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Fed Con 12 "The Lost Cruiser" 21.-23. Mai 2004

Freitag (Tom)

Am frühen Freitagmorgen wachte ich mit leichten Kopfschmerzen aus einem ohnehin schon unruhigen Schlaf auf. In der Nacht hatte ich erfahren, dass Enterprise nun definitiv in die vierte Staffel gehen wird. Ich hatte mir zwar vorgenommen, mich am vorigen Christi Himmelfahrt-Abend etwas zurück zunehmen, aber es kam, wie es kommen musste… Um halb 9 machten Alex und ich uns auf den Weg zum Tegel um mit einer Maschine der Billigfluglinie HLX nach Bonn zur FedCon XII zu fliegen. Nach einer Stunde angekommen, suchten wir den Bus, der uns zur Jugendherberge am Venushüg… äh Venusberg (sorry, der blöde Witz musste einfach sein) fahren sollte. Zu meiner Überraschung dauerte das ganze über eine Stunde. In der Jugendherberge machten wir gleich Bekanntschaft mit unseren Zimmergenossen, die wir auch gleich ins Herz schlossen (Sarkasmus pur!!). Auf unser fröhliches Grüßen erwiderten sie nur einen seltsamen Blick, den man hat, wenn man von seiner Mutter beim ersten Mal erwischt wurde. Der eine hatte Haar, aus denen ich meine Ratte wohl nie wieder raus bekommen hätte. Übrigens fanden wir seine Borsten auch regelmäßig im Gemeinschaftsklo wieder, wenn es überhaupt die von seinem Kopf waren. Daraufhin nahm ich mir vor, künftig nur das Örtchen noch im Maritim-Hotel aufzusuchen. Der andere der beiden Gestalten würde erst so richtig im Laufe des Wochenendes suspekt. Nicht nur dass er weiße Feinrippunterhosen trug, an denen Fry seine wahre Freude gehabt hatte. Nein, er schlief auch bis in die Puppen. Und das soll schon was bedeuten, wenn sogar mir das auffällt.

Aber na ja. In Uniform geschmissen machten wir uns per Bus auf den Weg ins Maritim und auf dem Weg lernten wir zwei junge Damen kennen, die uns noch des Öfteren begleiten sollten. Nach unser Anmeldung und der nervigen Prozedur der Registrierung, stellten Alex und ich unsere Modelle im Art-Raum aus und hängten das Vereinsposter gut sichtbar auf. Und plötzlich lief uns Marian über den Weg!! Der Junge hat sich in den letzten zwei Jahren nicht ein bisschen verändert. Seine Wuschelhaare und sein vergeblicher Versuch cool und wichtig zu wirken waren immer noch die Selben. Wir hofften, dass er noch einige Male an dem Poster vorüber gehen und sich grün und blau ärgern würde.

Da wir kaum Lebensmittel mit hatten gingen wir ein einer freien Stunde auf die Straßen von Bonn (in Uniform, wohl gemerkt) und suchten einen Supermarkt, was sich in einem verschlafenen Kaff wie Bonn als echte Herausforderung erwies. Nach mehreren Befragungen der Ureinwohner fanden wir einen Edeka-Markt und wurden in echter Dorf-Manier gleich beim Eintreten begrüßt. Wir deckten uns also mit ein paar Lebensmitteln, insbesondere Getränken, ein und machten uns wieder auf den Rückweg zum Maritim

Wir schauten uns noch ein Panel von J.G. Hertzler und Robert O’Reilley an, die das Publikum herrlich mit Gags und Show-Einlagen (u.a. einem reißend komischen Hühner-Sketch) bei der Stange hielten. Es folgte ein Panel von Grace Lee Whitney (Janice Rand aus TOS), die einige sehr ehrliche und berührende Geständnisse zu ihrer Alkohol- und Drogenkarriere machte und glaubhaft versicherte, dass sie jetzt clean ist. Kurz vor halb 8 folgte mit einiger Verspätung die Opening Ceremony, in der einige Stars in Deutsch bekundeten, wie sie sich freuen in Deutschland zu sein. U.a. war da Virinia Hey (Zaan, die Blaue aus Farscape). Sie sagte wortwörtlich, ohne sich wohl der Bedeutung der Worte bewusst zu sein: „Ich freue mich, hier sein zu dürfen. Ich komme immer gern nach Deutschland. Ich trage keine Unterwäsche!“ Das Publikum gröhlte! Nach ein paar Sekunden übersetzten ihr Fans die Sätze, die ihr offensichtlich ein Con-Helfer zugesteckt hatte und sie wäre wohl am liebsten im Boden versunken. Danach kam Robert Picardo auf die Bühne und sagte auf Hochdeutsch: „ … eigentlich trage ich Virginias Unterwäsche.“ Woraufhin der Saal wieder kochte. Es liefen noch  sehr interessante Panels von Connor Trinneer und Tim Russ und nach einem Fanfilm (War Stars) machten wir uns auf den Weg zurück in die Jugendherberge. Da natürlich in Bonn ab 21 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden und dann auch kein ÖPNV mehr verkehrt, mussten wir uns notgedrungen für 12€ von einem Taxi fahren lasen.

 

Samstag (Alex)

Müde, dreht man sich aus dem Bett, grausam durch Tom’s Wecker aus dem Land der Land der Träume gerissen. Mit knallroten Augen blickt man in den Spiegel, erinnert sich noch daran, früher an dieser Stelle ein halbwegs menschliches Gesicht wieder erkannt zu haben. 3 Schrippen, und 5 Tassen Kaffe später sieht die Welt schon anders aus. Man hat das Gefühl man sitzt in der Offizierskneipe, überall hocken Gestalten die mindestens 4 Sternen haben an den Tischen. So viele Captains hat die ganze Flotte nicht. Einige Verzögerungen später erreichen wir schließlich –dank modernster, schnellster und vor allem häufig fahrender Verkehrsmittel, das Hotel Maritim in Bonn, wo wir teilnehmen an der größten Science Fiction Con Europas die FED CON 12. Mit einem zufriedenen Grinsen, lassen wir die endlose Schlange der Wartenden, für die ein-Tages-Tickets hinter uns, zeigen wie es im Laufe des Tages noch zigmal sein wird (nerv!) unsere Armbänder und Eintrittskarten vor und gehen in das erste Panel. Antony Montgomery, erzählt aus seinem Leben, beantwortet die –zugegebenermaßen- meist dämlichen Fragen und rappt am Schluss noch etwas, zum deutlichen Unmut der älteren Fans, die mit dieser Musikgattung überhaupt nichts anfangen können. Danach trennen sich unsere Wege, Tom bleibt weiter bei den Panels, ich ziehe meines Weges durch die Händlerräume und schaue kurz bei den Modellen vorbei, die wir ausgestellt haben. Sie stehen noch. Unterwegs läuft man immer wieder Trekkis in den verschiedensten Kostümen hinterher, einige sicherlich in Wochenlanger Arbeit und mit viel Aufwand und Geld erstellt, andere so peinlich und dumm, das man am liebsten im Boden versinken möchte. (Pappmaché-Borg-Girl! It’s just for YOU!) Etwas später dann trifft man sich auf der Auktion wieder. Alle möglich Geräte und Autogramme kommen unter den Hammer. Darunter auch –seufz- ein echter Tricorder. Für 300 Emmchen geht er an den Chef der FED CON, einen Mann, den nur die eigene Mutter lieben kann. Eine Halbe Stunde später – und 57  Euro ärmer geht zu den Fotoshootings. Hier sei nur kurz aus persönlicher Sicht darauf hingewiesen das ich es absolut unlegitim finde, bei einem Eintrittspreis von 110 Euro, weiter 15 Euro pro Foto zu

verlangen. Ich plaudere kurz mit Robert Picardo und Tim Russ, die sogar etwas von meinem englisch verstehen und nett „danke“ sagten Tim Russ murmelt noch etwas über meine schwarzen Klamotten, aber ansonsten geht alles glatt. Zwischendurch machen wir einen kleinen Abstecher in ein Chinarestaurant, wo wir „alte Bekannte“ treffen, diese aber –mehr oder weniger gekonnt- ignorierten. Gegen Abend –und zwei weiter Tassen Kaffee später kommen wir dann zu dem Panel von Nichelle Nicols, sie erzählt gerade etwas über eine der (historisch gesehen) wichtigsten Szenen in „TOS“, den Kuss zwischen Kirk und Uhura, der eigentlich für jemanden anders vorbreitet war. Den meiner Meinung nach besten Auftritt liefert der nachfolgende Robert Picardo, da er zu Beginn auf deutsch spricht, eine angenehme Abwechslung, da selbst die Kostumwettbewerbe auf englisch von statten gehen und man, es sei denn man hat einen Doktor in Englisch, nur knapp ein Drittel der Plauderei übersetzen kann. Nach einem Panel von Bra’tac kamen wir zu dem Abschließenden Teil des Abends, der Disco, die so manche (nicht alle!) Minuspunkte des Tages wieder wettmacht, da zum einen die Musik ganz nett ist, und andererseits Mister Hertzler, Picardo und Mr. Montgomery sich sehen ließen. Für Tom war der Abend die Wucht, besonders wegen dem Steuermann der Enterprise, ich für meinen Teil hatte auch meinen Spaß. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Eva und Rebecca...JJJ...es war... „nett“

Gegen 4 Uhr erreichen wir unser „Hotel“ um kurz darauf eingelassen zu werden. Müde fallen wir in unsere Betten, wohl wissend, dass es sich eigentlich nicht lohnt. Irgendwo riecht es  schon wieder nach Kaffee...

Sonntag (Steffi)

FedCon-Sonntage sind immer hart... durch die lange und wirklich klasse Party am Samstag Abend, fällt es schwer früh aufzustehen, aber als Gater hatte man da eigentlich keine andere Wahl, denn um 1000 war Tony Amendola schon mit dem ersten Panel dran...

Und wie jedes Jahr hatte der Master of Ceremony, Marc B. Lee, einen tierischen “Hang-over“, denn Amis und deutsches Bier vertragen sich nur bedingt... J

Aber nicht nur Marks Anblick, sondern auch Tonys Panel war das frühe Aufstehen wirklich wert, denn es macht Spaß Tony zuzuhören, da er a) viel zu berichten hat und b) auch einen wundervollen Humor besitzt. So erfuhren wir unter anderem, dass er in der 8. Staffel von Stargate mindestens 3mal in seiner Rolle als Bra´tac zu sehen sein wird!

Nach Tony sollte Musetta Vander ihr 2. Panel halten, doch dies fand leider nicht statt, da sie aus terminlichen Gründen früher als geplant zum Flieger musste. Es wäre schön gewesen sie noch einmal auf der Bühne zu sehen, weil sie in vielen Sci-Fi/Fantasy-Serien mitgespielt und somit auch viel Interessantes zu erzählen hat.

Plötzlich mit etwas “Freizeit“ ausgerüstet, wurde beschlossen erstmal Koffein einzuschütten... Und bei der Gelegenheit traf ich dann auch die Jungs zum ersten Mal an diesem Tage... Beide hielten sich an ihren Kaffeetassen fest, während ich an meiner Cola nuckelte... J Aber unsere Wege trennten sich kurz darauf wieder, da sie bald Einlass zur Autogrammstunde erhalten würden...

Das nächste Panel hielt dann Ed Wasser. Bei seinem Panel war die Stimmung mächtig getrübt, denn just an diesem Morgen hatte man erfahren, dass Richard Biggs (Dr. Stephen Franklin; B5) am Vortag an einem Herzinfarkt gestorben war... Ich war bei diesem Panel nicht dabei, da ich gerade beim üblichen FedCon-Sport war... Schlange stehen bei der Autogrammstunde. Aber auch im Main-Deck, wo die Stars saßen und signierten, wurde die Nachricht auf der Leinwand eingeblendet und meine Begleitung und mich hat dies schon mächtig getroffen, da wir beide gerne Babylon 5 gesehen hatten und Richard auch häufig auf der FedCon zu Gast gewesen war...

Da uns dadurch nach der Autogrammstunde nicht mehr wirklich nach einem Panel zumute war, beschlossen wir erstmal frische Luft zu schnappen und dann unsere liebste Bonner-Telefonnummer zu wählen... nein, nicht die Seelsorge, sondern den Pizzadienst! *grins*

Während wir nun auf unser Essen warteten bzw. uns auf dieses stürzten, hielten Amber Benson und Nichelle Nichols parallel ihre jeweils zweiten Panels. Amber war dabei etwas gehandicapt, weil sie sich bei einer weniger angenehmen Begegnung mit einer Mülltonne das Bein gebrochen hatte. Aber nichtsdestotrotz war ihr erstes Panel ziemlich lustig und interessant gewesen.

Auch wenn ich Nichelle nur einmal gesehen habe, muss ich sagen, dass sie eine sehr beeindruckende Persönlichkeit ist und auch wenn ich nu nicht wirklich ein “richtiger“ Trekkie bin, war es schon außergewöhnlich jemanden von der Originalserie auf der Bühne zu erleben.

Nach unserer “kleinen“ Stärkung und einer finalen Runde durch die üppig ausgestatteten Händlerräume, waren wir bereit uns wieder ins Main-Deck zu “stürzen“... Denn jetzt begann der spaßigste Teil des Tages – die Doppelpanels, bei denen jeweils zwei Schauspieler aus einer Serie zusammen auf der Bühne standen...

Den Anfang machten Connor Trinneer und Anthony Montgomery. Auch wenn ich nicht wirklich ein Fan von Enterprise bin – die Schauspieler aus der Serie, die ich bis jetzt live gesehen habe, sind echt klasse und die beiden gehören eindeutig dazu. Anthony konnte man ansehen, dass ihn die Anzahl der Fans bei der Con und die Stimmung einfach umgehauen hat. Aber das hat ihn nicht weiter dabei gebremst die Fragen der Fans – zum Teil sehr humorvoll – zu beantworten. Und auch Connor war echt klasse... Während der Con hatten Fans und Schauspieler erfahren, dass eine 4. Season von Enterprise genehmigt worden ist. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, war die Freude darüber auf beiden Seiten sehr groß. Einen letzten Kommentar muss ich zu den Jungs noch machen... die beiden sind auch was für´s Auge... *vbg*

Als nächstes traten dann Robert Picardo und Tim Russ auf die Bühne. Beide waren sehr leger gekleidet im Vergleich zum Vortag, aber dies war auch schon alles was sich geändert hatte... Ihr Humor und ihre Sangeskünste waren noch immer dieselben und von beidem zeigten sie uns einige Beispiele. Mit am herrlichsten war der Moment, als sie zusammen “You´re my sunshine“ gesungen haben, wobei Tim den Part von Seven übernahm! *bg* Das Panel der beiden war eindeutig zu kurz, denn die beiden zusammen sind einfach ein herrliches Gespann.

Den Abschluss bildeten Julie Benz und  Tom Lenk, die beide sehr sympathisch waren. Tom war auf der Bühne schon sehr niedlich, nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen seiner Art. Wenn man ihn beobachtet hat, ist einem schon aufgefallen, dass er eigentlich reichlich schüchtern ist und demzufolge zum Teil auch etwas verkrampft auf der Bühne stand... Aber er hat das Panel tapfer bis zum Ende durchgestanden! *grins* Julie hatte damit weniger Probleme, sie hatte auf der Bühne sichtlich Spaß und teilte diesen mit dem Publikum und erzählte unter anderem, von den diversen Abschiedspartys am Set, wenn ihr Charakter “mal wieder“ gestorben war...

Und nach diesem Panel ging es schon mächtig auf die Closing zu. Aber bevor diese startete, löste Marc noch ein Versprechen ein – er zeigte uns die ersten 5 Minuten von Shrek 2... Leute, diesen Film müsst ihr sehen, ich hab schon lange nicht mehr so gelacht und es waren nur FÜNF Minuten!!! J

Die Closing wurde eingeleitet von Tafkav – The Artists formerly known as Vedeks... diese Jungs und Mädels nehmen so gut wie alles während ihrer Performances auf die Schippe, aber es ist immer wieder herrlich ihnen zuzusehen.

Dann traten nacheinander noch einmal die Stars auf um noch ein Liedchen zu singen oder aber mit ihren mehr (u.a. Robert Picardo) oder weniger (u.a. Virginia Hey) vorhandenen Deutsch-Kenntnissen zu glänzen...

Danach kamen noch einmal alle gemeinsam auf die Bühne und wir Fans machten Krawall ohne Ende, aber leider mussten sich die Stars dann doch von uns verabschieden und traten ein letztes Mal durchs Gate, während die Fans sich schweren Herzens auf die Heimreise machten...

To be continued... on next FedCon!

Written by Tom Erdmann, Tribblemaster, Spooky

 

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