|
|
HYPERSPACE
VISION





DOWNLOADS



VISION'S LOG












INFOS





 |
|
Buch-Kritik
Nachdem ich mich ja die letzten beiden Monate der
Vorgeschichte des Dune Zyklus gewidmet habe, der insgesamt auf stolze 1800
Seiten kam, brauchte ich mal wieder ein wenig Abwechslung, und auch ein wenig
leichtere Kost.
Der Dominion Krieg 1, „Hinter feindlichen Linien“
ist mein nächstes Opfer. Um ehrlich zu sein, suchte ich auch nach ein paar neuen
Ideen für unsere Stories, und da bot es sich an, noch gleich eine Kritik zu
schreiben.
Der erste der vier Dominion War Bücher spielt unmittelbar
nach dem achten Kinofilm „First Contact“. Die Borg sind besiegt, doch schon
wartet ein neuer Gegner: Das Dominion.
Das Flaggschiff der Föderation, die U.S.S. Enterprise-E
befindet sich im Kampfeinsatz, als sie die Besatzung eines bajoranischen
Transporters retten. Es handelt sich bei den Flüchtlingen um Maquis, eine von
ihnen ist Ro Laren. Sie berichtet, dass das Dominion im begriff sei, ein
künstliches Wurmloch zum Gamma-Quadranten zu erstellen. In der Nähe der Badlands
soll sich ein Verteron Beschleuniger im Bau befinden. Obwohl Riker Ro’s
Schilderungen nicht traut, da sie mehr als einmal die Starfleet verraten hat,
geht Picard zusammen mit LaForge und einigen weiteren Crewmitgliedern als
Bajoraner verkleidet mit einem Transporter auf die Mission.
Währenddessen arbeiten die früheren Enterprise Offiziere
Sam Lavell und Taurik (bekannt aus der TNG Folge „Beförderungen“) als
Arbeitssklaven für das Dominion. Zusammen mit vielen weiteren Kriegsgefangenen
müssen sie das Gerät konstruieren, welches den endgültigen Untergang für den
Alpha Quadranten besiegeln soll. Dazu fehlt dem Dominion jedoch eine äußerst
wichtige und seltene Substanz, sogenanntes Corzanium, welches nur aus einem
schwarzen Loch gewonnen werden kann. Sam Lavell soll diese Substanz zusammen mit
dem Kollaborateur Enrak Grof, einen unvereinigten Trill besorgen.
Lavell bekommt das Kommando über den cardassianischen
Frachter Tag Garwal übertragen, und macht sich auf zum Auge von Talek,
dem nächsten schwarzen Loch. An Flucht ist jedoch nicht zu denken, ein Jem’Hadar
Schiff steht ihnen zur Seite, und überwacht jede ihrer Aktionen.
Die Enterprise liegt mit schweren Kampfschäden inzwischen
im Dock von Starbase 413, und Commander Riker, kann selbst mit „Körpereinsatz“
nicht erreichen, dass sein Schiff schneller repariert wird.
Nachdem Picards Frachter mehr schlecht als recht, die erste
Hürde überwunden haben, und in das Feindgebiet dringen konnte, fliegen sie, um
ihre Tarnung als bajoranische Händler aufrechtzuerhalten, einen Ackerbauplaneten
an, ständig beobachtet vom Dominion. Der Planet entpuppt sich jedoch als
Straflager für politische Gefangene. Mit ihrer Hilfe gelingt es schließlich die
feindlichen Wachschiffe abzuschütteln, und mit Mühe und Not erreichen sie
endlich die Badlands, nur um daraufhin von einem Ferengi und einem Orioner
gefangen genommen zu werden.
Lavell erzielt dagegen bei der Gewinnung des Corzaniums
erstaunliche Fortschritte, und hegt Fluchtgedanken. In einer Notsituation
offenbaren die Jem’Hadar ihren Schwachpunkt. Als sie den Frachter aus dem Sog
des Lochs befreien, müssen sie für einen kurzen Moment auf ihre Schilde
verzichten. Lavell versucht sein Schiff wieder in eine ähnliche Gefahr zu
bringen, um diesen Vorteil auszunutzen...
‚To be continued‘ hätte man am Ende dieser 295 Seiten
schreiben können, denn die Auflösung der Ereignisse gibt es erst im dritten Teil
der Reihe. Nur irgendwie versteh ich die Motivation der jenigen nicht, die aus
den vier Büchern einen Arc gemacht haben. Teil 1 ist verbunden mit Teil 3, und
Teil 2 gehört zu Teil 4, sofern ich es richtig verstanden habe. Wäre es da nicht
logischer gewesen, wenn man zwei Zweiteiler draus gemacht hätte?
Kommen wir zur Kritik: Autor John Vornholt ist kein
unbeschriebenes Blatt in der Star Trek Literatur („Zuflucht“, „Masken“, „Erobert
die Flagge“, „Antimaterie“ und weitere), von daher merkt man einfach, dass hier
kein Neuling sich versucht hat. Der Schreibstil ist aufregend und spannend. Was
ich aber definitiv als Schwachpunkt ansehen würde, ist die Überladung an
Charaktere. Da wäre zum einen Ro. Es ist erstaunlich, wie locker sich Picard
ganz dem Motto der Feind meines Feindes ist mein Freund wieder zusammen tut,
auch wenn sie ihn verraten hat. Dann darf Riker mit der Enterprise im Raumdock
bleiben, und in einem völlig nebensächlichen Plot eine Beziehung mit der
Stationscommandantin eingehen. Es gibt leider einiges, was man hätte streichen
können, weil es einfach unnütz war, und die Story nicht vorangebracht hat.
Offenbar hat Vornholt dies auch irgendwann mitbekommen, und kurzerhand seine
Akteure arg dezimiert, um sich auf die Hauptcharas zu konzentrieren.
Fazit: der Roman hat schon was, vor allen Dingen weil man
dieses offene Ende vorgesetzt bekommt. Es ist spannend, wenn auch streckenweise
langatmig, und gehört somit zu der Leselektüre, die man sich schon mal vornehmen
kann, solange man keinen Bestseller erwartet.
Text by Thomas Raube
|