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Kinokritik „Eragon“
Gleich zu Anfang muss ich sagen, auch wenn ich ein Viel-Leser bin, dass mir das Buch (oder die Buchreihe) Eragon bisher nicht untergekommen ist. Von daher kann ich lediglich den Film bewerten, ich habe keine Ahnung, in wie weit dieser der Vorlage gerecht wird.
Plot: Der 17-jährige Bauernjunge Eragon (Ed Speleers) findet bei der Jagd ein geheimnisvolles blaues Ei, aus dem schon bald ein süßes Drachenjunges schlüpft. Sofort sendet der böse König Galbatorix (John Malkovich), dessen Macht sich darauf stützt, dass er selbst der Reiter des letzten lebenden Drachen ist, seine finsteren Schergen aus, um Eragon und damit auch seinen Drachen Saphira (Stimme: Rachel Weisz, Nena) zu töten. Doch der Anschlag schlägt fehl, Eragon kann gemeinsam mit dem geheimnisvollen Geschichtenerzähler Brom (Jeremy Irons) fliehen. Schnell stellt sich heraus, dass Brom selbst einer der einst zahlreichen Reiter war und die einzige Chance für das Land Alagaeisia nun darin besteht, dass Eragon als erster Drachenreiter seit langer Zeit den Bewohnern endlich ihre Hoffnung wiedergibt. Um dies zu schaffen, muss das Trio zum gut versteckten Hauptquartier der Varden gelangen, von wo aus der Widerstand gegen den König organisiert werden soll. Doch kurz bevor das Rebellenlager erreicht ist, wird Eragon von Visionen geplagt, in denen ihn die eingekerkerte Elfen-Prinzessin Arya (Sienna Guillory) um seine Hilfe bittet. Auch wenn Brom sich lieber auf ihr eigentliches Ziel konzentrieren würde, lässt sich Eragon nicht von einem Abstecher zur Festung des todbringenden Schatten Durza (Robert Carlyle) abbringen, um dort die mächtige Verbündete zu befreien…
Kritik: Der Film ist fern davon perfekt zu sein, und schnell kommt ein Vergleich zu „Herr der Ringe“ auf. Eine Light-Version von HdR. Die Handlung selbst raste geradezu durch die Abschnitte, und man muss höllisch aufpassen, nicht etwas wichtiges zu verpassen. Gerade die Verwandlung von Saphira kommt etwas überraschend. Erst war da noch das kleine Drachenbaby, dann fliegt sie mal kurz um den Block, und schon steht da ein ausgewachsenes Riesenviech. Beeindruckend empfand ich aber die Hintergrundgeschichte um den Autor der Eragon Bücher. Christopher Paolinis war gerade erst 15, ein Genreverrückter, der sich nach Herzenslust bei seinen großen Vorbildern bedient hat.
Beim Sehen des Films fühlt es sich beinahe so an, als hätten die Drehbuchautoren Peter Buchman, Lawrence Konner, Mark Rosenthal und Jesse Wigutow (ganze vier Autoren, um die ungezügelten Visionen eines Jugendlichen auf Hollywood-Niveau zurechtzustutzen!) vorab nur jede zwanzigste Seite des Romans überhaupt zu Gesicht bekommen.
Ed Speleers, der vor seiner Rolle als Eragon lediglich in Schultheater-Aufführungen Erfahrungen sammeln konnte, wird mit seinen strahlend blauen Augen und seinen gestylten blonden Haaren wohl vor allem den weiblichen Teil des Teenie-Publikums im Sturm erobern.
Lobend hervorheben muss man allerdings auch die restlichen Schauspieler, die redlich bemüht sind die Charaktere mit Leben zu füllen. Positiv ist die zeitweise überzeugende Animation des Drachen Saphira. Leider wird gerade dieser in einer der ersten Flugszenen so enorm verheizt, dass man sich computertechnisch in die 80er Jahre zurückversetzt fühlt - zum Glück fängt sich das Special Effects Team dann im Laufe des Films. Saphira ist ansonsten gut gelungen. Man verpasste ihr ein neues Design, als die Drachen die man bisher kannte. Sie war jetzt eine Art Mischung aus Echse und Vogel. Besonders die Flügel sehen so edler aus. Auch sehr gut ist die Stimme, im deutschen mit Nena besetzt, sehr gut gewählt. Eragon ist ein Film, den man sicherlich nicht gesehen haben muss. Einzig und allein der enorme Hype (ausgelöst durch das clevere Marketing) wird also die Kinosäle füllen und dem Streifen einen Platz in den Charts bescheren.
Fazit: „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ scheint im Buchform tatsächlich besser zu sein. Der Film wirkt Lückenhaft, und daher ist es oft nur schwer zu ertragen, durch die Geschehnisse geworfen zu werden. Andererseits muss man auch sagen, das man hier nicht den gleichen Fehler gemacht hat, wie beim ersten Teil von Herr der Ringe. Hätte man die über 700 Seiten wortwörtlich verfilmt, so wäre ich wohl genauso eingeschlafen wie beim Langweilerfilm HdR 1. So ist der Film ganz nett, wenn auch nicht herausragend. Warten wir den nächsten Teil ab. 3 von 5 Punkte
Text by Thomas Raube
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