|
|
|
|
|
Das Ende von Enterprise Ansichten über die Zukunft von Star Trek nach Serie V
Viele einschlägige, seriöse und weniger seriöse Magazine und Websites haben sich ja nun über das Absetzen von Enterprise ausgelassen. Leider habe ich, der ja einer der besten Kenner der Serie hier im Club ist, es nicht geschafft in der letzten VL einige Worte zu finden. Aber das will ich hier nun nachholen.
Als ich an einem Donnerstag bei unserem Ressourcen-Lieferant treknews.de „Das Aus für Enterprise“ gelesen habe, kam das für mich nicht sehr überraschend. Obwohl Thomas die ganze Zeit vorher überzeugt war, dass eine fünfte Staffel produziert werden würde, habe ich nicht wirklich damit gerechnet. Denn wie ich schon mehrere Male geschrieben habe, ist das einzige, was für die Produzenten zählt, die Einschaltquoten. Und die waren alles andere als super. T’Pol-Darstellerin Jolene Blalock formulierte dies so: „Es spricht für die Qualität der Serie, wenn von ursprünglich 15 Millionen Zuschauern 13 Millionen vergrault werden.“ Ganz so drastisch würde ich das nicht verfassen, denn diese Worte stammen aus dem vierten Jahr, welches, wie ich finde das Beste war. Doch in den ersten drei Jahren wurde so manches Pulver verschossen.
So wirklich konnte man sich mit den Charakteren nicht identifizieren. Keiner hatte auch nur annähernd das Charisma eines Picards, die Willensstärke eines Chakotays die Naivität eines Datas oder machte eine Charakterentwicklung durch, wie ein Bashir. Die Figuren in Enterprise wirkten hölzern und etwas unausgegoren. So ähnlich, wie der Blaubeerwein, den wir in Finnland angefangen haben und der anderthalb Jahre brauchte um genießbar zu werden. Und so besonders schmeckt er auch jetzt noch nicht. Man hat zwar versucht, insbesondere in der dritten Staffel tiefer gehende Charakterelemente einzubringen (der T’Pol-Tucker-Plot) doch irgendwie hat dieser nie wirklich überzeugend gewirkt. Er wirkte aufgesetzt und die Szenen in denen T’Pol und Trip ihre Neuropressursitzungen hatten waren mehr als eindeutig. Dünn bekleidete eng umschlungene Körper, die sich die Füße massieren … mehr muss man glaube ich nicht sagen. Auch Captain Archer machte eine Entwicklung durch, die nicht unbedingt zum Guten war. Er wurde spontaner und irrationaler, sprach einerseits in den ersten Folgen der dritten Staffel davon, dass die menschlichen Werte auf jeden Fall erhalten bleiben müssen, sonst würde die gesamte Mission (die Rettung der Menschheit) an Bedeutung verlieren. Doch in späteren Folgen werden diese Werte immer mehr über Bord geworfen und es steht für ihn nur noch, die zweifelsohne wichtige, Mission im Vordergrund, frei nach der Devise „Das Ziel heiligt die Mittel“. Auch wenn manche kein großes Problem darin sehen, die Warpspule einer Crew zu stehlen, die sie dringend benötigt, um nach Hause zu kommen (ok, man hat ihnen ja was zu Essen da gelassen), so scheint mir dies ein ganz schöner Affront zu sein. So etwas hätte selbst Janeway nicht getan!! In Enterprise gab es einfach zu wenige Charakterfolgen, die in der Geschichte von Star Trek immer zu den besseren gehört haben und wovon das Franchise auch lebt. Einige gute seien hier aber mit 2x?? First Flight und 4x03 Home erwähnt.
Die Stories Dem Konzept von Enterprise stand ich Anfangs eher kritisch gegenüber. 100 Jahre vor Kirk, der Weltraum ist kaum erforscht, es wird sicherlich Probleme und Widersprüche zu „späteren“ Serien geben, dies alles ging mir durch den Kopf. Gut, mit der Kontinuität hat man es wirklich nicht sehr genau genommen. Eine Begegnung mit den Borg, wie in 2x23 „Regeneration“ hätte doch sicherlich in irgendwelchen Geschichtsbüchern Erwähnung gefunden. Aber die Folge war ziemlich geil und so kann man über dieses kleine Manko hinweg sehen. Meine Bedenken wurden also relativ schnell zerstreut und ich konnte mich schnell mit der Serie anfreunden. Der Charme des Neuen quasi. Während im Pilotfilm „Broken Bow“ alles noch förmlich nach „neu“ roch und die Unerfahrenheit und der Abenteuergeist in „First Flight“ auch noch spürbar war, ging man schnell zur Routine über und es wirkte, als ob man am „Planet/Raumanomalie der Woche“ schon mal gewesen war. Ein Gefühl für das absolut neue, ein Pioniergeist war kaum spürbar. Die Autoren hatten hier einiges verschenkt. Ich will damit nicht sagen, dass das Konzept als ganzes gescheitert ist, doch ich glaube, dass die Produzenten es sich zu einfach vorgestellt hatten. Hätte man an den Plot von DS9 oder gar Star Trek: Nemesis angeknüpft, hätte sich der Zuschauer in einem bekannten Universum befunden und so weniger Berührungsängste gehabt. Man hätte nicht alles neu erfinden müssen. Bei einigen Folgen drängte sich mir nämlich der Verdacht auf, dass man Enterprise auch deswegen so lange vor Kirk angesetzt hat, damit man sich von Zwängen, wie der Obersten Direktiven oder den Erst-Kontakt-Verfahrensweisen befreien konnte. Dem Trekkie sind diese Dinge aber ans Herz gewachsen und es wirkt befremdlich, wenn Archer jede dahergelaufene Herd Weltraum-Indianer mit der Aufklärung beglücken will. Sofort hatte ich da im Hinterkopf, dass ein Picard so etwas niemals getan hätte. In der vierten Staffel versuchte man zwar mit Manny Coto einen Mann ans Ruder zu holen, der den Karren wieder aus dem Dreck ziehen könnte und seine Werke waren wirklich gut … gemessen an den vorangegangenen Episoden. Doch vergleicht man sie mit den anderen Serien, fallen sie doch eher mittelmäßig aus. Keine ENT-Episode konnte es z.B. mit „Entscheidungen“ aufnehmen (Nein Chris, ich meine die Voy-Folge aus der ersten Staffel!) oder gar „Darmok“ oder „Das zweite Leben“ (beide TNG).
Die Zukunft Star Trek ist nicht tot! „Man sollte das Ende von Enterprise eher als eine Art Schwangerschaftsurlaub betrachten!“ Dies sagte der ehemalige Star Trek-Produzent Brannon Braga und ich muss sagen, er hat Recht. Ich hatte zwar gehofft, Star Trek würde seinen 40. Geburtstag mit einer laufenden Serie zelebrieren aber das letzte, was man jetzt tun sollte, ist den Kopf in den Sand zu stecken (Obwohl ich bei den Gerüchten, die ich z.Zt über den elften Kinofilm höre kurz davor bin.) So lange es Fans, wie uns gibt, die SciFi-Serien nicht nur ansehen, sondern auch (er)leben, sich darüber auf einer Metaebene unterhalten, selber Projekte auf die Beine stellen, so lange wird der Science Fiction, wird Star Trek weiter leben. Ich halte nichts von so sinnlosen Aktionen, wie Geld für eine Serie zu spenden. Für eine fünfte ENT-Staffel sind z.B. die drei Millionen Dollar zusammen gekommen. Und was hat es genützt? Gar nichts! Vielleicht wird wirklich erst in 10 Jahre das nächste Star Trek-Projekt aus der Taufe gehoben. Aber ich bin mit der Serie aufgewachsen und ich bin nicht bereit, nur weil ein Ableger etwas schwächelt, aufzugeben. STAR TREK LEBT, in uns allen, wenn wir nur wollen!
By Tom Erdmann |
__________________________________________________________________________________
STAR TREK, STAR TREK: THE NEXT GENERATION, STAR TREK: DEEP SPACE NINE, STAR TREK: VOYAGER & STAR TREK ENTERPRISE are Registered Trademarks of Paramount Pictures. TM, ® & © by Paramount Pictures. All Rights Reserved.
STARGATE & STARGATE ATLANTIS are Trademarks of Metro Goldwyn Mayer Studios Inc. All Rights Reserved.
FARSCAPE is a Trademark of the Jim Henson Company and Hallmark Entertainment. All Rights Reserved.
Joss Whedon's FIREFLY is a Trademark of Twentieth Century Fox Film Corperation. All Rights Reserved.
Copyrighted material has been used for non-commercial purposes only.