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Kinokritik - Der Sternwanderer

 

Für mich völlig überraschend kam im Kino „Der Sternwanderer“, so eine Art modernes Märchen. Etwas abgeschreckt wurde ich vom englischen Titel Stardust – Sternenstaub -, handelte ja auch „Der goldene Kompass“ ständig um irgendeinen mystischen Staub (nebenbei bemerkt, ein grottenschlechter Film).

Völlig ohne Vorkenntnisse oder Erwartungen sollte ich positiv überrascht werden.

 

„Sind wir Menschen, weil wir zu den Sternen aufschauen, oder schauen wir zu den Sternen auf, weil wir Menschen sind.“

 

Mit diesem wunderschönen Zitat beginnt das wohl romantischste und bezauberndste Filmmärchen des Kinojahres. Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller des britischen Fantasyautors Neil Gaiman bringt Regisseur Matthew Vaughn eine traumhafte Liebesgeschichte mit hochkarätiger Besetzung – darunter Michelle Pfeiffer, Sienna Miller, Claire Danes, Rupert Everett, Peter O’Toole und Robert de Niro – an den Start. Liebevoll erzählt und mit spannenden Figuren ausgestattet, weckt „Der Sternwanderer“ das innere Kind in jedem von uns und zaubert ihm ein Lächeln ins Gesicht. Genau das Richtige für jeden der gerne träumt und sich verzaubern lassen möchte.

 

Plot:

Um das Herz seiner angebeteten Victoria zu gewinnen, verspricht ihr der junge Tristan Thorne eine auf die Erde gefallene Sternschnuppe zu finden und ihr zum Geschenk zu machen. Doch um den Stern zu finden muss Tristan die verwunschene Steinmauer, die seine kleine englische Heimatstadt Wall der Legende nach von dem fantastischen Königreich Stormhold trennt, überwinden. Seit Jahrhunderten bewachen die Dorfbewohner dieses Tor zu einer anderen Welt ohne zu wissen, was sich wirklich auf der anderen Seite der Mauer befindet. Doch nicht nur Tristan ist hinter dem Stern her. Auch die böse Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) und Prinz Septimus von Stormhold machen sich auf die Suche nach dem gefallenen Himmelskörper, denn das Herz eines strahlenden Sterns verleiht Unsterblichkeit. Zu Tristans Überraschung ist der Stern aber nicht ein Stück schnödes Gestein, sondern eine wunderschöne junge Frau namens Yvaine (Claire Danes). Zusammen mit ihr macht sich Tristan auf den langen und gefährlichen Weg zurück nach England, um Victoria seine Liebe zu beweisen. Doch Stormhold ist voller Geheimnisse, die Tristan mehr betreffen, als er denkt...

 

Kritik:

Mit seinen Büchern hat Neil Gaiman bereits ein Millionenpublikum gefesselt. Die fantastischen Geschichten von Hexen, Piraten und fremden Parallelwelten verschafften dem Autor, der auch im Comic- und Drehbuchgeschäft tätig ist, eine große und treue Fangemeinde. Fast zehn Jahre nach der Veröffentlichung von „Sternwanderer“ hat es die Geschichte nun endlich auf die große Leinwand geschafft. Die liebevolle Inszenierung verwandelt der zwei Stunden Film in ein wahrhaft unvergessliches Kinoerlebnis. Wunderbare Kostüme, fantasievolle Sets und ein sehr abwechslungsreich gestaltetes Drehbuch zeichnen das Werk von Regisseur Matthew Vaughn aus. Der Regieneuling – „Der Sternwanderer“ ist nach dem Gangster-Thriller Layer Cake erst sein zweiter Film – und Ehemann von Supermodel Claudia Schiffer schafft es, den Zuschauer von Beginn an in seine magisch-mystische Märchenwelt mitzureißen. Dabei bleibt er stets nah an der Romanvorlage und zeichnet die Figuren mit großer Sorgfalt nach. So bietet die Geschichte für jeden etwas: Liebe, Action, Komik – der bunte Mix bezaubert ab der ersten Minute.

 

Besonders sehenswert machen den Film auch die charismatische Darsteller-Elite, die Vaughn für sein Werk begeistern konnte. Neben Jungschauspielern wie Charlie Cox und Claire Danes (Romeo und Julia) steht auch das Who is Who Hollywoods vor der Kamera: Michelle Pfeiffer, Robert De Niro, Peter O‘ Toole und Rupert Everett geben sich die Klinke in die Hand und verleihen dem Film das gewisse Etwas. Auch wenn Charlie Cox als junger Held Tristan und Claire Danes als strahlender Stern Yvaine ihre Sache gut machen, sind es doch die grandios besetzen Nebenrollen, die den Film besonders auszeichnen. Zwanzig Jahre nach „Die Hexen von Eastwick“ streift sich Michelle Pfeiffer abermals das Hexengewand über und versteht es einmal mehr, darin zu glänzen. Selbst die kleinsten Nebenrollen sind mit Stars wie Oscar-Preisträger Peter O‘ Toole als König von Stormhold oder Rupert Everett als dessen Sohn Secundus herausragend besetzt. Auch Sienna Miller, die bereits für Vaughns ersten Film „Layer Cake“ vor der Kamera stand, ist als Tristans angebetet Victoria wieder mit von der Partie. Der unangefochtene Star und prickelndes Highlight des Films bleibt aber Robert De Niro als tuntiger Luftpirat Captain Shakespeare. Der nach außen hin fiese Schurke verheimlicht der Öffentlichkeit und seiner Mannschaft seinen weichen Kern und seine Vorliebe für hübsche Frauenkleider. Der zweifache Oscar-Gewinner und der für harte Rollen wie Der Pate, Taxi Driver und Heat berühmte Star wächst hier über sich selbst hinaus. Auch wer sonst nichts mit Märchen- und Fantasygeschichten am Hut hat, sollte sich schon allein wegen De Niro einen Kinobesuch in „Der Sternwanderer“ erlauben.

 

Mit den Kinoreihen „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“ und „Die Chroniken von Narnia“ sowie „Der Goldene Kompass“ liefert Hollywood momentan Fantasyfilme am laufenden Band. Doch „Der Sternwanderer“ ist mehr als nur ein durchschnittliches Heldenabenteuer wie es die eben erwähnten Beispiele sind, sondern stellt außer Frage eines der besten Fantasymärchen überhaupt dar. Ein Film für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, der die Augen nach dem Kinobesuch mit den Sternen um die Wette strahlen lässt.

 

Fazit: Hier stimmt einfach alles. Leider durch mangelndes Marketing nie wirklich bekannt geworden.

5 von 5 Punkte

Text by Thomas Raube

 

 

 

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