|
|
HYPERSPACE
VISION





DOWNLOADS



VISION'S LOG












INFOS





 |
|

Das Unternehmen Star Trek:
The Experience stand anfangs ganz schön auf der Kippe.
Am Sonntag, den 27.03.
versuchte ich mit Hilfe der Mutter meines Gastgebers Dan ein Auto zu mieten
um die 380 Meilen (≈ 600km) von San Diego nach Las Vegas zu fahren. Doch es
stellte sich als äußerst schwierig heraus mit unter 25 Jahren und ohne
Visa-Karte in den USA ein Auto zu mieten. Entweder wäre ich für die 3 Tage
mit 300 Dollar + Benzingeld zur Kasse gebeten worden oder es wäre überhaupt
nicht gegangen. Aber 500 $ wollte ich für die drei Tage nun wirklich nicht
ausgeben.
Ich hatte fast die Muse
verloren, als Dan die Idee kam, mit dem Bus zu fahren. Also suchte ich auf
www.Greyhound.com und fand schließlich für 47 $ eine geeignete
Verbindung. Am Montagmorgen ging es dann aus dem Haus um noch das Ticket zu
kaufen und mich dann um 12 Uhr Mittags in den Bus zu setzen. Leider fiel mir
am Busbahnhof ein, dass ich ja gar nichts zu Lesen mitgenommen hatte. Ich
kaufte mir noch eine San Diego Tribune und machte mich dann auf die
8stündige Fahrt.
Neben mir saß ein übel
riechender Mexikaner, der sich im Schlaf mehrmals an mich kuschelte, was
eine der widerlichsten Erfahrungen meines Urlaubes war. Mit einem
gelegentlichen „Excuse me!“ brachte ich ihn dazu für einige Minuten von mir
zu lassen. Doch nach achteinhalb Stunden Fahrt hatte ich auch das
überstanden. Mein Hotel, auch mit Hilfe von Dans Mutter gebucht, fand ich
relativ schnell. Ich warf meine Klamotten in die Ecke des riesigen Zimmers
und machte mich auf, Las Vegas ein wenig zu erkunden und das Hilton-Hotel,
wo die Experience statt fand zu finden. Nach einer Stunde laufen, wobei ich
von einer Nutte und drei Pennern angesprochen wurde fand ich dann das Hilton
und wusste somit wohin ich morgen musste. Doch ich nahm mir vor, den Bus zu
nehmen.
Am Dienstag war es dann
soweit. Um 9 Uhr stand ich auf und machte mich über das reichhaltige
Frühstücksbuffet
her. Oh mann, es gibt wirklich Amerikaner, die drei Steaks
zum Frühstück (!) essen!! Naja. Kurz nach 11 war ich dann am Hilton und
stellte mich an die Schlange an. Offenbar gab es wenigstens hier zu Lande
noch viele Leute, die sich für Star Trek interessierten, denn 35 $ Eintritt
ist nicht gerade ein familienfreundlicher Preis, oder eine Summe, die zu
einer Spontanentscheidung veranlasst. Als ich dann 20 Minuten später am
Schalter angekommen war, lies ich mir noch ein „Captain’s Chair“ Foto für 15
$ andrehen. Auf ein Borg-Alkoven-Bild verzichtete ich dann, da ich dieses ja
zum Nulltarif auf der Fedcon machen könnte. Ich musste dann an einer
bestimmten Stelle des sog. Museums warten um von einem Starfleet-Officer
abgeholt und zur Brücke geführt zu werden. Das „Museum“ soll das größte
seiner Art weltweit sein. Aber so riesig wie der Name vermuten lässt, war es
dann doch nicht. Es enthielt doch aber einige sehr schöne und interessante
Dinge. Angefangen wurde mit Modellen aus den Anfängen der irdischen
(amerikanischen) Raumfahrt: Die Apollo-Kapsel und das Space Shuttle. Dann
ging es weiter mit den original
Uniformen der Captains Kirk und Archer über
Weltraumanzüge aus Star Trek: Der Film bis zur Uniform von Captain Janeway.
Dazwischen waren noch einige kleinere Nettigkeiten, wie Picards Tagebuch aus
Star Trek: Treffen der Generationen, der Ressikianischen Flöte aus
TNG: The Inner Light und den Babyschuhen und Windeln, die B’Ellana
Torres und Tom Paris in Voyager bekommen haben. Weiter ging es vorbei an
verschiedenen Starfleet Feuerwaffen, einem Photonentorpedo und mehreren
Raumschiffmodellen. Der ganze „Museums“-Gang, denn mehr als ein 150 Meter
langer gewundener Korridor war das nicht, wurde von einer Zeittafel,
angefangen mit den ersten Vulkaniern vor Christi Geburt bis ins 30.
Jahrhundert durchzogen.
Dann kam ich an mehreren
Postern die die fünf Seriencrews zeigten vorbei, wo ich mit anderen Gästen
auf den Starfleetoffizier warten musste, der uns dann auf die TNG-Brücke
bringen sollte. Mit einer viertel Stunde Verspätung kam er dann auch.
Stilecht wurden wir von einigen weitern Uniformierten begrüßt und sehr
gesittet an der Steuerbordseite der Brücke in eine Schlange geführt wo dann
jeder darauf wartete sich auf den Sessel setzen
zu dürfen. Es ist doch
erstaunlich, wie viel größer die Brücke in der Serie und erst recht im
Kinofilm wirkte. Die einzelnen Proportionen stimmten, doch ich hätte mir
diesen Raum noch um einiges größer vorgestellt. Als ich an der Reihe war,
fiel mir auf, dass der Stuhl ganz schön abgegriffen und abgesessen war. Aber
das ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass solche Aktionen seit
fünf Jahren mehr als hundert Mal täglich gemacht werden. Als dann das
Vögelchen aus der Kamera kam wartete ich mit den anderen vor Picards
Bereitschaftsraum. Als ich dann meine Kamera vorzückte wurde ich von der
freundlichen Starfleet-Dame mit einem „No private photos, please!“ zurück
gepfiffen. Na, das hätte ich mir ja auch fast selbst denken können. Als dann
alle fertig waren, durften wir uns noch etwas umsehen und sogar Knöpfe
drücken. Doch irgendjemand hatte die Wegfahrsperre oder die Kindersicherung
aktiviert. Jedenfalls passierte bei mir gar nix!!!
Der Starfleet-Officer mit
der Strampelanzug-Uniform erklärte uns, dass dies nicht die Originalbrücke
aus der Serie sei und dass man eine kleine Veränderung im Gegensatz zum
Original vorgenommen hatte. Der hintere Teil, dort wo normalerweise Worf
steht, ist um etwa 30 cm tiefer gelegt worden, wie man vielleicht auch auf
dem Foto erkennen kann. Als wir uns dann umgesehen hatten wurden wir wieder
nach draußen geführt und ich stellte mich endlich an eine Schlange der
beiden Rides. Ich erwischte die „Borg Invasion 4D". Unterdessen mischten
zwei Klingonen und ein Ferengi die Menge auf und verkürzten so die
Wartezeit. Nach einer halben Stunde und der mehrmaligen Aufforderung bitte
keine elektronischen Aufzeichnungsgeräte mit zu führen (ich habe doch
wenigstens den Ton aufgenommen) ging es dann los.
An Bord der
Copernikus-Forschungsstation begrüßte uns ein Lieutenant Stevens. Er
erklärte uns, dass wir an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen werden.
Doch der Doktor, das MHN, das nach der erfolgreichen Rückkehr der Voyager
auf die Copernikus-Station transferiert wurde, und in einem Labor im
Nachbarraum arbeitet, könne uns das alles besser erklären. Der Bildschirm
wurde aktiviert und ein freundlich drein grinsender Doktor begrüßte uns und
bedankte sich noch mal ausdrücklich dafür, dass wir uns für diesen Versuch
zur Verfügung gestellt hätten. (Ey Alter, ich hab mich nicht freiwillig
gemeldet, ich hab n heiden Geld für das Spektakel hier bezahlt!!!) Wir alle
hätten nämlich besondere Zellen des Immunsystems, die die Grundlage für
mehrere medizinische Heilverfahren lieferten und eventuell sogar eine
wirksame Abwehr gegen die Borg-Nanosonden sein könnten. Doch ehe er seine
Präsentation beenden konnte, wurde Roter Alarm ausgelöst.
Auf dem Bildschirm
erschien ein Borgkubus und dank der laut dröhnenden und dramatischen Musik
bekam man wirklich eine Gänsehaut. Sie griffen die Station an. Das Beben
wurde mit einer leichten Vibration des Fußbodens simuliert (Wahrscheinlich
hat man einfach einen Subwoofer in voller Lautstärke auf den Boden
gestellt.) Unser Lt. Stevens fuchtele wild mit dem Armen und rief uns auf,
uns irgendwo fest zuhalten, wobei er sich mit aller Kraft gegen die Konsole
stützte. Doch in einer Traube von 30 Menschen hat man nicht viele
Möglichkeiten sich irgendwo fest zu halten, also lies ich es sein. Die Borg
attackierten die Station weiter und trennten Sektion C heraus. Dort befanden
sich wir und das Forschungslabor. Der Doktor erklärte uns nun, dass wir
sofort evakuiert würden und rief ein Diagramm unseres Shuttles, der Olympia
auf. Draußen wummerte es an der Tür und ein sichtlich mitgenommener
Starfleet-Offizier mit großer Wumme erzählte, dass die Borg bereits an Bord
seien und wir unverzüglich zur Olympia müssten. Der Trupp setzte sich
langsam (aber wirklich sehr langsam, immerhin waren da
200-Kilo-McDonald-Amis dabei) in Bewegung. Doch draußen warteten die Borg
schon auf uns. Lt. Stevens hielt sie mit seinem Phaser hin und schoss uns
den Weg frei. Der Offizier mit der großen Wumme stellte sich hinter eine
Konsole mit dem Rücken zur Wand und versuchte für uns die Türen zur Olympia
zu öffnen. Doch die Borg hatten bereits das gesamte System assimiliert. Er
nahm seine Wumme und zerschoss die Kontrolltafel neben der Tür; war n echt
cooler Effekt. Daraufhin, oh Wunder, öffnete sich die Tür. Doch für ihn kam
jede Hilfe zu spät. Er wurde von einer Borghand, die sich die Decke herunter
lies nach oben gezerrt. Ein Stunt, den Paramount nicht besser hätte machen
können. Einige Leute lachten zwar blöd, aber ich fands echt cool. Bevor wir
die Olympia betraten, mussten wir noch einen „Visor“ aufsetzen, dabei
handelte es sich um eine 3D-Brille, wie im IMAX-Kino. In der Olympia, deren
Innenraum die Größe eines Kinosals hatte, ok, letztendlich war es ja auch
einer, nahm ich Platz und wir verließen den Shuttlehangar. Sogleich nahmen
uns die Borg unter Beschuss und zerstörten unseren schönen, schönen
Bildschirm. Dies sah dank der 3D-Brille wirklich richtig plastisch aus. Als
wir dann noch von einem Traktorstrahl in das innere des Borgwürfels gezogen
wurden, wurde unsere Pilotin langsam panisch. Doch ich bewies Nerven aus
Stahl und blieb ganz amüsiert in meinem Sessel sitzen ( J, wo ist das
Popcorn!?!). Das Shuttle wurde von mehreren kleinen Borgschifchen
angegriffen und die Brille lies es so aussehen, dass sie durch den ganzen
Raum fliegen. Manche von ihnen explodierten auch, worauf hin dann feinste
Wassertröpfchen versprüht wurden; das wirkte ziemlich echt. Als unsere
Waffensystem dann ausfielen, nahm sich der Co-Pilot ein Gewehr und ging nach
draußen und schoss auf die kleinen Borgschiffchen. Plötzlich kam die
Borgqueen an Drähten herbeigeschwebt, wie in Star Trek: First Contact.
Sie kam ganz nah an mein Gesicht, gut wahrscheinlich sah sie jeder mit
seiner Brille ganz nah an seinem Gesicht, und erzählte uns mal wieder was
vom Untergang unserer Spezies. Ich wollte wieder in meine Popcorntüte
greifen. Als ihr Oberkörper dann auf den Rest von ihr geschraubt wurde,
zeigte sie uns noch Bilder von mehreren Crewmitgliedern, die gerade
assimiliert werden. Dann wurden wir von mehreren Schläuchen mit Werkzeugen
daran untersucht.
Und hier haben sich die
Macher der Experience was Tolles einfallen lassen.
Während die Schläuche und
Werkzeuge immer näher an mich heran kamen, piekten mit mehrere Bolzen, die
in die Sitze eingearbeitet waren in den Rücken und in den Hintern. Für
einige Besucher war dass offenbar zu viel und sie kreischten hysterisch auf.
Und auch ich hätte beinahe meine Popcorntüte fallen gelassen, wenn ich nur
eine gehabt hätte. Doch dann kam die Rettung. In weiter Ferne konnte man die
Voyager ausmachen, die sich ihren Weg durch das Innere des Borgschiffes
schoss. Auf dem Bildschirm erschien Admiral Janeway, die der Borgqueen
deutlich machte, dass sie keine Chance gegen die Voyager hatte und die
Olympia frei geben sollte. Doch diese dachte nicht daran aufzugeben und so
holte uns mit ihrem Traktorstrahl aus der Umklammerung der Borg, schoss uns
wieder den Weg nach draußen und zerstörte das Borgschiff. Am Ende meinte
Janeway noch, dass die Menschen eine Eigenschaft haben, die sie den Borg
entgegenstellen können: den menschlichen Geist („the human spirit“). Mit
diesen Worten war der Ride beendet und wir gaben am Ausgang unsere Visors
wieder ab und ich sah mich in den zwei Geschäften, die neben dem Quarks
lagen.
Nun ging es los zum
zweiten Ride: Klingon Encounter. Auch hier mussten wir alle elektronischen
Geräte (incl. Toaster, das haben die echt gesagt!!) abschalten. Wir wurden
nun nicht wie vorher in Borg Invasion 4D von Starfleet-Offizieren empfangen,
sondern folgten den Korridoren zu einem weißen Raum mit einem Fernseher auf
dem erst einmal viel Werbung für die Experience gebracht wurde. Nachdem wir
damit etwa fünf Minuten berieselt wurden, kamen zwei Hotel-Mitarbeiter zu
uns und führten uns in einen anderen Raum, der schon ein wenig trekkiger
aussah und offenbar den Vorraum für einen Flugsimulator darstellte.
Wir
sollten nun vier Reihen mit nicht mehr als sieben Leuten in einer Reihe
bilden. Das erforderte von einigen Mitreisenden offenbar eine
Geistesleistung, die sie ohne mehrmalige fremde Hilfe nicht bewältigen
konnten. Einer der Hotelangestellten bat uns, den Instruktionen auf den
Monitoren aufmerksam zu folgen und verabschiedete uns mit einem „Enjoy your
ride!“ Mitten im Sicherheitsvideo flackerte das Licht und es wurde
stockfinster. Es erklangen mehrere Störgeräusche und unsere Begleiter
ermahnten uns voller Panik doch bitte Ruhe zu bewahren. Nach wenigen
Sekunden flammte das Licht wieder auf und wir standen im Transporterraum der
Enterprise-D. Der Transporteroffizier meldete Commander Riker, dass er uns
sicher an Bord hätte. Dann wandte er sich zu uns und erklärte uns mit
betretener Mine, dass wir nun 10 Millionen Meilen von der Erde entfernt auf
dem Raumschiff Enterprise in einer Zeit, die wir die Zukunft, das Jahr 2371,
nennen, seien. Unsere „Betreuer“ wurden aufs Sicherheitsdeck gebracht und
wir sollten einem herbeigeeilten Lieutenant auf die Brücke folgen. (Ich weiß
nicht, aber ist das die normale Vorgehensweise; eine Gruppe daher gelaufener
Weltraumtouris sofort zum sensibelsten Bereich eines Sternenflottenschiffes,
auf die Brücke zu bringen??? Aber egal, sonst würden wir die wohl nie
sehen.) Nach einem kurzen Spaziergang um die gewundenen Korridore kamen wir
ohne einen Turbolift (?????) zu betreten auf die Brücke. Dort herrschte
reges Treiben. Der Starfleet-Offizier, der uns zu Anfang, nach der
Fotosession, begleitet hatte, reihte uns kurz hinter der taktischen Konsole
auf, so dass wir alle sowohl guten Blick auf den Hauptschirm hatten, als
auch die Brückencrew Zugang zu den hinteren Wissenschafts- und Technischen
Stationen hatte.
Über Intercom meldete sich
Commander Riker und fragte, ob wir endlich diese Klingonen abgehängt hätten.
Die wachhabende Offizierin verneinte dies, woraufhin Riker Roten Alarm
befahl. Überall heulten die Sirenen auf und der Betrieb wurde noch
hektischer.
Der Erste Offizier erschien auf dem Schirm und stellte sich uns
vor. Er befand sich zusammen mit Geordi LaForge in der Shuttlerampe und
arbeitete an einer Fähre. Er erklärte, dass wir im 21. Jahrhundert von
Klingonen entführt worden seien, dann befahl er Lt. Edwards uns zu zeigen,
was sich hinter dem Schiff befand. Auf dem Schirm erschienen zwei
Klingonische Schiffe, die sich mit Warpgeschwindigkeit auf uns zu bewegten.
Riker erklärte weiter, dass diese sich unter dem Kommando von Captain Korath
befänden. Dieser hätte einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entdeckt und
versucht uns dort hindurch zu transportieren. Geordi LaForge erklärte, dass
es der Geheimdienst glücklicherweise Wind von diesem Vorhaben bekam und so
konnte man unseren Transporterstrahl in letzter Sekunde auf die Enterprise
umlenken. Doch in dem Moment als wir an Bord kamen, geschah etwas seltsames.
Captain Picard, der kurz zuvor noch auf seinem Stuhl gesessen hatte,
verschwand plötzlich. Und Riker glaubt zu wissen warum. Koraths Plan war es
einen Vorfahren von Picard zu kidnappen, so dass der Captain niemals geboren
wird. Und es scheine so, dass einer von uns dieser Vorfahre sei. Um die
Zeitlinie wieder in Ordnung zu bringen, müsse man uns wieder dort
zurückbringen, wo wir hin gehören. Auf einmal wurde taktischer Alarm
ausgelöst. Die Klingonen luden ihre Waffen. Per Bildschirm forderte Korath,
den „Vorfahren“ zu übergeben, dann würde er die Enterprise verschonen. Doch
Riker, heroisch, erklärte, dass wir unter seinem Schutz stünden. Der
Klingone spuckte noch einige Beleidigungen aus. Riker sagte, dass man
versuchen würde, die Klingonen in einem Nahe gelegenen Nebel abzuschütteln.
Das Shuttle an dem er und Geordi gerade arbeiteten würde uns dann durch den
Riss wieder in unsere Zeitlinie bringen. Ein Fähnrich bat uns in den
Turbolift, der uns zur Shuttllerampe bringen würde. Und der Trupp kam wieder
gaaaanz langsam in Trott. Als wir im Turbolift waren und dieser sich in
Bewegung gesetzt hatte (Nebenbei: hier war auf relativ witzige Art zu
spüren, dass die Kabine sich einfach in Drehung versetzt hatte, denn alle
Leute machten plötzlich einen Rück in tangentialer Richtung), kam die
Meldung, dass wir uns dem Nebel genähert hatten und auf Impuls gingen. Dies
war die Chance für die Klingonen. Sie feuerten mit allem, was sie hatten.
Wieder wurden wir mit den Subwoofern durchgeschüttelt. Fähnrich Thomas,
unser Begleiter, versuchte die Kabine zu stabilisieren, doch wir stürzten
ab. Zumindest schrie er „Free Fall!!“ und an den kleinen Fensterchen im Lift
konnte man die Lichter immer schneller vorbei rasen sehen. Doch irgendwann
gelang es unserem Helden, den freien Fall zu stoppen. Offenbar war unsere
Reisetruppe wirklich ein lahmerer Haufen, als das Programm vorsah. Denn auf
Rikers Frage, ob alle in Ordnung seien, antwortet der der Fähnrich lediglich
verschmitzt: „Keine Ahnung Sir, sie sind sprachlos.“ Ein bisschen mehr
Interaktion war sicherlich vorgesehen. Als wir die Shuttlerampe erreicht
hatten, erklärte uns eine Dame den Weg zur Shuttlerampe. Als wir dann die
Kabine verließen, meinte der Fähnrich noch: „ I suggest, you all hurry a
little bit, this is an emergency situation and not vacation time an Risa!“
Die Menge lachte bloß. Als wir dann von zwei Offizieren vor dem
Shuttlehangar empfangen wurden, forderten auch sie uns auf, vier Reihen à
maximal 7 Leute. Dieses Mal klappte es ein wenig besser; die Dummbolzen, die
es vorher nicht richtig gebacken bekamen, haben offensichtlich dazu gelernt
und sind über das Fingerrechnen hinaus gewachsen.
Nun wies uns Commander
LaForge stilecht über den Bildschirm in die Sicherheitsbestimmungen an Bord
ein. Als das Video dann fertig gespielt war, sollten sich bestimmt die
Shuttletüren öffnen, doch nichts geschah. Lediglich das Geräusch von sich
öffnenden Schotten wurde eingespielt. Das Programm sah sicherlich vor, dass
auch gleichzeitig die Shuttletore geöffnet werden sollten. Mit ausdruckloser
Mine warteten die Offiziere in Habachtstellung. Langsam fing die Menge zu
murmeln an. Mit gespielter Routine erklärte uns die Technikerin nochmals die
Sicherheitsbestimmungen und, dass die Shuttlerampe soeben der Druckausgleich
hergestellt wurde. Wieder wurde das Geräusch eingespielt. Die Technikerin
sagte, dass sie das im Maschinenraum checken wolle und verließ den kleinen
Raum über eine Seitentür. Offenbar war man auf dieses Problem nicht
vorbereitet, denn diese Tür war nur im Raumschiffstil angemalt. In
Wirklichkeit handelte es sich um eine schwere knarrende Eisentür. Dieses für
Star Trek untypische Geräusch eines quietschenden Scharniers löste ein
beherztes Lachen der Menge aus. Der verbliebene Techniker überspielte dies
mit einem lauten freundlichen „How is everybody today?“ und „Where are you
guys from?“. Nach einer kurzen Weile hatte die Technikerin wohl den
eingeschlafenden Shuttleingenieur geweckt, denn wie von Geisterhand öffneten
sich die Shuttletüren; mit dem dazu passenden Geräusch. Wir betraten das
Shuttle (ok, Flugsimulator), schnallten uns an und die Schotten schlossen
sich wieder. Die Kabine
wäre nichts für Klaustrophobiker. Der Ritt begann.
Wir verließen die Shuttlerampe und flogen in den Nebel und wurden gleich von
den Klingonen angegriffen.
Wir durchquerten
Nebelschwaden und wurden bei den rasanten Kurven ziemlich durchgeschüttelt
(diesmal ohne Subwoofer, denn wir befanden uns ja in einem Flugsimulator).
Nach einigen Minuten erreichten wir uns den Riss, der uns wieder nach Las
Vegas bringen sollte (das wurde auch langsam Zeit, ich hatte nämlich Hunger…
mal wieder). Doch die bösen Klingonen hatten nichts Besseres zu tun, als uns
durch den Riss zu folgen. Wir machten noch einen wirklich coolen Ritt über
Las Vegas und den sog. Strip (das ist die Straße mit den vielen skurielen
Hotels). Doch die Klingonen ließen nicht locker und so zerstörten unsere
Piloten deren Schiffe. Nach der kurzen Straßenschlacht landeten wir wohlauf
im Keller des Hilton-Hotels (keine Ahnung, wie man von oben in den Keller
kommt, aber egal), wo uns dann abermals ein Hotelmitarbeiter abholte.
Draußen lief ein Fernseher, der zwei Nachrichtensprecher zeigte. Diese
verlasen gerade die Meldung, dass am Himmel von Las Vegas ein unbekanntes
Flugobjekt gesichtet wurde… wirklich sehr nett.
Danach ging ich noch ein
wenig in den drei kleinen Shops schlendern und setzte mich dann ins Quarks.
Diese Lokal ist wirklich sehr schön gemacht. Zwar besteht es nicht wie das
„echte“ aus zwei Ebenen und einige wichtige Details fehlten, doch hat man
sich durchaus sehr an DS9 erinnert gefühlt und für eine Nachbildung ist
dieses Lokal sehr gut gelungen. Ich bestellte mir eine Sprite und ein
Photon Torpedo Sandwich. So trek-mäßig sah das Ding zwar nicht aus,
hatte aber dafür einen astronomischen Preis.
Fazit:
Mein Gott: Ich war auf der Star Trek: Experience!! Seit das Ding vor fünf
Jahren aufgemacht hat, wollte ich schon dahin!!! Ok, nun war ich da. Auch
wenn ich mir das alles etwas größer vorgestellt hatte, war es doch schon
sehr toll. Allerdings: Wer 1999 in Düsseldorf bei der Star Trek: World Tour
war, der hatte ein mindestens genau so großes „Museum“ und einen ähnlichen
Ride wie Klingon Encounter mit gemacht. Doch jedem, der sich mal im
Umkreis von 1000 km von Las Vegas befindet (und sich natürlich für Star Trek
interessiert), dem würde ich auf jeden Fall raten, die Experience zu
besuchen. Auch Las Vegas ist einen Besuch wert. Allerdings habe ich, man
glaubt es kaum, keinen einzigen (wirklich: nicht einen) Penny dort verzockt.
Aber: ABSOLUT LOHNENSWERT!!!
Weitere Stationen:
Der Walk
of Fame in Hollywood mit den Handabdrücken der Star Trek-Classic-Crew vor
dem Chinese Theatre.

  
Text by: Tom
Erdmann; photos: private |