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Buch-Kritik
Star Trek Vanguard – Der
Vorbote
OT: Harbinger, Autor: David Mack
Nachdem
die Vertriebs-Lizenzen für Star Trek Romane seit einiger Zeit ausgelaufen sind,
stellte der deutsche Heyne Verlag seine Produktion ein. Seit dem findet man
nicht einen Trek Roman mehr in den Buchhandlungen, und bestenfalls kommt man
jetzt noch über das Antiquariat seines Vertrauens an ältere Bücher.
In Verbindung mit unzähligen
weiteren Linzensverlusten (Merchandising aller Art, Trading Cards, Computer
Spiele, Micro Machines, Props) war Star Trek, was viele Fans bereits geunkt
haben, tot. Jedenfalls aus öffentlicher Sicht.
Da dies natürlich eine
deutliche Lücke aufgebracht hat, übernahm der noch junge Verlag Cross Cult
diesen Job, und stellte die in den USA bereits 2004 erschienenen „Star Trek
Vanguard“ Romane in sein Sortiment. Übersetzt wurde die Trilogie von einigen
Autoren der Science Fiction Zeitschrift „Space View“, so dass man qualitative
Kräfte an dieses Werk ließ.
Cross Cult
hat die Ambitionen immer etwas mehr zu bieten. Die Bücher werden ergänzt mit
Interviews, Ausklappkarten und Hintergrundwissen, was eine schöne Sache nebenbei
ist, und eine persönliche Atmosphäre zaubert.
Als Pocket Books im Juli 2004
die ersten Details zur geplanten neuen "Star Trek"-Serie "Vanguard" bekannt gab,
war die Skepsis zunächst groß. Eine Raumstation zu Classic-Zeiten klang für
viele verdächtig nach einem dreisten Plagiat von "Deep Space Nine", auch wenn
Pocket Books diesen Vergleich immer abgelehnt hat. Nun, mehr als vier Jahre
später, ist das Buch auch in deutschen Landen erhältlich, und die Skeptiker
haben endlich die Möglichkeit, zu prüfen, ob ihre Bedenken zutreffen oder nicht.
Plot:
Die Handlung beginnt kurz nach der Classic-Episode "Die Spitze des Eisbergs",
der zweiten regulären Classic-Episode. Kirk hat gerade das Kommando über die
Enterprise übernommen, und eine seiner ersten Missionen führte die Enterprise
zum Rand unserer Galaxie. Beim Versuch, eine Energiebarriere zu durchbrechen,
wurde das Schiff schwer beschädigt, Kirk wurde gezwungen, seinen guten Freund
Gary Mitchell, der zum Überwesen mutierte, zu töten.
Auf dem Rückweg in den
Föderationsraum stößt die Enterprise beim Durchfliegen einer weitgehend
unerforschten Region, der so genannten "Taurus Reach" unerwarteter Weise auf
eine neue Sternenbasis, Sternenbasis 47 - "Vanguard". Deren Fertigstellung wurde
eigentlich erst in zwei Jahren erwartet, aber trotz aller Skepsis fliegen sie
die von Commodore Diego Reyes kommandierte Station an, um dringend benötigte
Reparaturen durchführen zu lassen.
Kirk erahnt ein Mysterium
hinter der enormen Raumbasis und vermutet, dass Vanguard mehr ist, als sie zu
sein scheint. Die Tholianer, Orioner und das Klingonische Imperium haben diesen
Verdacht bereits lange und glauben, dass weniger freundliche Absichten hinter
der plötzlichen Entscheidung der Föderation stehen, die Taurus-Ausdehnung zu
erforschen und zu kolonialisieren.
Aber als ein Angriff der
Tholianer tief innerhalb der Ausdehnung die Präsenz der Raumstation bedroht,
müssen Kirk, Spock und andere Spezialisten der Enterprise der Vanguard-Crew
beistehen, den Grund für die Katastrophe herausfinden und den entstandenen
Schaden eindämmen. Dabei erfahren sie den wahren Grund hinter dem Bau Vanguards
und was der Ausgang der Mission für das Leben in diesem Bereich der Galaxis
bedeuten könnte.
Vanguard selbst ist eine
gigantische Station der so genannten Watchtower-Klasse, ein Koloss mit 2.400
Mann Besatzung, drei dort stationierten Sternenflottenschiffen, darunter auch
ein Schiff der Miranda-Klasse, die U.S.S. Bombay. Die integrierte Werft kann
problemlos vier Schiffe von der Größe der Enterprise (Constitution-Klasse)
beherbergen. Die Station ist schwer bewaffnet, verfügt über ein komplettes
Krankenhaus, umfangreiche Forschungseinrichtungen und gewaltige Lager- und
Umschlagskapazitäten für den zivilen Frachtverkehr. Kurzum: Sie ist eine
gewaltige Machtdemonstration gegenüber den Tholianern und Klingonen, die
ebenfalls Anspruch auf die Taurus Reach erheben.
Die
Charaktere
Das erste Buch „Der Vorbote“
widmet sich, für einen Auftakt üblich, erst einmal den Personen und
Handlungsträgern. Und davon gibt es gleich eine ganze Menge sehr
unterschiedlicher Personen:
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Commodore Diego Reyes
Ein
Mensch, etwas über 50 Jahre alt, aufgewachsen in der Mondkolonie New Berlin,
Kommandant der Station und einer von 3 Personen, welche die Motive der
Föderation bezüglich der Taurus Reach kennen.
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Lieutenant Commander
T’Prynn
Vulkanierin, 70 Jahre alt,
Geheimdienstoffzierin von Vanguard. An ihr ist nichts so, wie es zunächst
den Anschein hat. Ebenfalls über die Taurus Reach informiert. |
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Botschafter Jetanien
Rigellianischer Chelone,
eine amphibische, entfernt humanoide Spezies. Er ist der Vertreter des
Diplomatischen Corps der Föderation auf Vanguard.
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Lieutnant Ming Xiong
Ein
Mensch, aufgewachsen in China, ein Archäologie- und Antrophologie-Experte,
der für die Erforschung der Taurus Reach zuständig ist. |
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Dr.
Ezekiel Fisher
Der
Chefarzt von Vanguard, stammt aus der Mars-Kolonie und plant in absehbarer
Zeit, in den Ruhestand zu gehen.
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Captain Rana Desai
So genannte JAG-Offizierin,
sprich Vertreterin der Justiz-Abteilung der Sternenflotte. |
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Tim Pennington
27, verheiratet, stammt
aus Schottland, Journalist für den "Federation News Service“. Er hatte eine
Affäre mit jemand von der von den Tholianer zerstörten USS Bombay. |
Cervantes Quinn
Ein
Händler, besitzt ein kleines Raumschiff und erledigt die unterschiedlichsten
Lieferdienste in der Umgebung von Vanguard, wobei die nicht unbedingt immer
legal sein müssen.
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Anna
Sandesjo / Lurqal
Klingonische Agentin, als Mitarbeiterin des Diplomatischen Corps der
Föderation getarnt. Hat eine lesbische Affäre mit der Vulkanierin T’Prynn. |
Ganz
Orionischer Gangster, den das plötzliche Interesse der Föderation an der
Taurus Reach angelockt hat. Er hat seine Finger überall drin, von Schmuggel,
über Drogen- bis hin zum Waffenhandel. |
Zum weiteren Inhalt selbst
könnte man seitenweise schreiben, aber das würde die Spannung nehmen. Und davon
hat das Buch mehr als genug. Die neuen Charaktere gehören zu den
interessantesten und ungewöhnlichsten, die es in "Star Trek" jemals gegeben hat.
Selbst die teilweise extrem diametral handelnden Figuren in DS9 haben seinerzeit
nicht ein derartiges Konfliktpotential in die Waagschale geworfen wie diese
bunte Truppe. Schon alleine mit den Konflikten innerhalb und zwischen den
Hauptcharakteren könnte man diverse Bücher füllen.
"Ist das Ganze nicht
letztendlich nur ein DS9 zur TOS-Zeit?" wurde im Vorfeld oft gefragt, und
die Frage wird sich hier sicherlich auch wieder dem ein oder anderen aufdrängen.
Sicherlich, einige Parallelen zwischen den beiden Serien sind vorhanden, aber "Vanguard"
ist Definitiv kein Plagiat von DS9. "Vanguard" führt "Star Trek" in komplett
neue, und, so denke ich zumindest, in deutlich erwachsenere Bereiche, als es
seinerzeit DS9 getan hat. Die Charaktere sind glaubwürdige Figuren mit Ecken und
Kanten, die so überzeugend geschrieben sind, dass der Leser mit ihnen
mitfiebert, an ihren Triumphen und Tragödien teil nimmt. Und auch die Föderation
wird hier aus einer gänzlich neuen Perspektive gezeigt. Nicht als die strahlende
makellose Einrichtung, als die wir sie in "The Next Generation" kennen gelernt
haben, sondern als eine politische Institution, die noch im Aufbau begriffen
ist, von allen Seiten von Feinden umgeben, die jede Schwäche ausnutzen werden,
um sie zu vernichten. Dementsprechend wird der Leser im Laufe der Handlung Zeuge
von der einen oder anderen Szene, wie man sie früher sicherlich nicht in einem
"Star Trek"- Roman gefunden hätte.
Cross Cult hofft mit dieser
Trilogie in den Star Trek Markt einsteigen zu können und so eine größere Reihe
an Star Trek Romanen aus den USA zu übersetzen und auf dem deutschen Markt zu
bringen. Ob sie es schaffen bleibt abzuwarten. Die Qualität dieses ersten Romans
war schon mal erstklassisch, jedoch habe ich so meine Zweifel an diesem Erfolg.
Schließlich sind die drei Vanguard Bücher nur in Bestellung erhältlich, und
liegen nicht in einem einzigen Buchladen. Und das ist es, wo ich glaube, das die
Star Trek Reihe im Cross Cult kein solches Aufleben zeigen wird, wie ehemals in
der Heyne Reihe.
Fazit:
Das Buch ist sehr gut geschrieben und spannend erzählt. Es gibt so viele
verschiedene Handlungsstränge, dass man anfangs gar nicht nachvollziehen kann,
wie diese zusammenhängen, doch mit der Zeit offenbart sich, dass sie alle ihre
Berechtigung besitzen.
Ich würde 4 von 5 Punkten
für diesen Auftakt geben.
Wie geht es weiter:
Star Trek Vanguard –
Band 2 „Rufe den Donner“
Die Spannung zwischen dem
Tholianischen und dem klingonischen Reich nehmen zu. Schiffe der Großmächte
werden von einem ominösen Feind angegriffen, sodass beide Fraktion eine
Verschwörung des anderen vermuten. Oder steckt gar die Föderation dahinter...
Dem Geheimnis der
Taurus-Ausdehnung kommt man währenddessen ein gewaltiges Stück näher. Aus den
Tiefen des Planeten Erilon lockt man ein unvorstellbar grausames Wesen und kann
gerade noch rechtzeitig flüchten.
Star Trek Vanguard –
Band 3 „Ernte den Sturm“
Das Mysterium der Taurus
Ausdehnung offenbart sich – uralte Geheimnisse liegen auf dem fünften Planeten
des Jinoteur Systems. Aber die Bedrohung auf der entfernten Welt ist
gefährlicher als die Völker zunächst annehmen. Die Shedai, die vor Äonen in der
Taurus Ausdehnung geherrscht haben, erwachen aus ihrem langen Schlaf, um mit
ganzer Härte Rache an den Eindringlingen zu nehmen.
By Thomas Raube |