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Buch-Kritik
Star Trek – Classic
Die erste Direktive
(OT: Prime Directive)
Von Judith & Garfield
Reeves-Stevens
Plot:
Die
Erste Direktive - Starfleets heiligstes Prinzip der Nichteinmischung in die
Entwicklung fremder Welten - wurde verletzt. Leben und Zivilisation des Planeten
Talin IV sind in einem nuklearen Inferno verbrannt. Und die Enterprise wurde
fast vollständig zerstört. Verantwortlich für diese Katastrophe ist ein
legendärer Held der Föderation: James T. Kirk, ehemals Captain der Enterprise.
Zusammen mit seinen vier
Brückenoffizieren wird Kirk aus den Diensten der Flotte entlassen. Der frühere
Raumschiffkommandant muss sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlagen. Dabei
treibt ihn nur ein Wunsch: ins Talin-System zurückzukehren und den wahren
Ursachen der Katastrophe auf die Spur zu kommen.
Chefingenieur Scott ist der
Einzige der alten Crew, der auf dem Wrack, das einmal die Enterprise gewesen
ist, ausharrt. Er soll die Instandsetzungsarbeiten leiten. Doch dabei macht er
eine Entdeckung, die alle bisherigen Schuldzuweisungen über den Haufen wirft.
Soweit die Zusammenfassung des
Buches von der Rückseite - nun zur Ergänzung: Dieses Buch setzt sich aus drei
Teilen zusammen: Teil 1 Es fängt mit Sam Jameson bei der
Asteroidenmontage an. Durch einen Unfall geraten zwei tellaritische Kinder in
extreme Gefahr und werden in einer äußerst riskanten Aktion von Jameson
gerettet. Aber anstatt ihm zu danken, wird er als James T. Kirk, der
Weltenmörder, erkannt und muss das Weite suchen. Chefingenieur Scott versucht,
seinen Dienst auf der Enterprise zu quittieren, um nach seinen Freunden zu
suchen. Dr. McCoy und Lieutenant Uhura treffen sich auf dem irdischen Mond und
wollen losziehen und ein Raumschiff kaufen. Und Sulu und Chekov lassen sich von
einem orionischen Piratenkapitän anheuern. James Kirk findet schließlich in Anne
Gauvreau, einer Frachterkommandantin und ehemaligen Angehörigen der
Sternenflotte eine Person, die ihn nicht von vornherein verurteilt. Sie nimmt
ihn an Bord ihres Frachters, und Captain Kirk erzählt ihr, wie es zur Zerstörung
des Planeten Talin IV gekommen ist.
Und damit wären wir beim
zweiten Teil des Buches: Die Enterprise nähert sich dem Planeten Talin IV,
der unter dem Schutz der Ersten Direktive steht. Deshalb darf das Schiff nur mit
geringer Impulsgeschwindigkeit fliegen, da die Talin sonst die Wechselwirkung
der Navigationsschilde mit der interstellaren Materie registrieren könnten.
Captain Kirk und sein Schiff sollen einem Stützpunkt des Erstkontaktamtes (EKA)
auf dem Mond des Planeten helfen. Die Talin stehen auf dem technologischen
Niveau der Erde zwischen 1975 und 2000 und sind in zwei große Machtblöcke
aufgespalten. Es droht ein weltweiter Nuklearkrieg, und das EKA benötigt
zusätzliche Informationen, die nur durch ein Sternenflottenschiff zu beschaffen
sind. Spock findet heraus, dass Beobachtungsshuttles von den Talin fotografiert
worden sind und das EKA möglicherweise dazu beigetragen hat, die Spannungen
zwischen den Machtblöcken des Planeten zu verschärfen. Kirk beschließt, dem
EKA-Stützpunkt zu helfen und setzt ein Landeteam auf dem Planeten ab. Während
das Außenteam sich in einem militärischen Stützpunkt auf dem Planeten aufhält,
eskaliert der Konflikt, aber die Talin schaffen es doch, sich zum Frieden
durchzuringen. Beim Abbauen der Atomwaffen explodiert jedoch eine Bombe, und
automatische Systeme starten den thermonuklearen Weltkrieg. Kirk will den
Planeten nicht verloren geben und greift mit der Enterprise ein. Es gelingt ihm,
den Atomkrieg zu verhindern, ohne die Erste Direktive zu verletzen. Kurze Zeit
später werden jedoch die restlichen Atomwaffen gestartet, und einige von ihnen
greifen die Enterprise an. Talin IV wird zur nuklearen Hölle, und James T. Kirk
wird wegen Verletzung der Ersten Direktive verhaftet.
Teil drei des Buches:
Spock, ebenfalls einer der Weltenmörder von der Enterprise, ist auf der Erde in
San Fransisco und will den Föderationsrat verklagen, um Hilfe für die
überlebenden Talin zu bekommen. Scotty ist weiterhin mit der Instandsetzung der
Enterprise beschäftigt und findet ein Schadensmuster, das auf einen Angriff mit
einer Technologie hinweist, die weit über den Möglichkeiten der Talin, und auch
über die Möglichkeiten der Föderation hinausgeht. Kirk, McCoy, Uhura, Sulu und
Chekov haben mittlerweile wieder zusammengefunden und sind auf dem Weg nach
Talin. Dort treffen sie mit Spock zusammen, der sich nach seiner Anklagerede vor
dem Förderationsrat zum EKA-Stützpunkt im Talin-System begeben hat. Hier finden
sie schließlich heraus, wer wirklich hinter dem Angriff auf die Talin und auf
die Enterprise steckt.
Kritik:
Das gut viermal so dicke Buch,
als die üblichen Taschenbücher ist keine leichte Kost.
Es geht um die höchste Regel
von Starfleet.
Das Buch beginnt mit einem
Klischee, das man sonst eher in irgendwelchen Comics findet. Ein ganzes Leben
voller Heldentaten ist zum Teufel, wenn man einen schwerwiegenden Fehler begeht.
Sicher, wenn alle Nachrichten besagen, dass durch Kirks Schuld ein Planet
vernichtet wurde, ist das eine Sache. Und Nachrichten werden wohl auch im 23.
Jahrhundert Meinungen bilden. Aber, wenn eben dieser Kirk sein Leben riskiert,
um zwei Kinder zu retten und danach niemand von den Hunderten von Zuschauern -
nicht einmal die Eltern - auch nur Danke sagt und seine Meinung überdenkt, ist
das ein Klischee der allerheftigsten Sorte. Die Rettungsaktion war sehr spannend
und dramatisch beschrieben, und für den weiteren Verlauf der Handlung durfte
natürlich niemand für Kirk sprechen, aber für die Glaubwürdigkeit haben die
Autoren - für meinen Geschmack jedenfalls - an dieser Stelle ein wenig
übertrieben. Eine weniger dramatische Situation, in der Kirk erkannt wird, wäre
besser gewesen.
Der zweite Kritikpunkt
betrifft den Handlungsstrang um Chekov und Sulu. Diese beiden lassen sich von
orionischen Piraten anheuern, um schließlich deren Schiff zu übernehmen. Laut
Buch leben Orioner unter einer Standardschwerkraft von 2 g. Das sollten
Starfleet-Offiziere eigentlich wissen. Weshalb sind die beiden dann so
überrascht, als sie auf dem orionischen Raumschiff das Doppelte wiegen und kaum
agieren können? Natürlich kriegen Sulu und Chekov das Schiff, aber eigentlich
nur durch Zufall. Offiziere aus Kirks Crew sollten bessere Pläne machen.
Eine Kleinigkeit zum Schluss:
Ich weiß nicht, wer für die Gestaltung von Titelbildern für Bücher zuständig
ist. Derjenige scheint sich nicht so ganz genau mit "Star Trek" auszukennen. In
dem Buch ist von gelben, blauen und roten Unformpullis die Rede. Und das Schiff
vom Titelbild ist die Kinoversion. Aber das stört den Lesegenuss nicht
sonderlich.
Anmerkung:
Die beiden Autoren Judith und
Garfield Reeves-Stevens sind Trekkies der alten Schule, und schon lange Teil des
Mythos geworden. Ihre Bücher gelten als gern gesehenes Beiwerk zu den
Canon-Fakten, und in der letzten Season von „Star Trek: Enterprise“ stoßen die
beiden zum kreativen Autoren-Team der Serie hinzu. Gemessen an der Qualität der
letzten Staffel, weiß man mit welcher Leidenschaft das Ehepaar sein Hobby
verfolgt.
Fazit:
Ein gutes, spannendes Buch mit
einigen Längen im Sulu-Chekov-Handlungsbogen.
4 von 5 Punkte
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