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Kinokritik "Gamer"

 

In der letzten Zeit kamen mit „Surrogates“ oder „Death Race“ einige futuristisch angehauchte Action Filme heraus, die mit der Steuerung von Menschen spielt, was eigentlich eine interessante Idee ist.

Strafgefangene als Spieler einzusetzen, ob nun freiwillig oder nicht, ist nichts neues. Arnold Schwarzenegger hat in „Running Man“ eine hervorragende Performance abgeliefert. In „Gamer“ darf die relativ neue Action-Größe Gerard Butler (King Leonidas „300“) ran, und versucht durch das Spiel ‚Slayers’ zu entkommen.

Der Film ist von den Machern von „Crank“, die schon dort bewiesen, das man visuellen Overkill mit einer Story geschickt vermischen kann. Gleiches Grundrezept liegt auch bei „Gamer“ vor, aber an „Crank“ kommt er nicht heran.

 

Plot:

In einer nahen Zukunft entwickelt Ken Castle eine Technologie, die es ermöglicht, über ins Gehirn eingepflanzte Sensoren einen Menschen zu steuern. Mit dieser Erfindung wird er zum Milliardär, da er seine Erfindung für ein Reality-TV-Format nutzt, in dem Menschen andere Personen a la „Die Sims“ durch eine eigens geschaffene Welt steuern können und ihre geheimsten Wünsche durch die Steuerung ihres Avatars ausleben können. Doch das aktuelle Highlight von Castles Schaffen ist eine Show names Slayers, in dem User inhaftierte Mörder steuern, die sich in künstlich geschaffenen Actionszenarios gegenseitig umbringen. Der Killer Kable ist Held dieses Spiels, doch eigentlich sucht er während des Spieles nur ein Schlupfloch zur Flucht, um wieder mit seiner Familie vereinigt zu sein.

 

Kritik:

Eines gleich vorweg, „Gamer“ spielt mit vielen kleinen Ideen und Kreativität, die allein den Film schon sehenswert machen (jedenfalls für Action-Fans). Leider ist der bereits erwähnte visuelle Overkill, den wir bereits aus „Crank“ kennen wieder stark präsent. Während das in Crank noch wunderbar in die Handlung passte, erdrücken die Bilder die Plots des Filmes. Dazu kommt noch ein Schnitt, der ungewöhnlich schnell und Bilder die stark verwackelt sind. Als Zuschauer hat man einige Momente in der das Auge nicht hinterherkommt die Informationen zu verarbeite, die einen gezeigt werden. Das wirkt zwar Hip und Modern, bringt aber nichts, wenn der Zuschauer mit Kopfschmerzen aus dem Kino geht.

 

An manchen Stellen sprudelt der Film nur so vor tollen Ideen, die sie mit einer herrlichen Optik auch perfekt in Szene setzen konnten. Beispielhaft sei hier unter anderem die etwas andere Version des Tick-Tock-Kugelspiels erwähnt, in dessen Kugeln sich leicht bis gar nicht bekleidete Frauen befinden. Auch wenn der Bösewicht eine abgefahrene Musicalnummer mit seinen Killermarionetten aufs Parkett legt, ist man als Zuschauer immer wieder begeistert von diesen skurrilen Ideen. Diese werden meist noch mit einem nahezu perfekten Soundtrack ausgestattet, bei dem sich unter anderem Marylin Manson und die Bloodhound Gang die Ehre geben.

 

Mit Gerard Butler in der Hauptrolle hat man natürlich einen Mann gefunden, der (wenn man nach seinen letzten Rollen geht) sich nun endgültig als Actionstar einen Namen machen möchte. Dabei bleibt er dennoch relativ blass, da sein Charakter nur wenig hergibt, um sich richtig entfalten zu können. Dabei wird er unterstützt von einer ganzen Reihe bekannter Gesichter, die jedoch fast durchweg unterfordert agieren. Ganz schlimm ist dies bei Alison Lohman der Fall, deren Rolle man eigentlich ersatzlos aus dem Drehbuch hätte streichen können, während Milo Ventamiglia mit seinem Cameo wohl einen der abgefahrensten Kurzauftritte der letzten Jahre hinlegt. Doch Gamer ist hier ganz klar die Show von Michael C. Hall! Den meisten als sympathischer Serienkiller in Dexter bekannt, darf er hier als Bösewicht so richtig die Sau rauslassen. Mit einem abgefahrenen Overacting passt er sich der Inszenierung an und beweist damit ein unglaubliches Gespür für das Szenario.

 

Fazit:

Gamer zeichnen am Ende viele Höhen und Tiefen aus: In vielen Momenten stört der visuelle Overkill enorm, in anderen hingegen ist man erstaunt von den kreativen Ideen des Regieduos. Zum Einen hat die Geschichte viel Potential zu einer gelungenen Gesellschaftskritik, zum Anderen kann sie sich nicht entscheiden in welche Richtung sie gehen möchte. Der Großteil der Darsteller ist chronisch unterfordert, während Michael C. Hall hier eine abgefahrene Performance abliefert. So gleichen sich am Ende die Höhen und Tiefen weitestgehend aus, jedoch kann man als Zuschauer nicht verleugnen zumindest kurzweilig unterhalten worden zu sein. Dieses Vergnügen wird dem deutschen Kinogänger jedoch nur eingeschränkt zugesprochen, da sich die FSK scheinbar nicht wirklich amüsieren konnte und dem Film trotz einer FSK 18 nur in einer stark gekürzten Fassung freigab. Wer den Film also in seiner ungekürzten Fassung sehen möchte, der ist auf den Import einer ausländischen DVD oder Blu-Ray angewiesen.

 

3 von 5 Punkten (Tendenz nach oben)

 

 

 

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