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Games – Review Star Trek Voyager - Elite Force

 

Star Trek Voyager – Elite Force

 

Kommen wir diesen Monat zu einem etwas älteren Spiel. „Elite Force 1“

Der Ego-Shooter mit der revolutionären Quake III Engine war seinerzeits das Non-Plus-Ultra der First Person Shooter, auch außerhalb der Trekkie-Gemeinde.

 

Worum gings?

Die USS Voyager ist durch den Fürsorger 70.000 Lichtjahre entfernt im Delta Quadranten gestrandet, und versucht wieder nach Hause zurückzukehren. Da sie dabei aber immer wieder auf gefährliche Aliens stößt, entschließt sich Lieutenant Commander Tuvok dazu, eine Elite Truppe, das so genannte „Hazard Team“ ins Leben zu rufen, das die normalen Sicherheitskräfte unterstützen soll.

Sie schlüpfen in die Rolle von Lieutenant Alexander/Alexandra Munro und werden von Tuvok zum Elite-Krieger ausgebildet.

 

Als eine unbekannte Sonde die Voyager angreift, wird das Schiff in eine Art Friedhof transferiert, von dem es kein entkommen zu geben scheint. Die Voyager ist beschädigt, und auf den Sensoren ortet man bereits ein näher kommendes Schiff, das alles andere als friedliche Absichten hat. Gut, das das Hazard-Team parat ist, und sich dem Gegner entgegen stellen kann.

Nachdem man den ersten Angriff der Harvester zurückschlagen kann, trifft man noch auf Borg, Spezies 8472, und den Scavangern, eine lose Gruppierung von Überlebenden, bestehend aus Hirogen, Klingonen, Malon, und Menschen aus dem bekannten Paralleluniversum.

Aus den Trümmern eines Borg Kubus kann man dann auch den Urheber dieses Raumschiffsfriedhofs ermitteln: Eine uralte Intelligenz, die aus den Materialien und der Besatzungen der hierher verfrachteten Schiffe eine Armee von Supersoldaten entwickelt.

Captain Janeway befielt einen Angriff auf die Forge, dem Kommandozentrum, und das Hazard Team steht ganz vorne an der Spitze.

 

Tauche ein in Nonstop-Action: Starte massive Angriffe, oder verdiene dir den Sieg mit Hilfe gerissener Taktiken in über acht Einzelspieler-Kampagnen und zahlreichen Mehrspieler-Leveln. Eine integrierte Story und eine nichtlineare Level-Struktur im Einzelspieler-Modus ermöglichen es, nicht nur das Ende der unterschiedlichen Missionen, sondern auch das Spiel zu beeinflussen.

 

Werde Teil der Welt von Star Trek: Erforsche und verteidige die Voyager, die dem Original aus dem Fernsehen nachgebildet wurde. Korridore brechen ein, Wände explodieren, und Gegner materialisieren direkt vor deiner Nase. Und das alles untermalt mit Musik und Soundeffekten aus Star Trek.

 

Freie Wahl an Mehrspieler-Optionen: Die Mehrspieler-Modi bieten Free-for-All, Capture the Flag und Teamplay. Die Holomatch-Mehrspieler-Partie ermöglicht es Ihnen, entweder als Mitglied der Voyager-Crew oder als Alien aufzutreten, einschließlich der Borg.

Diene als Crewmitglied an der Seite von Captain Janeway, Seven of Nine, Tuvok und vielen mehr.

 

Kritik:

Elite Force ist ungeheuer abwechslungsreich und besticht durch seine dichte Atmosphäre, die weit über die eines normalen 3D-Shooters hinaus geht. Dazu erweiterten die Raven-Jungs die eingekaufte "Quake 3 Arena"-Engine um das so genannte Icarus-Skript-System, das für einen kräftigen Schuss Leben sorgt: Etliche Personen reden miteinander, reagieren auf deine Anwesenheit, helfen dir oder bitten um dein Eingreifen. Ein Funkspruch während einer Außenmission enthüllt neue Details, ein Kollege betritt nach kurzem Gespräch den Raum oder öffnet dir eine Tür. In anderen Abschnitten schleichst du wie ein Meisterdieb an schlafenden Gegnern vorbei und belauschst patrouillierende Wachen.

 

Gelegentlich stehen sogar Entscheidungen an: Wagst du einen Ego-Trip zur Befreiung eines Besatzungsmitglieds? Oder gehst du stur nach Befehl vor? Je nach Persönlichkeit reagieren die Team-Mitglieder individuell auf Ihre Entscheidungen: die Scharfschützin Telsia Murphy ist eher kühl und zurückhaltend, der Sprengexperte Austin Chang ruhig und besonnen, die Feldmedizinerin Juliet Jurot kritisch und aufmüpfig. Der bolianische Feldtechniker Chell ist eher ängstlich und braucht öfter eine Aufmunterung.

 

Elite Force ist in acht Hauptmissionen mit rund 40 Subleveln aufgeteilt. Der Übergang zwischen diesen läuft fließend und ist nur durch Ladepausen beziehungsweise ein Briefing vor den Haupteinsätzen erkennbar. Zahlreiche Szenen spielen an Bord der Voyager. Dafür wurde der 344 Meter lange Raumer der Intrepid-Klasse frappierend genau nachgebaut:

 Der Maschinenraum, die Krankenstation, die Brücke, ein Hangar, selbst Jeffries-Röhren und Aufzugsschächte warten auf einen Besuch. Rund 80 Prozent des Schiffes sollen angeblich im Spiel begehbar sein. Leider nicht in einem Stück - je nach Sublevel wird fleißig nachgeladen, oft versperren Energiebarrieren, die beim Transfer zum Raumschiffhof entstandene Schäden absichern, dir den Weg.

Neben den schon erwähnten, automatisch ablaufenden Dialogen kannst du dich jederzeit einer anderen Figur nähern und sie versuchen, mit einem Druck auf die Leertasten anzusprechen. Wichtig, um über den Gefühlszustand der einzelnen Team-Mitglieder Bescheid zu wissen. Dazu kommen zahlreiche Geschicklichkeits-Einlagen, bei denen man Feinden auf die falsche Fährte locken oder Hindernisse überwinden.

Ein Beispiel: In einem feindlichen Schiff krabbeln Sie durch Versorgungsschächte und eliminieren dabei einige Parasiten, die Ihnen forsch entgegenhüpfen. Sie erreichen eine Halle, in der einige Klingonen arbeiten, schleichen sich geduckt an ein Kontrollpult und deaktivieren eine Abwasserpumpe.

Die Klingonen sind erregt und fahren mit einem Aufzug ein Stockwerk tiefer, um bei der Pumpe nach dem rechten zu sehen. Denn einer meint, das vielleicht ein Parasit in die Pumpe geraten wäre, ein anderer warnt davor, dass im Notfall der Abwasser-Füllstand nicht mehr gesenkt werden könnte. Das bringt dich auf die Idee, mit einer anderen Konsole den Füllstand zu erhöhen: Die Klingonen ertrinken und das Abwasser schwemmt in einem Schacht, den du überqueren musst, eine Kiste nach oben. Über die springst du bequem auf die andere Seite ohne auch nur einmal den Phaser benutzen zu müssen.

Ganz ohne Feuergefechte läuft Elite Force trotzdem nicht ab - schließlich handelt es sich immer noch um einen 3D-Action-Titel. Borg, Klingonen, Hirogen, Etherianer, Malonen und neun andere Völkchen sind auch keine Anwärter auf den nächsten Friedensnobelpreis. Dennoch solltest du bewaffnete Konflikte so lange wie möglich herauszögern, in der Überzahl bist du so gut wie nie. Und beobachte deine Gegner: Anderenfalls ist es beispielsweise unmöglich, einen übermächtigen Hirogen-Jäger und -Captain zu besiegen.

Nicht alle der insgesamt neun Waffen besitzt du schon von Anfang an: Zu Beginn sind es gerade mal ein Standard-Phaser und ein Phasergewehr. Auf den Missionen findest du jedoch weitere, etwa eine Stasiswaffe, einen Tetryon-Disruptor oder einen Bogenschweißer. Seven of Nine entwickelte für den Kampf gegen ihre Artgenossen den U-Mod, den Unendlichkeits-Modulator. Dieser Ballermann moduliert ständig die Frequenz des ausgesandten, energiereichen Laserstrahls, so dass die Borg ihre Schutzschilde nicht darauf einstellen können. Allen Waffen gemein ist eine zweite Funktion, die erhöhten Energieverbrauch gegen einen mächtigeren Schuss eintauscht. Zum Glück tankst du Waffen- und Lebensenergie unterwegs wieder auf.

 

In einigen Einsätzen bist du allein, in anderen mit ein paar Kameraden unterwegs. Letzteres hat Vor-, aber auch Nachteile: So geben dir deine Teammitglieder Feuerschutz, umgekehrt musst du verhindern, dass etwa Seven of Nine beim Knacken eines Schlosses hinterrücks niedergemeuchelt wird. Der Tod eines Team-Mitglieds führt allerdings in den meisten Fällen zum Abbruch der Mission - pass also auf, wohin du schießt.

Neben dir, den 13 Mitgliedern des Hazard-Teams und zahlreichen Besatzungsmitgliedern sind auch alle neun Senior-Offiziere von Captain Janeway bis zum Koch und Pausenclown Neelix mit dabei. Manche nur kurz, andere etwas länger. So begleitet dich beispielsweise Seven of Nine bei einer Mission in einem Borg-Kubus, Fähnrich Tom Paris fliegt dich mit dem Delta-Flyer zu einem Einsatzgebiet. Übrigens nur, wenn Sie vorher die Andockklammern des Flyers lösen.

 

Akustisch überzeugt Elite Force voll und ganz. Wahlweise sprechen die Polygon-Astronauten mit ihren deutschen Synchron- oder den Originalstimmen - da freut sich der Fan. Antriebs-, Tür-, Konsolen- und Aufzugsgeräusche kommen direkt aus den Paramount-Klangbibliotheken und verstärken den Eindruck des "dabei seins" noch.

Ganz klare Sache: Voyager-Fans kommen an diesem Titel nicht vorbei - Elite Force ist spannender als so manche Fernseh-Staffel. Auch alle Enterprise-Sympathisanten, die sich für Janeway und Konsorten nie ganz erwärmen konnten - sonst verpassen sie eins der besten 3D-Action-Titel des Jahres.

 

Fakten

  • 8 Missionen mit rund 40 Subleveln
  • 14 Alien-Rassen
  • 9 Waffen
  • 4 Schwierigkeitsgrade
  • Jederzeit speicherbar
  • Gute Mehrspieler-Modi mit 17 Karten und 58 Charakteren
  • Wahlweise deutsche Synchron- oder Originalsprecher mit deutschen Untertiteln
  • Nutzt die "Quake 3 Arena"-Engine
  • Anwählbares Tutorial
  • Bildschirmhintergründe als Gimmick dabei
  • Mac-Version erhältlich

 

Neulich, auf dem Holodeck - der Mehrspieler-Modus

Energie!

Fast ein kleines Wunder, dass Paramount Pictures als Lizenzinhaberin die teilweise wilden Ballereien im ach so friedlichen Star-Trek-Universum toleriert. Die reinen Mehrspieler-Partien, die du über ein eigenes Icon starten, finden allerdings komplett auf dem Holodeck statt - so gibt's deutlich weniger echte Tote. Und deswegen sind auch die Einzelspieler-Level nicht nachspielbar. Clevere Erklärung.

Auf dem Holodeck warten also zwölf eigens gebastelte Level für Solo- und Team-Deathmatches und fünf Capture-the-Flag-Arenen. Von Raumschiff-inspirierten, herrlich verwinkelten Korridoren und Hangar-Hallen bis hin zu düsteren Klingonen-Festungen ist alles dabei. Die Voyager sucht man allerdings vergeblich. Dafür bauten die Raven-Designer bewährte Schiffskomponenten, etwa Transporterplattformen, die als Teleporter zwischen verschiedenen Level-Abschnitten dienten, zusammen. Auch Turbolift-Schächte und Jefferies-Röhren sind dabei, doch darin sind Sie extrem verwundbar.

Jeder der Level besitzt ein "Stammpersonal" verschiedener Gegner aus dem Einzelspieler-Modus. Im Borg-Kubus sind das verständlicherweise andere als in einem Föderationsraumer. Insgesamt 58 Charaktere, darunter die Brückencrew, die beiden Hazard-Teams sowie jede Menge Außerirdische kommen so zusammen.

Wie bei "Quake 3 Arena" darf man eigene Internet-Server eröffnen, in die sich andere Spieler einklinken und gemeinsam oder gegeneinander durchs All flitzen - für Langzeitspielspaß ist also auch dann gesorgt, wenn die Voyager den heimischen Alpha-Quadranten schon längst wieder erreicht hat. Zudem sind mittlerweile hunderte von neuen Mulitplayerlevels von Fans erstellt worden, so dass das Spiel auch heute noch, nach gut zehn Jahren immer noch aktuell ist.

 

Fazit:

Elite Force wird selbst Leute ansprechen, denen 3D-Shooter sonst nicht allzu viel bedeuten. Aber durch die umwerfende Präsentation und die durchgehende Story fühlt man sich wie mitten in einer guten TV-Doppelfolge. Mit "Vorfilm", Vorspann, den Missionen, in denen sich Action und ruhige Momente perfekt ergänzen, ist Elite Force fernsehreif.
Kritikpunkte? Da fallen mir höchstens die Ladezeiten zwischen den Subleveln oder die etwas schrägen Animationen ein. Und dass das Spiel irgendwann vorbei ist. Elite Force ist ein Action Adventure mit Shooter Qualitäten der sich sehen lassen kann. Definitiv ein Highlight der Star Trek Spiele.

5 von 5 Punkte

 

 

Text by Thunderchild

 

 

 

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