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Buch-Kritik Star Trek: Voyager – Homecoming, Book One –
Die Voyager ist zurück im Alpha Quadranten; freudig begrüßt vom Starfleet Command, aber noch mehr von Familie und Freunden. Christie Golden schließt mit "Homecoming, Book One" da an, wo Endgame endete. Der erste, der an Bord der Voyager auftaucht, ist niemand geringerer als Admiral Owen Paris. Man kann wohl verraten, dass er und sein Sohn endlich ihr "Kriegsbeil" begraben und der alte Admiral sehr glücklich darüber ist, nun Schwieger- und frisch gebackener Großvater zu sein. Das allgemeine Widersehen findet dann auf einem alle Crewmitglieder inklusiver ihrer Familien umfassenden Bankett statt. Captain Janeway trifft auf Mutter und Schwester, Harry auf seine Eltern und seine (Ex-)Verlobte Libby, Seven, die Chakotay noch mal deutlich macht, dass sie die Trennung ernst meinte, auf ihre Tante (die Frau gefällt mir *g*), ja, sogar B'Elanna sieht nach Jahren ihren Vater, der die Familie verlassen hatte, als Torres noch ein Kind gewesen ist, wieder. Die groß angelegte Feier bietet auch Gelegenheit, endlich mal ein paar längst überfällige Beförderungen vorzunehmen. Nun, eine davon ist überfällig, der Rest aber trotzdem eine nette Zugabe ;). Alles könnte so schön sein, wie sich jeder einlebt, versucht, sich "zu Hause" wieder zurecht zu finden. Doch dann bricht eine Revolution aus. Eine Revolution der Photonischen, der Mark-One-Holograms besser gesagt, solche, wie der Doc eines ist. Ihr Anführer Oliver Baines – ein Organischer – wird dabei ausgerechnet von dem Holoroman des Docs, "Photons Be Free", inspiriert. Das bringt sogleich die Sicherheit auf den Plan, die den ehemaligen Arzt der Voyager inhaftiert. Janeway, der gerade die Admiralsehre zuteil geworden ist, kämpft noch wie eine Löwin darum, dass der Doc wieder auf freien Fuß gesetzt wird, als plötzlich auch Seven und Icheb – scheinbar ohne Grund – im Gefängnis landen. Was die Crew genauso wie der Rest der Bevölkerung nicht weiß: Ein Virus ist ausgebrochen, das Admiral Montgomery zusammen mit der Starfleet Security als "Xanarian Flu" deklariert. Symptome: Apathie, Appetitlosigkeit, Blässe, Fieber. Betroffene werden sofort in Quarantäne gebracht und niemand erfährt, worum es sich wirklich handelt. Erst auf ihr Drängen und ihre Unnachgiebigkeit (die einstige Voyager-Kommandantin, wie sie leibt und lebt) hin erfährt Janeway endlich die Wahrheit über die "Xanarische Grippe". Ein Borgvirus ist auf der Erde im Umlauf, das die Menschen offensichtlich über den "normalen" Ansteckungsweg einer Erkältung langsam assimiliert. Und der Voyager-Crew gibt man die Schuld daran...
"Homecoming" hat eigentlich alles, was man in Endgame ein wenig vermisst hat. Das Wiedersehen mit den Familien bringt eine angenehme, persönliche Note rein. Sieben Jahre hatte man mit der Crew darauf gewartet, dass sie endlich wieder auf ihre Familien treffen, auf Freunde, Bekannte. Doch lediglich einen unbekannten SF-Captain und Admiral Paris bekam man über den Hauptbildschirm der Voyager zu Gesicht. Christie Golden arbeitet nun das Geschehen nach der Heimkehr auf. Und das ziemlich gut, denn der Roman lässt einen kaum los. Schnell wird klar – sieben Jahre Zwangsexil im DQ haben geprägt, aber vor allem haben sie die Crew zu Einsiedlern gemacht. Das Leben auf der Erde, das sie so lange versucht haben zurück zu bekommen, erscheint plötzlich seltsam fremd. Besonders Janeway vermisst "ihre" Crew und mehr als einmal wird ihr unmissverständlich klar gemacht, dass sie keine Crew mehr hat. Borgvirus und Holoaufstand zusammen erscheinen etwas viel Handlung für ein 260 Seiten starkes Buch zu sein. Zumindest könnte man es so sehen. Doch muss man bedenken, dass dies ja nur das erste Buch von zweien ist und darüber hinaus muss man Golden zuerkennen, dass sie eine ziemlich clevere Lösung gefunden, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Statt dessen lenkt sie mit dem Aufstand der Hologramme, deren Funke im Konflikt-Pulverfass ja irgendwie auf die Ankunft der Voyager zurückzuführen ist, von der wahren Problematik ab und lässt diese im Prinzip nur unwesentlich und nebenbei einfließen, bevor sie schließlich die Borg-Bombe platzen lässt.
Als äußerst angenehm empfinde ich persönlich Goldens Schreibstil. Er ist nicht zu kompliziert (sollte das noch nicht klar geworden sein: der Roman ist in Englisch) und dennoch beherrscht sie einen guten Ausdruck. Inhaltlich war für mich neben der Fortführung von Endgame und dem Wiedersehen der Crew mit ihren Familien auch zu begrüßen, dass Christie Golden außerdem noch andere Elemente aus früheren Folgen von Voyager einbringt. Zudem gelingt ihr eine sehr realistische und nachvollziehbare Darstellung des Verhaltens und der Gefühle der einzelnen Charaktere. Die einzelnen Handlungsstränge sind gut ausgearbeitet und nicht zuletzt schlummert in der Autorin offenbar eine Shipper-Seele ;). Schade fand ich, dass Chakotay und auch B'Elanna eigentlich etwas zu kurz kamen. Außerdem scheinen die Voyager-Romane untereinander nicht abgestimmt zu sein und nach dem Lesen von "Schicksalspfade" vor Kurzem war ich doch etwas verwirrt, als Chakotay auf einmal eine Schwester hatte, hatte man in seiner Lebensgeschichte doch noch etwas Anderes erfahren. Auch dass Libby Geheimagentin ist, scheint etwas weit hergeholt, obgleich die Geschichte um sie nicht schlecht ausgedacht und aufgebaut ist.
Alles in allem ist "Homecoming" aber ein sehr empfehlenswerter Roman, den man unbedingt lesen sollte, möglichst auch in Englisch, da ich denke, dass er da noch etwas besser wirkt.
"Homecoming, Book One"Christie Golden
Sprache: Englisch Preis: 7,99 € (bei Amazon; auch ab 3,15 €
Text by CK |
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