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Kinokritik "Casino Royal - James Bond"

 

James Bond ist zurück. Die zweitlängste Pause der langlebigsten Filmreihe der Welt liegt hinter uns. Casino Royale, der insgesamt 21 offizielle Film der Bond Reihe, zeigt den ersten Einsatz des zeitlosen Geheimagenten James Bond, der sich hier erst seine Sporen für den Status als Doppel Null Agent verdienen muss.

 

Plot: Der Film öffnet ungewohnt. Wo ist die berühmte „Gunbarrel“-Sequenz? Warum ist alles schwarz-weiß? Zunächst macht sich Verunsicherung beim Bond-Kenner breit.

In der Eröffnungssequenz wird gezeigt, wie der junge Commander James Bond (Daniel Craig) sich seine Meriten für die Doppel-Null-Abteilung des MI6 verdient: durch zwei reinrassige Auftragsmorde. Das ist nicht der Bond, den wir bis jetzt kannten. Nichts da mit Gentlemen-Agenten und dergleichen. Es geht sofort hart zur Sache. Schon in den ersten Minuten zeigt sich der raue Grundton, der nun vorherrschen wird: Du bist allein, du hast keine Freunde, du kannst niemandem trauen.

 

Dann der musikalisch untermalte Vorspann, gefolgt von Bonds erstem Auftrag als Doppel-Null-Agent, einem Job in Madagaskar, der völlig aus dem Ruder läuft und den er in den Sand setzt. Doch Bond zeigt latent insubordinative Tendenzen und macht auf eigene Faust weiter. Die Spur führt schließlich zu LeChiffre der mit dem anvertrauten Geld von Terroristen auf eigenen Gewinn an der Börse spekuliert, indem er durch einen Terroranschlag auf einen Börsenkurs einwirken wollte. Dies verhindert Bond, wodurch Le Chiffre gezwungen ist, in der Spielbank Casino Royale in Montenegro um einen hohen Geldbetrag zu spielen, um für seine Organisation verlorenes Geld seiner nicht zimperlichen Kunden zurückzugewinnen muss. Bonds neuer Auftrag: ihn beim Spiel besiegen, um LeChiffre wiederum unter Druck setzen zu können. Als Quasi-Babysitterin für Bond und das ihm zur Verfügung gestellte Spielgeld in Millionenhöhe wird ihm – zunächst sehr zu seinem Missfallen – die attraktive Vesper Lynd (Eva Green) zur Seite gestellt. Man mag sich nicht besonders, auch wenn eine unterschwellige Spannung zwischen den beiden herrscht. Doch sie raufen sich zusammen und werden von ihren Gegnern heftig unter Wind genommen. Nur unter Überwindung erheblicher Widerstände gelingt es Bond immer wieder, zur rechten Zeit den Weg an den Spieltisch zurück zu finden. Eine wahre Poker-Schlacht entbrennt, und wer am Ende gewinnt, sollen nicht nur die Spielkarten entscheiden.

 

Hintergründe:

Nach der sechsjährigen Pause zwischen „Lizenz zum Töten“ und „GoldenEye“ sind die zurückliegenden vier Jahre die längste Unterbrechung, die man dem Franchise bisher zugemutet hat. Viel ist passiert. Nach dem überladenen Effektgewitter in „Stirb an einem anderen Tag“ war den Produzenten trotz des starken Einspiels sonnenklar, dass sie etwas unternehmen mussten. Das hämische Gelächter, welches der unsichtbare Aston Martin im letzten Teil provoziert hatte, muss in ihren Ohren mehr als wehgetan haben. Was also tun? Sich auf alte Tugenden besinnen. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu den Romanen. Das hatte schon zwei Mal funktioniert, als die Serie zu sehr ins Fantastische abzugleichen drohte, nämlich nach „Man lebt nur zweimal“ und „Moonraker“. Die Serie musste neu ausgerichtet werden, neu geerdet. Und nach dem letzten Versuch, die Abenteuer von James Bond glaubwürdiger wirken zu lassen („In tödlicher Mission“), muss ihnen auch klar gewesen sein, dass der Leading Man neu besetzt werden musste, denn ein Neustart mit einem eingeführten Darsteller ist nur schwer zu bewerkstelligen. Deshalb hatte der allseits sehr beliebte Pierce Brosnan gegen seinen Willen den Smoking einzumotten. Doch mit einem hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet: dass ihre neue Wahl auf einen derart massiven Widerstand stoßen würde, und zwar noch bevor ein einziger Meter Film gedreht worden war.

 

Was für Namen da in den Ring geworfen worden waren! Hugh Jackman der von Regisseur favorisierte Ewan McGregor und viele mehr. Stattdessen fiel die Wahl auf den bis dahin nur wenig bekannten Daniel Craig (Road To Perdition). Und der wurde postwendend von allen Seiten mit Schmutz beworfen. Zu blond, zu hässlich, zu weibisch, sogar die Fähigkeit, mit einer Gangschaltung umzugehen, wurde ihm abgesprochen.

Aber Craig wurde der Bond. Und ich sage mal, er macht seinen Job gemäß der Rolle recht gut.


Daniel Craig ist hart, kantig, sportlich und machmal sogar lässig-zynisch. Diesem Mann nimmt man den harten Hund ab. So, wie die neue Rolle des Bond ausgelegt wurde, nämlich als eiskalten Profikiller, transportiert Craig jede Kleinigkeit. Nur schade, das man dabei vergessen hat, dass der Zuschauer etwas menschliches zum hineinversetzen braucht. Die bisherigen Bond’s (von George Lazenby mal abgesehen) brachten immer noch den Gentleman voller Stil, Eleganz und Coolness herüber.

 

Bond wird mehr als Schlagetot, denn als smarter Agent eingeführt. Wir lernen den neuen Bond als einen Mann kennen, dem es nichts ausmacht zu töten. Er steht diesen Dingen völlig emotionslos gegenüber. Genau das qualifiziert ihn nach seiner Meinung für die Doppel-Null-Abteilung. Gefühle sind ihm prinzipiell fremd. Diese Qualitäten wird er sich erst über den Film aneignen. Und das tut er, von allem mit Hilfe seiner Leading Lady, der spröden, aber wunderschönen Vesper Lynd. Damit ist ein radikaler Bruch zu den früheren Bond-Interpretationen geschehen. Seit Roger Moore hat man Bond zwar als Profi gesehen, aber dennoch als einen Mann, der zwar fähig war zu töten, es aber im Grunde verabscheut. Das ist jetzt Geschichte.

 

 

Kritik: (Thomas)

James Bond Casino Royal soll der beste Bond sein, den es je gegeben hat. So jedenfalls fallen viele Kritiken aus.

Realitätsnah, Actionreich, härter, geht es dann weiter auf der Lobesliste. Okay, da stimme ich zu, aber wenn ich das sehen will, gehe ich in einen Null Acht 15 Actionfilm und nicht in James Bond. Daniel Craig mag als Bond zwar den richtigen Body haben, und auch schauspielerisch ist sein können ganz passabel, doch die Figur, dieser neue Bond, ist nichts weiter als ein emotionsloser Roboter, der es nicht schafft Gefühle für die Figur zu vermitteln. Genauso gut hätte man eine Borg Drohne an seine Stelle setzen können, sie hätte das gleiche Charisma. Dazu kommt eine Handlung, die nicht einfacher und vorhersehbarer hätte sein können, so dass ich sage, dass dieser James Bond es nicht wert war, sich ihn anzuschauen.

 

 

 

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