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Comic-Review
Star Trek
Spiegelbilder
Nun, nachdem sich der Cross
Cult Verlag weitestgehend unter den Star Trek Fans etabliert hat, geht er
verschiedene Wege, um die Fans mit frischem Material zu verköstigen. Angefangen
mit den Star Trek Vanguard, über Titan, bis hin zu DS9 Relaunch, gibt es in
Sachen Bücher jetzt für die deutschen Leser ständig neuen Lesestoff. Inzwischen
hat Cross Cult auch ein Hörbuch zum ersten Band von Star Trek Titan
herausgebracht, welches als TestVersion auch auf der Homepage zum kostenlosen
Download steht.
Nun geht Cross Cult auch auf
die Comics los. Als Einstieg war hier der Star Trek Countdown Comic, der die
erzählerische Lücke zu Star Trek 11 schließt.
Mit „Star Trek – Spigelbilder“
entfernt man sich glücklicherweise wieder von Abrams möchtegern-trek, und widmet
sich den ursprünglichen Geschichten.
  Plot:
Das Spiegel-Universum ist wohl eines der interessantesten Aspekte, die uns die
Drehbuchautoren von Star Trek präsentiert haben. Captain Kirk als machthungriger
Diktator, der andere Welten im Auftrag des Empire unterwirft. Doch wie wurde
dieser Mann zum Captain der ISS Enterprise? Dieser Band erzählt es:
Captain Pike vereinigt wohl
alle Eigenschaften, die für das Spiegeluniversum stehen. Er ist ein Intrigant
und ein sehr vorsichtiger und misstrauischer Mann, welcher nur auf seinen
Vorteil bedacht ist. Die gesamte Crew der I.S.S. Enterprise wird von diesen
"Idealen" gelenkt. Jeder kämpft hier für sich, jeder kümmert hier sich nur um
sich selbst.
Pike ist von vielen "Freunden" und Feinden umgeben. Da ist zum einen Spock, ein
weniger brutaler Offizier, der dennoch entschlossen seine Ziele verfolgt. Der
Sicherheitschef Sulu scheint Pike ergeben wie auch der Ingenieur Scotty und der
Schiffsarzt McCoy. Pike hat jedoch ein Problem, sein Erster Offizier Jim Kirk
weckt zunehmend sein Misstrauen. Dieses Misstrauen ist nicht unbegründet. Kirk
will Pike von der Bildfläche verschwinden lassen, um dann das Kommando über die
I.S.S. Enterprise zu erlangen. Kirk ahnt, dass sich dieses Unterfangen als sehr
schwierig herausstellen wird, da er auf einem Schiff wie der I.S.S. Enterprise
von Verbündeten und Spitzeln umgeben ist. Wem kann man hier wirklich trauen?
Mithilfe einer neuartigen Maschine, die sich später als Tantalusstrahler
offenbart, will Kirk den Anschlag auf Pike verüben, um endlich das Kommando über
die I.S.S. Enterprise zu bekommen. In vier Bänden erzählen Scott & David Tipton,
wie Kirk es schafft, Freund von Feind zu unterschieden, welche Ziele die anderen
Besatzungsmitglieder verfolgen und wie der Tantalusstrahler unbemerkt auf die
I.S.S. Enterprise gelangen kann.
Als Auflockerung gibt es
zwischendurch einen erzählerischen Abstecher in das 24 Jahrhundert, wo
Lieutenant Jean Luc Picard seinen Dienst auf der ISS Starbreaker versieht.
Durch Spocks Reformen ist das
Empire schwach geworden, und die Allianz aus Klingonen und Cardassianer stürzen
sich nun auf die Beute. In einem etwas anderen Picard-Manöver muss der junge
Offizier gegen vier cardassianische Galor-Kreuzer ankommen, und noch seinen
Captain aus dem Weg schaffen.
Kritik:
Auch wenn ich es erst nicht
für möglich gehalten hatte, aber der Cross Cult Verlag hat es geschafft, das
Star Trek Franchise neu zu beleben. Das Comic hat gelegentlich zwar mit einigen
Darstellungsproblemen zu kämpfen, da die manche Figuren nur schwer getroffen
wurden, das stört aber den Spannungsfluss nur wenig. Dadurch, das dem Star Trek
Fan sehr schnell klar wird, was Kirk da eigentlich an Bord schmuggelt, nimmt dem
Classic-Teil des Comics ein wenig Wind aus dem Segeln. Dafür überzeugt umso mehr
die Geschichte von Picard. Sowohl Zeichnungen als auch Story sind durchaus
gelungen und erinnern an Picards Zeit auf der Stargazer, die ja sein erstes
Schiff wurde. Der Zeichner hat hier vortrefflich die Gesichtszüge von Tom Hardy
eingefangen, der in Star Trek Nemesis den jungen Klon von Jean Luc Picard
verkörperte.
Was auch zu erwähnen wäre, ist
die Farbgebung der Hefte. Angepasst an die Geschichte, das Universum und die
Charaktere ist auch die Farbgestaltung. Dunkle Farben dominieren, und doch
scheint nichts verschleiert. Im Gegensatz dazu stehen starke Rot- und Gelbtöne,
welche die Bilder dramatisieren. Zudem wird die Mimik der einzelnen Personen
durch ausgeprägte "Licht-Dunkel-Kontraste" unterstrichen.
Fazit:
"Star Trek: Spiegelbilder" ist durchaus gelungen, was optische Darstellung
anbelangt. Storytechnisch ist sie zwar nicht minderwertig, aber in vielen Teilen
vorhersehbar. Als Extra gibt es wieder eine Cover-Gallery mit den
Alternativ-Bilder die Zeichner David Messina (Zeichner: Star Trek Countdown)
extra für die deutsche Ausgabe erstellt hat.
Insgesamt vergebe ich drei
Punkte mit einer starken Tendenz nach oben.

by Thomas Raube
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