuch teils unheimlich dumm. In einer Szene bricht Johnny aus dem Gefängnis aus (und mischt dabei nicht nur das halbe Polizeirevier auf), aber seine Wohnung bleibt nach wie vor das Haus der offenen Tür für alles und jeden.

 

Das Folgende macht den Film zwar nicht unbedingt besser, ist jedoch charmant und bringt Punkte in der B-Note: Dass der alte Easy Rider-Haudegen Peter Fonda den Teufel in „Ghost Rider“ gibt, ist ein netter Gag am Rande. Und dass das Hellcycle obendrein ein modernes Replikat von Fondas Motorrad in eben jenem „Easy Rider“ ist, darf ebenfalls als gelungene Hommage bezeichnet werden. Aber nennen wir das Kind beim Namen: „Ghost Rider“ ist dumpf, hohl und ohne Atmosphäre, der sich auf eine Stufe mit „Snakes on the U-Boot äh,... Plane“ stellen kann/muss.

 

Text by Thomas Raube

 

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