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Vor nicht allzu langer Zeit
ist auch hier in Deutschland mit „Enterprise“ die wohl letzte Star Trek-Serie
ausgelaufen. Pläne für eine neue Serie gibt es nicht, zumindest in den nächsten
Jahren nicht, vielleicht auch nie wieder.
Die neuen Filme haben leider nur noch wenig
mit dem beliebten Trek zu tun.
Nun ist es nicht so, das ich
wegen "Star Trek - Enterprise" oder gar "Star Trek - Voyager" riesen
Krokodilstränen vergießen würde, aber ein bisschen traurig macht einen das
schon. Star Trek hat einen quasi seit der Jugend begleitet, und somit ist es
schon ein komisches Gefühl, dass da nichts mehr kommen soll. Das war's also?
Star Trek ist tot oder zumindest komatös?
Nicht
ganz:
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Paramount hört auf, die Fans machen weiter. Es ist schon etwas länger her,
da stolperten wir zufällig über ein Fan Projekt, das uns aufhorchen ließ. In
„Star Trek - New Voyages“ werden die Abenteuer der ersten 5-Jahres-Mission der
Classic Enterprise fortgesetzt. Bemerkenswert: Die Originalcharaktere Kirk,
Spock, McCoy, Scotty, Uhura werden - natürlich mit anderen Schauspielern -
weitergeführt.
Ambitioniertes Ziel: Produktion
einer kompletten 4. Staffel der Original Star Trek Serie, die es nur bis zur
dritten Season geschafft hatte. Die Folgen werden komplett kostenlos - sogar als
DVD-Image - ausschließlich im Internet zum Download angeboten, da Paramount als
Rechteinhaber Fanprojekte nur dann duldet, wenn sie nicht kommerziell sind.
Bisher gibt es den Pilotfilm und die ersten drei Folgen der "neuen" Staffel.
Ich
habe mir den Pilotfilm und die erste Folge heruntergeladen. Und mir ist beim
Ansehen die Kinnlade runtergeklappt. Bisher habe ich keine so ernsthafte und
detailverliebte Fanproduktion wie diese gesehen. Die Brücke ist bis zum letzten
Knopf originalgetreu nachgebaut, es gibt ansehnliche Computereffekte und
liebevoll modellierte Schiffe. Es fiepst und piepst wie in der Originalserie,
und man hat alles an Originalmusik zusammengeklaubt, und das ganze entsprechend
musikalisch zu untermalen. Natürlich halten Kulissen, Ton und CGI-Effekte denen
von Hochglanz TV- oder Filmproduktionen nicht ganz stand, sie sind aber
erstaunlich nah dran. Da macht es dann nichts, wenn der Planetenkiller plötzlich
mit dem Schwanz wackelt wie Nachbars Waldi. Vielleicht liegt in dem Quäntchen "Nonperfektionismus"
ein besonderer Reiz. Optisch könnte die Neuauflage es mit Babylon 5 denke ich,
locker aufnehmen.
Auch
die Schauspieler machen eine gute Statur. Schwer zu sagen, ob es Laiendarsteller
sind, dafür sind sie eigentlich zu gut. Sie spielen die gesamte Schar von
Soapdarstellern des deutschen Fernsehens locker an die Wand. Zwar ist es
zunächst gewöhnungsbedürftig, die neuen Gesichter mit den bekannten Charakteren
zu assoziieren, jedoch können die Darsteller die Charaktermerkmale bemerkenswert
glaubwürdig transportieren, man vergisst schnell, dass nicht Shatner und Co. am
Werke sind. Spätestens wenn es zu den bekannten und beliebten verbalen
Zwistigkeiten des Dreigestirns Kirk - Spock - McCoy kommt, fühlt man sich wieder
"heimisch".
Die Beteiligten haben sich auf
sehr dünnen Eis bewegt, sind jedoch nie Gefahr gelaufen, einzubrechen. Sie haben
es verstanden, den Flair der Serie aus den 60er Jahren einzufangen, sie mit
standesgemäßen Effekten und einer ordentlichen, wenn auch nicht allzu
überraschenden und tiefgründigen Geschichte zu versehen. Dabei wurde die
gefährlichste aller Klippen, "Trash" genannt, gut umfahren.
Damit ist den Machern etwas
gelungen, was Paramount in den letzten zwei Serien wohl verlernt hat: Star Trek
für Fans zu machen.
Die Qualität der Produktion
muss in Insiderkreisen schon einen guten Ruf erlangt haben, denn Gaststars
lassen sich nicht lange bitten. Schon in der zweiten Episode stattet Barbara
Luna, Classic Fans noch als Marlena Moreau in der Folge „Ein Paralleluniversum“
bekannt, der Crew einen Besuch ab. Weiter geht es mit Walter Koenig in der
darauf folgenden Episode. Er übernimmt wieder seine alte Rolle des Pavel Chekov.
Eine weitere Episode später wird George Takei seinen Auftritt als Sulu bekommen.
Darüber hinaus erklärten sich
die Autoren D.C. Fontana (führender TOS-Autor) sowie Jack Trevino und Ethan Calk
(DS9-Autoren) bereit, als Produzenten, Writer u.ä. mitzuwirken.
Ein Blick lohnt sich also. |