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Buch-Kritik

Saratoga

Michael Jan Friedman ist ja unter den Star Trek Autoren kein Neuling, und so ist es ganz angenehm von ihm wieder etwas zum literarischen Teil von Star Trek zu bekommen. Er schreibt in Saratoga über ein Schiff, von dem die meisten von uns bereits gehört haben. Die Saratoga, die bei der Schlacht von Wolf 359 von den Borg vernichtet wurde. Das Schiff, auf dem Sisko als erster Offizier diente. Aber eigentlich geht es um ein etwas anderes Schiff.

Die Handlung dieses Romans ist grob zwischen die dritte und vierte Season von DS9 gelegt, so dass Worf noch nicht dabei ist. Es gibt zwei Plots, die seltsamerweise aber überhaupt nichts miteinander zu tun haben.

Zuerst also der A-Plot: Captain Sisko ist sehr nervös, da er einige Gäste erwartet, mit denen er in der Defiant zur Utopia Planitia Werft fliegen soll, um den Stapellauf eines neuen Schiffes beizuwohnen. Dieses Schiff ist die U.S.S. Saratoga NCC-31991-A, das zweite Schiff mit diesem Namen. Die Gäste, die Sisko erwartet sind seine alten Freunde von der Saratoga, die er seit einiger Zeit nicht mehr gesehen hat und deren Ankunft er mit gemischten Gefühlen entgegen sieht, da er Angst hat, dass dieser kleine Ausflug einige böse emotionale Wunden wieder aufreißen wird. Doch die Ankunft seiner alten Freunde mit ihren teilweise sehr extravaganten Eigenheiten lenkt ihn sehr schnell von seinen Sorgen ab. Da ist einmal Lopez, ein Wissenschaftsoffizier, der auf keinem Schiff zweimal dienen kann, da er ein unverbesserlicher Weiberheld ist, der seine Künste direkt an Dax ausprobiert. Dann gibt es die sehr pedantische und kritische Dr. Laffer, die mit ihrer Gesprächsführung und ihrer Sturheit selbst den geduldigsten Menschen an den Rand zur Verzweiflung treiben kann. Außerdem ist da noch der Ingenieur Graal, der jedes Mal mit Dr. Laffer in Streitgespräche kommt, die kein Ende nehmen, der immer recht hat und es auch jeden wissen lässt. Dann gibt es noch den Sicherheitsoffizier Thorn und den Bolianer Zar, die in dieser Menagerie die Normalos darstellen. Abschließend gibt es da noch Counselor Barnes, die anscheinend ein Auge auf Sisko geworfen hat.

Mit dieser Gruppe von sehr unterschiedlichen Individuen, sowie Dax und O’Brien an Bord, begibt sich Sisko auf dem Weg zum Mars. Sehr bald gerät die Defiant allerdings in einem Nexus. Weil die Warp- und Impulstriebwerke, die Evakuierungskapseln und die Integritätskontrollen sabotiert wurden, kann sich die Defiant nicht aus dem Gravitationssog des Nexus lösen und wird immer tiefer in diese Raumanomalie hineingezogen. Und mit dem gestörten Integritätsfeld kann das Schiff die Kräfte die in dem Nexus wirken nicht überstehen. Sisko muss nun versuchen irgendeine Lösung zu finden, wobei er gleichzeitig noch versuchen muss, herauszufinden, welcher seiner alten Freunde der Saboteur ist, und warum.

Bei dem Versuch all dies herauszufinden erfährt er allerlei Dinge über seine Freunde, die er vielleicht lieber nicht gewusst hätte, vor allen Dingen, da einer von ihnen für den Tod seiner Frau Jennifer auf der Saratoga verantwortlich gewesen zu sein scheint.

Soweit die A-Story. In dem B-Plot geht es um ein bajoranisches Problem.

In dem Tal Karvis hatten die Cardassianer während der Besatzungszeit einige Veränderungen am Fluss vorgenommen, die das Tal vor die Gefahr einer regelmäßigen Überflutung stellte. Sie bauten spezielle Pumpen auf, die dies verhindern sollten. Nun versagen diese Pumpen und Major Kira wird gebeten Ersatzteile über Quark zu beschaffen. Nach einiger Überredung willigt Quark ein, mit Fendor, einem alten Geschäftskollegen, dem er mal das Leben gerettet hat zu verhandeln. Doch kurz vor dem Abflug fängt sich Quark das Ferengi Äquivalent der Masern ein und fällt ins Koma. Dies ist tragisch, da Fendor nur mit Quark verhandeln will. Major Kira beschließt darum Odo um Hilfe zu bitten, der sich dem sehr kurzsichtigen Fendor als Quark präsentieren soll, um die Verhandlungen zu führen.

Dabei soll ihn Quarks Bruder Rom als Verhandlungscoach begleiten. So muss Odo nicht nur die Gestalt sondern auch die Gebaren der Person annehmen, die er aus moralischen Gründen verabscheut um das Tal zu retten.

Kritik:

Eigentlich ist es ja nicht üblich, mehrere unterschiedliche Plots ohne eine Verbindung laufen zu haben, doch hier wurde es konsequent durchgezogen. Zum A-Plot kann ich nur sagen, dass er teilweise zwar interessant ist, gerade um die Geschehnisse auf der Saratoga während des Borg-Angriffes, aber mit der Zeit werden einen die Schicksale der Überlebenden einfach um die Ohren geworfen, ohne einen größeren Sinn zu erklären.

Der Beta-Plot war da schon etwas einfallsreicher, und vor allen Dingen amüsanter. Odo, der Quark spielen muss, ist einfach nur herrlich.

Als Gesamt-Feedback muss ich für dieses Buch eher eine schlechte Note geben. Sicher, „Saratoga“ hatte seine Momente, aber für jene, 266 Seiten zu durchwälzen hat sich nicht wirklich gelohnt.

 

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