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Games –
Review
„Unreal 2 - The
Awakening“
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1998
erschien der Ego-Shooter “Unreal” mit der namensgebenden Unreal
Engine, die erstmals naturgetreue Umgebungen und weitreichende
Areale erschloss. Eine zeitlang folgten verschiedene Fortsetzungen
wie „Return to Na Pali“ und die „Unreal Tournament“ Reihe. „Return
to Na Pali“ war nichts weiteres als eine Erweitung für „Unreal“ und
die Tournament Reihe war ausschließlich eine für Mehrspieler
gedachte, storylose Adaption.
Insgesamt 3 Jahre
verbrachte man mit der Entwicklung des zweiten Teils namens „The
Awakening“.
Plot:
Man schlüpft in
die Rolle des verstoßenen Marines John Dalton, der jetzt nur noch
für die Kolonie-Streitkräfte als Marshal tätig ist. Als Kommandant
des kleinen Patrouillen-Kreuzers Atlantis haben sie noch die
kämpferische Aida als ersten Offizier, den Außerirdischen Ne’ban als
Steuermann und den kauzigen Kriegsveteranen Izaak als Techniker an
ihrer Seite.
Als die Atlantis
Crew einen Notruf empfängt sieht man sich schnell mit den Skaarj und
ihren izarianischen Sturmtruppen konfrontiert, die auf einer der
Menschen-Kolonien etwas gesucht haben. Man folgt den
Verwüstungsspuren der Skaarj und entdeckt seltsame außerirdische
Artefakte, die scheinbar das Ziel der Attacken sind.
Mit der Zeit sind
dann auch noch verschiedene Söldner-Einheiten hinter ihnen und den
Artefakten hinterher, und bald bleibt der Atlantis-Crew nur noch die
Flucht nach vorn, um die verbliebenen Artefakte vor allen anderen zu
finden. Denn wer alle vereint, bekommt eine mächtige Waffe in seinen
Besitz…
Kritik:
Die Handlung von
Unreal 2 hat mit der Story des ersten Teils nur noch das
Spieluniversum sowie die Erzfeinde, die Skaarj, gemein. Die fiesen
Aliens mit den scharfen Klingen sind diesmal hinter einer Reihe von
außerirdischen Artefakten her -- und schlachten dafür ganze Kolonien
ab.
Storytechnisch ist
für einen Shooter eigentlich alles ganz löblich. Wie in Wing
Commander können wir nach jeder abgeschlossenen Mission auf unserem
Schiff herum spazieren und mit der Crew reden. Somit erfährt man
dann Stück für Stück ihre Geschichte und auch mehr Informationen zu
den einzelnen Gruppierungen im Unreal-Universum.
Leider sind die
kurzen Szenen zur Auflockerung nur ein Ansatz einer Story, um
schnell wieder auf die nächste Mission gehen zu können. Etwas mehr
Konversation hätte nicht geschadet.
Grafisch setzt
Unreal 2 wie sein Vorgänger wieder Maßstäbe. Auch wenn das Spiel
bereits 2003 erschien, so kann es auch heute noch locker mit
ähnlichen Titeln mithalten.
Obwohl Unreal 2
ein relativ kurzes Spielvergnügen ist, kann man doch behaupten, dass
die Designer bei jeder einzelnen Mission ganze Arbeit geleistet
haben. Die Levels, die auf unterschiedlichen Planeten spielen, sind
abwechslungsreich und mit unzähligen Details gespickt.
Wiederholungen im Leveldesign oder ein eintöniges Gameplay, wie man
es vom ersten Unreal kannte, gehören der Vergangenheit an. Obwohl
das Rad sicherlich nicht neu erfunden wird, kann Unreal 2 das
Spielgeschehen mit vielen Variationen auflockern.
Die
außerirdischen Umgebungen strotzen vor Details, sowohl die Geometrie
als auch die Texturen sind eine Augenweide. An manchen Stellen,
insbesondere den Außerirdischen Schauplätzen gerät man regelrecht
ins Staunen und beginnt erst einmal die Aussicht zu genießen – was
bei einen Ego-Shooter recht gefährlich werden kann. ;-)
Leider gibt es
auch einiges negatives. Grafisch hat man zwar wieder alles richtig
gemacht, aber die Levels sind allesamt recht kurz. In den seltensten
Fällen dauert ein Level länger als zehn Minuten. Da man nicht mehr
wie beim ersten Teil auf eigene Faust die Planeten erforschen kann,
folgt man nun gradlinigen Spuren und festgelegten Wegen, und knallt
dabei alles über den Haufen was einen vor die Flinte kommt. Macht
zwar Spaß, aber hier hätten ein paar alternative Lösungswege eine
Menge geholfen.
Ebenso kurz wie
die Levels ist das gesamte Spiel. Und das ist dann auch der größte
Kritikpunkt den ich anbringen würde. Mit allem drum und dran
verbringt man circa 9-11 Stunden damit. Dann kommt man zu einer
Abschluss-Sequenz die alles andere als befriedigt und dem Spieler
mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt.
Schade, das wirkt
irgendwie so, als hätten die Entwickler nicht mehr genug Zeit für
das Ende gehabt, und haben schnell eine Videosequenz dazwischen
geschoben, die man eventuell in einem dritten Teil hätte fortsetzen
könnte. Dazu ist es aber nie gekommen, weil die Entwicklergruppe
kurz nach dem Erscheinen von „Unreal 2“ aufgelöst wurde.
Die deutsche
Version des Spiels ist mit deutschsprachiger Synchronisation
versehen und wie schon der Vorgänger zensiert, um einer Indizierung
zu entgehen. Während beim Vorgänger in der deutschen Version noch
etwas Blut zu sehen war, wird bei Unreal 2 komplett darauf
verzichtet.
Waffen:
Für einen
Ego-Shooter wohl das wichtigste Utensil. Die Waffe.
Als SciFi-Shooter
hat Unreal 2 jede Menge genial-verrückte Wege gefunden seine Gegner
zu dezimieren. Wie in wohl jeden Shooter beginnt man mit einer
Handwaffe und einem Maschinengewehr.
Von Level zu Level
wächst unser Arsenal aber weiter an, da man die Waffen der besiegten
Gegner aufnehmen kann, welche dann an Bord der Atlantis vom
Waffentechniker Izaak modifiziert werden. So bekommt man dann neben
Granatwerfer, Flammenwerfer, Laserkanonen und Schocklanzen auch noch
nette Bio-Waffen die kleine Kreaturen auf den Gegner loslassen. Da
jede Waffe mindestens noch einen Sekundär-Modus besitzt (der
Granatwerfer besitzt sechs!) hat man eine Menge auszuprobieren, wie
man seinen Gegner am besten ins Jenseits befördert.
Erst im letzten
Level, wenn das namensgebenden „Awakening“ (Erwachen) stattgefunden
hat, bekommt man dann noch einen Null-Punkt-Singularitäts-Werfer mit
dem man schwarze Löcher verschießen kann. Da sollte man nicht zu nah
dran stehen, sonst ist man da selbst drin…
Als nette
Mini-Games gibt es drei Levels die nach dem „Defend the Castle“
Prinzip funktionieren. Man bekommt eine Reihe automatische Geschütze
und Lasersperren und muss damit den übermächtigen Gegner eine
bestimmte Zeit lang vom Ziel fern halten. Dies ist das einzige Mal,
wo Unreal 2 sich von seinem Shooter-Status abhebt, und eine
strategische Variante einbezieht.
Anforderungen:
Unreal 2 ist trotz
überlegener Graphiken überaus pflegeleicht. Selbst ältere Rechner
werden damit keine Probleme bekommen:
733 MHz CPU, 256
MB RAM, 3 GB Festplatte, 32 MB Grafikkarte
Fazit:
„Unreal 2 – The
Awakening“ macht durchaus Spaß. Einfallsreiches Leveldesign, tolle
Graphiken, interessante Welten. Optisch macht das Spiel wirklich was
her, und kann sich in vielerlei Dingen mit heutigen Produkten
messen.
Leider haben die
Macher verschlafen eine passendere Story beizusteuern, denn man
rennt durch das Spiel durch, und ist innerhalb eines Wochenendes bei
der Endsequenz angekommen. Ganz klar, das Spiel ist zu kurz!
Irgendwie wirkt
das Endergebnis unfertig. Für die fehlende Story gibt’s einen Punkt
Abzug und daher 4 von 5 Punkten.

By Thomas Raube |