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Das Unternehmen Star Trek: The Experience stand anfangs ganz schön auf der Kippe.

Am Sonntag, den 27.03. versuchte ich mit Hilfe der Mutter meines Gastgebers Dan ein Auto zu mieten um die 380 Meilen (≈ 600km) von San Diego nach Las Vegas zu fahren. Doch es stellte sich als äußerst schwierig heraus mit unter 25 Jahren und ohne Visa-Karte in den USA ein Auto zu mieten. Entweder wäre ich für die 3 Tage mit 300 Dollar + Benzingeld zur Kasse gebeten worden oder es wäre überhaupt nicht gegangen. Aber 500 $ wollte ich für die drei Tage nun wirklich nicht ausgeben.

 

Ich hatte fast die Muse verloren, als Dan die Idee kam, mit dem Bus zu fahren. Also suchte ich auf www.Greyhound.com und fand schließlich für 47 $ eine geeignete Verbindung. Am Montagmorgen ging es dann aus dem Haus um noch das Ticket zu kaufen und mich dann um 12 Uhr Mittags in den Bus zu setzen. Leider fiel mir am Busbahnhof ein, dass ich ja gar nichts zu Lesen mitgenommen hatte. Ich kaufte mir noch eine San Diego Tribune und machte mich dann auf die 8stündige Fahrt.

Neben mir saß ein übel riechender Mexikaner, der sich im Schlaf mehrmals an mich kuschelte, was eine der widerlichsten Erfahrungen meines Urlaubes war. Mit einem gelegentlichen „Excuse me!“ brachte ich ihn dazu für einige Minuten von mir zu lassen. Doch nach achteinhalb Stunden Fahrt hatte ich auch das überstanden. Mein Hotel, auch mit Hilfe von Dans Mutter gebucht, fand ich relativ schnell. Ich warf meine Klamotten in die Ecke des riesigen Zimmers und machte mich auf,  Las Vegas ein wenig zu erkunden und das Hilton-Hotel, wo die Experience statt fand zu finden. Nach einer Stunde laufen, wobei ich von einer Nutte und drei Pennern angesprochen wurde fand ich dann das Hilton und wusste somit wohin ich morgen musste. Doch ich nahm mir vor, den Bus zu nehmen.

 

Am Dienstag war es dann soweit. Um 9 Uhr stand ich auf und machte mich über das reichhaltige Frühstücksbuffet her. Oh mann, es gibt wirklich Amerikaner, die drei Steaks zum Frühstück (!) essen!! Naja. Kurz nach 11 war ich dann am Hilton und stellte mich an die Schlange an. Offenbar gab es wenigstens hier zu Lande noch viele Leute, die sich für Star Trek interessierten, denn 35 $ Eintritt ist nicht gerade ein familienfreundlicher Preis, oder eine Summe, die zu einer Spontanentscheidung veranlasst. Als ich dann 20 Minuten später am Schalter angekommen war, lies ich mir noch ein „Captain’s Chair“ Foto für 15 $ andrehen. Auf ein Borg-Alkoven-Bild verzichtete ich dann, da ich dieses ja zum Nulltarif auf der Fedcon machen könnte. Ich musste dann an einer bestimmten Stelle des sog. Museums warten um von einem Starfleet-Officer abgeholt und zur Brücke geführt zu werden. Das „Museum“ soll das größte seiner Art weltweit sein. Aber so riesig wie der Name vermuten lässt, war es dann doch nicht. Es enthielt doch aber einige sehr schöne und interessante Dinge. Angefangen wurde mit Modellen aus den Anfängen der irdischen (amerikanischen) Raumfahrt: Die Apollo-Kapsel und das Space Shuttle. Dann ging es weiter mit den original Uniformen der Captains Kirk und Archer über Weltraumanzüge aus Star Trek: Der Film bis zur Uniform von Captain Janeway. Dazwischen waren noch einige kleinere Nettigkeiten, wie Picards Tagebuch aus Star Trek: Treffen der Generationen, der Ressikianischen Flöte aus TNG: The Inner Light und den Babyschuhen und Windeln, die B’Ellana Torres und Tom Paris in Voyager bekommen haben. Weiter ging es vorbei an verschiedenen Starfleet Feuerwaffen, einem Photonentorpedo und mehreren Raumschiffmodellen. Der ganze „Museums“-Gang, denn mehr als ein 150 Meter langer gewundener Korridor war das nicht, wurde von einer Zeittafel, angefangen mit den ersten Vulkaniern vor Christi Geburt bis ins 30. Jahrhundert durchzogen.

Dann kam ich an mehreren Postern die die fünf Seriencrews zeigten vorbei, wo ich mit anderen Gästen auf den Starfleetoffizier warten musste, der uns dann auf die TNG-Brücke bringen sollte. Mit einer viertel Stunde Verspätung kam er dann auch. Stilecht wurden wir von einigen weitern Uniformierten begrüßt und sehr gesittet an der Steuerbordseite der Brücke in eine Schlange geführt wo dann jeder darauf wartete sich auf den Sessel setzen zu dürfen. Es ist doch erstaunlich, wie viel größer die Brücke in der Serie und erst recht im Kinofilm wirkte. Die einzelnen Proportionen stimmten, doch ich hätte mir diesen Raum noch um einiges größer vorgestellt. Als ich an der Reihe war, fiel mir auf, dass der Stuhl ganz schön abgegriffen und abgesessen war. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass solche Aktionen seit fünf Jahren mehr als hundert Mal täglich gemacht werden. Als dann das Vögelchen aus der Kamera kam wartete ich mit den anderen vor Picards Bereitschaftsraum. Als ich dann meine Kamera vorzückte wurde ich von der freundlichen Starfleet-Dame mit einem „No private photos, please!“ zurück gepfiffen. Na, das hätte ich mir ja auch fast selbst denken können. Als dann alle fertig waren, durften wir uns noch etwas umsehen und sogar Knöpfe drücken. Doch irgendjemand hatte die Wegfahrsperre oder die Kindersicherung aktiviert. Jedenfalls passierte bei mir gar nix!!!

 

Der Starfleet-Officer mit der Strampelanzug-Uniform erklärte uns, dass dies nicht die Originalbrücke aus der Serie sei und dass man eine kleine Veränderung im Gegensatz zum Original vorgenommen hatte. Der hintere Teil, dort wo normalerweise Worf steht, ist um etwa 30 cm tiefer gelegt worden, wie man vielleicht auch auf dem Foto erkennen kann. Als wir uns dann umgesehen hatten wurden wir wieder nach draußen geführt und ich stellte mich endlich an eine Schlange der beiden Rides. Ich erwischte die „Borg Invasion 4D". Unterdessen mischten zwei Klingonen und ein Ferengi die Menge auf und verkürzten so die Wartezeit. Nach einer halben Stunde und der mehrmaligen Aufforderung bitte keine elektronischen Aufzeichnungsgeräte mit zu führen (ich habe doch wenigstens den Ton aufgenommen) ging es dann los.

An Bord der Copernikus-Forschungsstation begrüßte uns ein Lieutenant Stevens. Er erklärte uns, dass wir an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen werden. Doch der Doktor, das MHN, das nach der erfolgreichen Rückkehr der Voyager auf die Copernikus-Station transferiert wurde, und in einem Labor im Nachbarraum arbeitet, könne uns das alles besser erklären. Der Bildschirm wurde aktiviert und ein freundlich drein grinsender Doktor begrüßte uns und bedankte sich noch mal ausdrücklich dafür, dass wir uns für diesen Versuch zur Verfügung gestellt hätten. (Ey Alter, ich hab mich nicht freiwillig gemeldet, ich hab n heiden Geld für das Spektakel hier bezahlt!!!) Wir alle hätten nämlich besondere Zellen des Immunsystems, die die Grundlage für mehrere medizinische Heilverfahren lieferten und eventuell sogar eine wirksame Abwehr gegen die Borg-Nanosonden sein könnten. Doch ehe er seine Präsentation beenden konnte, wurde Roter Alarm ausgelöst.

Auf dem Bildschirm erschien ein Borgkubus und dank der laut dröhnenden und dramatischen Musik bekam man wirklich eine Gänsehaut. Sie griffen die Station an. Das Beben wurde mit einer leichten Vibration des Fußbodens simuliert (Wahrscheinlich hat man einfach einen Subwoofer in voller Lautstärke auf den Boden gestellt.) Unser Lt. Stevens fuchtele wild mit dem Armen und rief uns auf, uns irgendwo fest zuhalten, wobei er sich mit aller Kraft gegen die Konsole stützte. Doch in einer Traube von 30 Menschen hat man nicht viele Möglichkeiten sich irgendwo fest zu halten, also lies ich es sein. Die Borg attackierten die Station weiter und trennten Sektion C heraus. Dort befanden sich wir und das Forschungslabor. Der Doktor erklärte uns nun, dass wir sofort evakuiert würden und rief ein  Diagramm unseres Shuttles, der Olympia auf. Draußen wummerte es an der Tür und ein sichtlich mitgenommener Starfleet-Offizier mit großer Wumme erzählte, dass die Borg bereits an Bord seien und wir unverzüglich zur Olympia müssten. Der Trupp setzte sich langsam (aber wirklich sehr langsam, immerhin waren da 200-Kilo-McDonald-Amis dabei)  in Bewegung. Doch draußen warteten die Borg schon auf uns. Lt. Stevens hielt sie mit seinem Phaser hin und schoss uns den Weg frei. Der Offizier mit der großen Wumme stellte sich hinter eine Konsole mit dem Rücken zur Wand und versuchte für uns die Türen zur Olympia zu öffnen. Doch die Borg hatten bereits das gesamte System assimiliert. Er nahm seine Wumme und zerschoss die Kontrolltafel neben der Tür; war n echt cooler Effekt. Daraufhin, oh Wunder, öffnete sich die Tür. Doch für ihn kam jede Hilfe zu spät. Er wurde von einer Borghand, die sich die Decke herunter lies nach oben gezerrt. Ein Stunt, den Paramount nicht besser hätte machen können. Einige Leute lachten zwar blöd, aber ich fands echt cool. Bevor wir die Olympia betraten, mussten wir noch einen „Visor“ aufsetzen, dabei handelte es sich um eine 3D-Brille, wie im IMAX-Kino. In der Olympia, deren Innenraum die Größe eines Kinosals hatte, ok, letztendlich war es ja auch einer, nahm ich Platz und wir verließen den Shuttlehangar. Sogleich nahmen uns die Borg unter Beschuss und zerstörten unseren schönen, schönen Bildschirm. Dies sah dank der 3D-Brille wirklich richtig plastisch aus. Als wir dann noch von einem Traktorstrahl in das innere des Borgwürfels gezogen wurden, wurde unsere Pilotin langsam panisch. Doch ich bewies Nerven aus Stahl und blieb ganz amüsiert in meinem Sessel sitzen ( J, wo ist das Popcorn!?!). Das Shuttle wurde von mehreren kleinen Borgschifchen angegriffen und die Brille lies es so aussehen, dass sie durch den ganzen Raum fliegen. Manche von ihnen explodierten auch, worauf hin dann feinste Wassertröpfchen versprüht wurden; das wirkte ziemlich echt. Als unsere Waffensystem dann ausfielen, nahm sich der Co-Pilot ein Gewehr und ging nach draußen und schoss auf die kleinen Borgschiffchen. Plötzlich kam die Borgqueen an Drähten herbeigeschwebt, wie in Star Trek: First Contact. Sie kam ganz nah an mein Gesicht, gut wahrscheinlich sah sie jeder mit seiner Brille ganz nah an seinem Gesicht, und erzählte uns mal wieder was vom Untergang unserer Spezies. Ich wollte wieder in meine Popcorntüte greifen. Als ihr Oberkörper dann auf den Rest von ihr geschraubt wurde, zeigte sie uns noch Bilder von mehreren Crewmitgliedern, die gerade assimiliert werden. Dann wurden wir von mehreren Schläuchen mit Werkzeugen daran untersucht.

Und hier haben sich die Macher der Experience was Tolles einfallen lassen.

Während die Schläuche und Werkzeuge immer näher an mich heran kamen, piekten mit mehrere Bolzen, die in die Sitze eingearbeitet waren in den Rücken und in den Hintern. Für einige Besucher war dass offenbar zu viel und sie kreischten hysterisch auf. Und auch ich hätte beinahe meine Popcorntüte fallen gelassen, wenn ich nur eine gehabt hätte. Doch dann kam die Rettung. In weiter Ferne konnte man die Voyager ausmachen, die sich ihren Weg durch das Innere des Borgschiffes schoss. Auf dem Bildschirm erschien Admiral Janeway, die der Borgqueen deutlich machte, dass sie keine Chance gegen die Voyager hatte und die Olympia frei geben sollte. Doch diese dachte nicht daran aufzugeben und so holte uns mit ihrem Traktorstrahl aus der Umklammerung der Borg, schoss uns wieder den Weg nach draußen und zerstörte das Borgschiff. Am Ende meinte Janeway noch, dass die Menschen eine Eigenschaft haben, die sie den Borg entgegenstellen können: den menschlichen Geist („the human spirit“). Mit diesen Worten war der Ride beendet und wir gaben am Ausgang unsere Visors wieder ab und ich sah mich in den zwei Geschäften, die neben dem Quarks lagen.

 

Nun ging es los zum zweiten Ride: Klingon Encounter. Auch hier mussten wir alle elektronischen Geräte (incl. Toaster, das haben die echt gesagt!!) abschalten. Wir wurden nun nicht wie vorher in Borg Invasion 4D von Starfleet-Offizieren empfangen, sondern folgten den Korridoren zu einem weißen Raum mit einem Fernseher auf dem erst einmal viel Werbung für die Experience gebracht wurde. Nachdem wir damit etwa fünf Minuten berieselt wurden, kamen zwei Hotel-Mitarbeiter zu uns und führten uns in einen anderen Raum, der schon ein wenig trekkiger aussah und offenbar den Vorraum für einen Flugsimulator darstellte.

Wir sollten nun vier Reihen mit nicht mehr als sieben Leuten in einer Reihe bilden. Das erforderte von einigen Mitreisenden offenbar eine Geistesleistung, die sie ohne mehrmalige fremde Hilfe nicht bewältigen konnten. Einer der Hotelangestellten bat uns, den Instruktionen auf den Monitoren aufmerksam zu folgen und verabschiedete uns mit einem „Enjoy your ride!“ Mitten im Sicherheitsvideo flackerte das Licht und es wurde stockfinster. Es erklangen mehrere Störgeräusche und unsere Begleiter ermahnten uns voller Panik doch bitte Ruhe zu bewahren. Nach wenigen Sekunden flammte das Licht wieder auf und wir standen im Transporterraum der Enterprise-D. Der Transporteroffizier meldete Commander Riker, dass er uns sicher an Bord hätte. Dann wandte er sich zu uns und erklärte uns mit betretener Mine, dass wir nun 10 Millionen Meilen von der Erde entfernt auf dem Raumschiff Enterprise in einer Zeit, die wir die Zukunft, das Jahr 2371, nennen, seien. Unsere „Betreuer“ wurden aufs Sicherheitsdeck gebracht und wir sollten einem herbeigeeilten Lieutenant auf die Brücke folgen. (Ich weiß nicht, aber ist das die normale Vorgehensweise; eine Gruppe daher gelaufener Weltraumtouris sofort zum sensibelsten Bereich eines Sternenflottenschiffes, auf die Brücke zu bringen??? Aber egal, sonst würden wir die wohl nie sehen.) Nach einem kurzen Spaziergang um die gewundenen Korridore kamen wir ohne einen Turbolift (?????) zu betreten auf die Brücke. Dort herrschte reges Treiben. Der Starfleet-Offizier, der uns zu Anfang, nach der Fotosession, begleitet hatte, reihte uns kurz hinter der taktischen Konsole auf, so dass wir alle sowohl guten Blick auf den Hauptschirm hatten, als auch die Brückencrew Zugang zu den hinteren Wissenschafts- und Technischen Stationen hatte.

Über Intercom meldete sich Commander Riker und fragte, ob wir endlich diese Klingonen abgehängt hätten. Die wachhabende Offizierin verneinte dies, woraufhin Riker Roten Alarm befahl. Überall heulten die Sirenen auf und der Betrieb wurde noch hektischer.

Der Erste Offizier erschien auf dem Schirm und stellte sich uns vor. Er befand sich zusammen mit Geordi LaForge in der Shuttlerampe und arbeitete an einer Fähre. Er erklärte, dass wir im 21. Jahrhundert von Klingonen entführt worden seien, dann befahl er Lt. Edwards uns zu zeigen, was sich hinter dem Schiff befand. Auf dem Schirm erschienen zwei Klingonische Schiffe, die sich mit Warpgeschwindigkeit auf uns zu bewegten. Riker erklärte weiter, dass diese sich unter dem Kommando von Captain Korath befänden. Dieser hätte einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum entdeckt und versucht uns dort hindurch zu transportieren. Geordi LaForge erklärte, dass es der Geheimdienst glücklicherweise Wind von diesem Vorhaben bekam und so konnte man unseren Transporterstrahl in letzter Sekunde auf die Enterprise umlenken. Doch in dem Moment als wir an Bord kamen, geschah etwas seltsames. Captain Picard, der kurz zuvor noch auf seinem Stuhl gesessen hatte, verschwand plötzlich. Und Riker glaubt zu wissen warum. Koraths Plan war es einen Vorfahren von Picard zu kidnappen, so dass der Captain niemals geboren wird. Und es scheine so, dass einer von uns dieser Vorfahre sei. Um die Zeitlinie wieder in Ordnung zu bringen, müsse man uns wieder dort zurückbringen, wo wir hin gehören. Auf einmal wurde taktischer Alarm ausgelöst. Die Klingonen luden ihre Waffen. Per Bildschirm forderte Korath, den „Vorfahren“ zu übergeben, dann würde er die Enterprise verschonen. Doch Riker, heroisch, erklärte, dass wir unter seinem Schutz stünden. Der Klingone spuckte noch einige Beleidigungen aus. Riker sagte, dass man versuchen würde, die Klingonen in einem Nahe gelegenen Nebel abzuschütteln. Das Shuttle an dem er und Geordi gerade arbeiteten würde uns dann durch den Riss wieder in unsere Zeitlinie bringen. Ein Fähnrich bat uns in den Turbolift, der uns zur Shuttllerampe bringen würde. Und der Trupp kam wieder gaaaanz langsam in Trott. Als wir im Turbolift waren und dieser sich in Bewegung gesetzt hatte (Nebenbei: hier war auf relativ witzige Art zu spüren, dass die Kabine sich einfach in Drehung versetzt hatte, denn alle Leute machten plötzlich einen Rück in tangentialer Richtung), kam die Meldung, dass wir uns dem Nebel genähert hatten und auf Impuls gingen. Dies war die Chance für die Klingonen. Sie feuerten mit allem, was sie hatten. Wieder wurden wir mit den Subwoofern durchgeschüttelt. Fähnrich Thomas, unser Begleiter, versuchte die Kabine zu stabilisieren, doch wir stürzten ab. Zumindest schrie er „Free Fall!!“ und an den kleinen Fensterchen im Lift konnte man die Lichter immer schneller vorbei rasen sehen. Doch irgendwann gelang es unserem Helden, den freien Fall zu stoppen. Offenbar war unsere Reisetruppe wirklich ein lahmerer Haufen, als das Programm vorsah. Denn auf Rikers Frage, ob alle in Ordnung seien, antwortet der der Fähnrich lediglich verschmitzt: „Keine Ahnung Sir, sie sind sprachlos.“ Ein bisschen mehr Interaktion war sicherlich vorgesehen. Als wir die Shuttlerampe erreicht hatten, erklärte uns eine Dame den Weg zur Shuttlerampe. Als wir dann die Kabine verließen, meinte der Fähnrich noch: „ I suggest, you all hurry a little bit, this is an emergency situation and not vacation time an Risa!“ Die Menge lachte bloß. Als wir dann von zwei Offizieren vor dem Shuttlehangar empfangen wurden, forderten auch sie uns auf, vier Reihen à maximal 7 Leute. Dieses Mal klappte es ein wenig besser; die Dummbolzen, die es vorher nicht richtig gebacken bekamen, haben offensichtlich dazu gelernt und sind über das Fingerrechnen hinaus gewachsen.

Nun wies uns Commander LaForge stilecht über den Bildschirm in die Sicherheitsbestimmungen an Bord ein. Als das Video dann fertig gespielt war, sollten sich bestimmt die Shuttletüren öffnen, doch nichts geschah. Lediglich das Geräusch von sich öffnenden Schotten wurde eingespielt. Das Programm sah sicherlich vor, dass auch gleichzeitig die Shuttletore geöffnet werden sollten. Mit ausdruckloser Mine warteten die Offiziere in Habachtstellung. Langsam fing die Menge zu murmeln an. Mit gespielter Routine erklärte uns die Technikerin nochmals die Sicherheitsbestimmungen und, dass die Shuttlerampe soeben der Druckausgleich hergestellt wurde. Wieder wurde das Geräusch eingespielt. Die Technikerin sagte, dass sie das im Maschinenraum checken wolle und verließ den kleinen Raum über eine Seitentür. Offenbar war man auf dieses Problem nicht vorbereitet, denn diese Tür war nur im Raumschiffstil angemalt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine schwere knarrende Eisentür. Dieses für Star Trek untypische Geräusch eines quietschenden Scharniers löste ein beherztes Lachen der Menge aus. Der verbliebene Techniker überspielte dies mit einem lauten freundlichen „How is everybody today?“ und „Where are you guys from?“. Nach einer kurzen Weile hatte die Technikerin wohl den eingeschlafenden Shuttleingenieur geweckt, denn wie von Geisterhand öffneten sich die Shuttletüren; mit dem dazu passenden Geräusch. Wir betraten das Shuttle (ok, Flugsimulator), schnallten uns an und die Schotten schlossen sich wieder. Die Kabine wäre nichts für Klaustrophobiker. Der Ritt begann. Wir verließen die Shuttlerampe und flogen in den Nebel und wurden gleich von den Klingonen angegriffen.

Wir durchquerten Nebelschwaden und wurden bei den rasanten Kurven ziemlich durchgeschüttelt (diesmal ohne Subwoofer, denn wir befanden uns ja in einem Flugsimulator). Nach einigen Minuten erreichten wir uns den Riss, der uns wieder nach Las Vegas bringen sollte (das wurde auch langsam Zeit, ich hatte nämlich Hunger… mal wieder). Doch die bösen Klingonen hatten nichts Besseres zu tun, als uns durch den Riss zu folgen. Wir machten noch einen wirklich coolen Ritt über Las Vegas und den sog. Strip (das ist die Straße mit den vielen skurielen Hotels). Doch die Klingonen ließen nicht locker und so zerstörten unsere Piloten deren Schiffe. Nach der kurzen Straßenschlacht landeten wir wohlauf im Keller des Hilton-Hotels (keine Ahnung, wie man von oben in den Keller kommt, aber egal), wo uns dann abermals ein Hotelmitarbeiter abholte. Draußen lief ein Fernseher, der zwei Nachrichtensprecher zeigte. Diese verlasen gerade die Meldung, dass am Himmel von Las Vegas ein unbekanntes Flugobjekt gesichtet wurde… wirklich sehr nett.

 

Danach ging ich noch ein wenig in den drei kleinen Shops schlendern und setzte mich dann ins Quarks. Diese Lokal ist wirklich sehr schön gemacht. Zwar besteht es nicht wie das „echte“ aus zwei Ebenen und einige wichtige Details fehlten, doch hat man sich durchaus sehr an DS9 erinnert gefühlt und für eine Nachbildung ist dieses Lokal sehr gut gelungen. Ich bestellte mir eine Sprite und ein Photon Torpedo Sandwich. So trek-mäßig sah das Ding zwar nicht aus, hatte aber dafür einen astronomischen Preis.

 

 

Fazit: Mein Gott: Ich war auf der Star Trek: Experience!! Seit das Ding vor fünf Jahren aufgemacht hat, wollte ich schon dahin!!! Ok, nun war ich da. Auch wenn ich mir das alles etwas größer vorgestellt hatte, war es doch schon sehr toll. Allerdings: Wer 1999 in Düsseldorf bei der Star Trek: World Tour war, der hatte ein mindestens genau so großes „Museum“ und einen ähnlichen Ride wie Klingon Encounter mit gemacht. Doch jedem, der sich mal im Umkreis von 1000 km von Las Vegas befindet (und sich natürlich für Star Trek interessiert), dem würde ich auf jeden Fall raten, die Experience zu besuchen. Auch Las Vegas ist einen Besuch wert. Allerdings habe ich, man glaubt es kaum, keinen einzigen (wirklich: nicht einen) Penny dort verzockt. Aber: ABSOLUT LOHNENSWERT!!!

 

Weitere Stationen: Der Walk of Fame in Hollywood mit den Handabdrücken der Star Trek-Classic-Crew vor dem Chinese Theatre.

 

 

Text by: Tom Erdmann; photos: private

 

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