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Buch-Kritik
Star Trek Deep
Space Nine
Das
Spiel der Laertaner
(OT: The Laertian Gamble)
Von Robert Sheckley
Plot:
Der
junge und unerfahrene Dr. Bashir verliebt sich in die Lampusanerin Allura vom
Planeten Laertes, und es verläuft alles nach seinen Vorstellungen und
Liebeshoffnungen. Schließlich überzeugt sie ihn, in Quarks Bar für sie zu
spielen, da sie als Halb-Telepathin keinen Zutritt hat. Bashir erklärt sich
bereit, so lange gegen Quark zu spielen, bis einer der beiden Parteien bankrott
ist. Den finanziellen Einsatz bekommt der Arzt von der schönen Allura, den
gesamten Gewinn behält sie ein. Überraschend für alle gewinnt Bashir jedes
Spiel, und Quark will aufgeben. Aber damit gibt sich die Frau nicht zufrieden.
Zeitgleich erscheint mit einem
gewaltigen Schlachtschiff der lampusanische "Meister des Spiels" und droht Sisko,
dass er Deep Space Nine zerstören wird, sollte der Commander das Spiel
abbrechen. So wird Quark dazu gezwungen, Teile der Basis zu verpfänden, um
seinen Einsatz zu machen, obwohl er jede Partie gegen den Doktor verliert.
Nicht nur der für Quark und
DS9 schlechte Ausgang der Spiele macht Sisko Sorgen, sondern auch immer häufiger
auftretende Anomalien, die ganze Raumschiffe und Planeten verschwinden lässt. Er
beginnt Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass diese Anomalien mit
Alluras Ankunft entstanden sind. So beauftragt er Kira und Dax, sich auf Laertes
umzusehen und eine Lösung des Problems zu finden. Nach einigen
Unannehmlichkeiten auf dem Planeten bekommen sie die Hilfe von einem
Mathematik-Experten, der den Grund der Anomalien kennt: Die Laertaner – sie
bestehen aus zwei Völkern, den Lampusanern und den herrschenden Kendo – leben
nach dem Prinzip der Komplexitätstheorie; eine Weiterentwicklung der
Chaos-Theorie.
Derzeit sind Wahlen auf
Laertes, die Lampusaner sind zufrieden mit der Kendo-Regierung und nicht
übermäßig an den Wahlen interessiert. Sie verkaufen ihre Wahlstimmen an den
Höchstbietenden, und eine lampusanische Volksgruppe mit dem Oberhaupt Allura
versucht, diesen Faktor auszunutzen. Mit dem Geld von DS9 will sie alle Stimmen
kaufen und die Regierung stürzen, was für die Kendo katastrophal wäre.
Der Grund für Bashirs Siege
hängt mit der Komplexitätstheorie zusammen und sagt voraus, dass unter
bestimmten Umständen eine Niederlage des Arztes unmöglich wäre; egal was er auch
versuche. Als Nebeneffekt der Theorie tauchen die Anomalien auf und verwüsten
gewisse Teile des Föderations-Territoriums.
Dax und der Mathematik-Experte
finden mithilfe unkonventioneller Methoden einen Kendo, der das bedrohende
Problem der Anomalien und des Sieges der Lampusaner abwenden kann. Nur er kann
die Zukunft der Galaxis retten…
Kritik:
Dr. Bashir verstrickt sich in
ein Spiel mit unabsehbaren Folgen.
Die Idee der Geschichte klingt
wie eine typische DS9-Folge aus der ersten oder zweiten Staffel, und der Autor
Robert Sheckley beachtet gut das Verhalten der Charaktere aus dieser Zeit. So
ist Julian Bashir selbstzweifelnd und ängstlich, Sisko zurückhaltend und Quark
viel raffgieriger als in den späteren Jahren.
Es gibt einen merkwürdigen
Einblick in die Chaos-Theorie, die in abgewandelter Form als Komplexitätstheorie
das Buch bestimmt. Ich hab zwar nicht verstanden worum es geht, weil mein Gehirn
da schon auf Durchzug geschaltet hatte. Aber um es zu verdeutlichen gibt es das
Beispiel: Wenn ein Schmetterling am Amazonas mit den Flügeln schlägt, kann es
unter Umständen zu einem Sturm über Chicago kommen. So muss man sich das
vorstellen, nur eben im größeren Rahmen.
Der Schreibstil ist unangenehm
schlecht. An manchen Stellen kam es mir wie ein mies geschriebenes Kinderbuch
vor, denn ein wirklich flüssiges lesen kam nie zustande.
Soweit so schlecht…
Wenn man es bis dahin
durchgehalten hat, wird man spätestens am Ende sich wünschen, das Buch dem Feuer
zu übergeben.
Nachdem Dax und der
Mathematik-Experte die sogenannte "Chaos-Maschine" – diese Idee ist in dem Buch
dermaßen lächerlich dargestellt – bauen, entsteigt ihr Dax' ehemaliger Lehrer
und sagt, dass sie einen gewissen Ken suchen sollen, der helfen kann. Ich frage
mich, woher der Lehrer kommt, geschweige denn das wissen kann. Ist dem Autor
vielleicht keine bessere Idee eingefallen, womit man das Buch enden lassen kann?
Es stellt sich nun heraus, dass Ken ein bekannter "tanzender Bildhauer" ist und
DS9 retten kann. Wieso kann ausgerechnet er das? Darauf wird nicht eingegangen,
nur, dass er am Ende für Quark gegen Allura spielt und schnell – auf den letzten
20 (!) Seiten – die Station zurückgewinnt. Dann verlieben sich die beiden.
Super…
Bis zum Relaunch der DS9
Bücher musste die Reihe um Sisko und Co als schlechteste der Star Trek
Bücherwelt angesehen werden. Nicht umsonst bestimmen gleich 2 DS9 Bücher die Top
3 der schlechtesten Trek-Bücher. An erster Stelle steht „Das Böse“, an zweiter
Stelle kommt dieser Roman.
Fazit:
Tja, was soll man dazu sagen
außer „Setzen, sechs!“. Das Buch hat leider nicht einmal den Ansatz eines guten
Plotes, ist schlecht geschrieben (vielleicht auch nur schlecht übersetzt) und
überzeugt nicht eine Seite. Da ist man nahe dran, die Bücherverbrennung wieder
einzuführen.
1 von 5 Punkten.

by Thunderchild
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