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Buch-Kritik
Star Trek –
Die Neue Grenze
Captain Calhoun
(OT: House of
Cards & Into the Void)
Von Peter David
Star Trek – New Frontier war
die erste von Fan erschaffene Buch-Serie, die nicht mit den bekannten
Charakteren von Classic, TNG, DS9 oder Voyager spielte. Autor Peter David
schaffte somit seine bereits in den Starfleet Kadetten teilweise etablierten
Charaktere eine Heimat zu geben.
Plot:
In Sektor 221-G, der besser
als das Thallonianische Imperium bekannt ist, kommt es zum absoluten Chaos, als
die Königsfamilie der führenden Welt fast vollständig ausgelöscht wird. Welten
in diesem Sektor, die bis dahin in Frieden gelebt haben, beginnen sich
gegenseitig anzugreifen.
Die
Flüchtlingsströme, die die Föderation erreichen, reißen fast nicht mehr ab.
Schließlich bitten die Thallonianer die Föderation um Hilfe, um die Aufstände zu
beenden. Da die Föderation allerdings an die Erste Direktive gebunden ist, kann
sie nicht in die Geschehnisse eingreifen. Schließlich entschließt man sich dazu,
das Raumschiff Excalibur in die Region zu schicken, um die Situation
längerfristig zu beurteilen.
Captain Picard, auf dessen
Schiff auch die Verhandlungen mit den Thallonianern stattgefunden hat, wird
gebeten, einen Vorschlag für den Kommandanten der Excalibur zu machen. Er nennt
einen Sternenflottenoffizier, der schon lange nicht mehr im aktiven Dienst ist,
aber als Undercover-Agent für die Föderation arbeitet: Mackenzie Calhoun.
Calhoun hat einst selbst im
Sektor 221-G gelebt und seinem Volk, den Xenexianern, im Alter von 19 Jahren zur
Freiheit aus der Sklaverei verholfen. Nach einiger Überzeugungskraft seitens
Picard nimmt Calhoun das Kommando über die Excalibur an. Schließlich beginnt
Calhouns Mission zum Sektor 221-G, der neuen Grenze...
Kritik:
Lange haben die deutschen
Buchfans sich gedulden müssen, die "Neue Grenze"-Buchreihe von Peter David.
Im Gegensatz zu den USA
erhalten wir aber zwei Romane in einem Band. In den USA waren die Romane
getrennt als sehr dünne Büchlein erschienen. Zusammen ergeben sie eine stolze
Lesemenge von circa 330 Seiten. Wenn dies eine neue "Star Trek"-Serie wäre, so
könnte man die beiden Geschichten durchaus als Pilotfilm betrachten, da die
eigentliche Mission der U.S.S. Excalibur erst gegen Ende des Buches beginnt.
Das heißt aber nicht, dass
dieses Buch irgendwie schlecht ist, das ist es nämlich ganz und gar nicht. Die
ersten zwei Bände beschäftigen sich weitestgehend mit der Geschichte der
einzelnen Crewmitglieder, besonders mit der von Mackenzie Calhoun, von dem ich
gleich versprechen kann, dass er anders ist als die Captains, die uns in den
fünf anderen Trek-Serien beschert wurden. Calhoun ist aufgrund seiner
Vergangenheit aggressiv, hat aber einen Sechsten Sinn für Gefahren und ist auch
- in meinen Augen - fair. Einem Charakter, der so gar nicht "sternenflottenmäßig"
auftritt, war eine geniale Idee von Peter David, da es nicht nur für viel
Konfliktpotential sorgt, sondern auch den einen oder anderen humoristischen
Moment in das Buch einbringt.
Auch treffen wir weitere
Charaktere, die wir schon vor allem aus "The Next Generation" kennen. Da wäre
zum einen Robin Lefler, die in der Episode "Gefährliche Spielsucht" eingeführt
wurde. Weiterhin treffen wir auch Doktor Sela wieder, jene Vulkanierin, die auf
Doktor Crushers Krankenstation mitgearbeitet und eine sehr "bewegte"
Vergangenheit hat, wie wir hier erfahren. Der bekannteste Charakter dürfte aber
wohl Commander Shelby sein, die wir aus dem "The Next Generation"-Zweiteiler "In
den Händen der Borg" und "Angriffsziel Erde" kennen. Sie dient Calhoun als
Erster Offizier und war in der Vergangenheit schon mit ihm verlobt.
Calhouns restliche Crew wird
auch mehr oder weniger intensiv von David eingeführt, was er aber sehr gut
gelöst hat, da er bei all den neuen Charakteren auch nicht die eigentliche
Geschichte des Buches vergessen hat.
Diese beginnt, wie wir es von
David schon fast gewohnt sind, in der Vergangenheit und arbeitet sich dann bis
in die Gegenwart vor, dies dient allerdings hier nur der geschichtlichen
Erklärung und der Charaktervorstellung. Ich möchte hier nicht weiter auf den
Inhalt eingehen, da das Buch auf zwei sehr zentrale Themen, nämlich die Mission
und die neuen Charaktere, ausgerichtet ist, und ich so zuviel von der Geschichte
preisgeben würde.
Kritikpunkte gibt es keine
größeren, die Story zog sich am Anfang etwas hin, was aber nötig war, um Calhoun
gut kennen zu lernen. Positiv möchte ich noch hervorheben, dass David Teile
seines "The Next Generation"-Romans "Vendetta" weiterführt. In diesem Roman
hatten wir die Excalibur, damals noch unter dem Kommando von Captain Korsmo,
kennen gelernt. Korsmos Schicksal ist zweifelsohne nicht sehr angenehm, macht
aber den Weg zu dieser Geschichte frei.
Neben dem Auftreten von Teilen
der "The Next Generation"-Crew, darunter Picard, Riker und Data, hat auch Spock
einen Auftritt in seiner Funktion als Botschafter. Andere Charaktere wie zum
Beispiel Admiral Jellico sehen wir ebenfalls wieder.
Fazit:
Sehr gelungener Einstieg in die "Neue Grenze"-Reihe, deren Schwerpunkt in diesen
ersten zwei Bänden auf den Charakteren liegt und dadurch sehr viel Spannung beim
Leser erzeugt, der die einzelnen Personen und ihre Eigenarten noch nicht kennt
und somit nur schwer einzuschätzen weiß, wie sich die einzelnen Verhalten
werden; dadurch bietet der Roman einige Überraschungen. Außerdem wird auch sehr
gekonnt in die eigentliche Geschichte eingeführt. Kurz um: direkt Lesen!
5 von 5 Punkten |