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Buch-Kritik
Stephen King’s
„Alpträume“
OT: Nightmares & Dreamscapes
Auch wenn Stephen King ja nun
nicht gerade eine unbekannte Größe auf dem Büchermarkt ist, so habe ich bisher
noch nie ein Buch von ihm gelesen. Das hatte sich geändert, als ich dieses
Weihnachten das Buch „Alpträume“ geschenkt bekommen hab.
Stephen King, der auch unter
dem Pseudonym Richard Bachman schreibt, gilt weltweit als unbestrittener Meister
der modernen Horror-Literatur, dessen Bücher sehr erfolgreich verfilmt wurden (Misery,
Carrie, Friedhof der Kuscheltiere, Langoliers, ES, SIE, Christine). Aus diesem
Grunde konnte ich doch auf entsprechendes Lesevergnügen hoffen.
Plot:
Das Buch umfasst insgesamt 12 Kurzgeschichten:
Dolans Cadillac
Dolan ist ein Krimineller, der
auch vor Mord nicht zurück schreckt. Eines Tages bringt er die falsche Person
um, und der Hinterbliebene Ehemann der verstorbenen Frau beginnt einen perfiden
Racheplan auszuhecken, in dem Dolans Cadillac, das Werkzeug darstellt.
Das Ende des ganzen
Schlamassels
Robert Fornoy entwickelt in
der nahen Zukunft einen Plan, der den Weltfrieden schaffen könnte. Er hat ein
Mittel entdeckt, das er in sämtliche Wasservorräte einspeisen will, um die
Menschheit damit wieder auf die richtigen Bahnen zu bringen. Zusammen mit seinem
Bruder schafft er es, und tatsächlich enden alle Kriege und der Hass. Doch die
beiden haben die Langzeitwirkung außer Acht gelassen, die Menschheit verdummt.
Kinderschreck
Eine Lehrerin entdeckt, dass
sämtliche Kinder an ihrer Schule von Monster/Aliens (was auch immer) übernommen
wurden. Einzeln lockt sie sie in die Falle, nur um zu erkennen, das diese
Übernahme auf der ganzen Welt stattgefunden hat, und sich diese Wesen immer
weiter ausbreiten.
Der Nachtflieger
Ein Reporter verfolgt einen
Piloten der nach jeder Landung blutleere Leichen mit Bissspuren im Hals
hinterlässt. Ein Vampir?
Popsy
Eine Schieberbande hat sich
darauf spezialisiert kleine Kinder zu entführen, und später zu verkaufen. Eines
Tages gerät Sheridan jedoch an den falschen, als er einen kleinen Jungen vor dem
Kaufhaus entführt, der auf seinen Großvater, von ihm Popsy genannt gewartet hat.
Unterwegs macht der Junge nicht nur Schwierigkeiten, weil er die Handschellen
mit seinen Händen verbiegt, sondern auch weil Popsy hinter ihnen her ist. Und
Sheridan fragt sich mittlerweile, wenn der Junge schon Metall verbiegen kann wie
Butter, was kann dann erst der Großvater?
Es wächst einem über den
Kopf
Ähm, keine Ahnung worum’s da
ging. Die Story war nicht mehr als eine sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern.
Klapperzähne
Bill Hogan kauft sich an einer
Raststelle ein paar laufende Zähne zum Aufziehen, die er als Geschenk für seinen
Bruder mitnehmen will. Unterwegs nimmt er jedoch einen Anhalter mit, trotz böser
Vorahnung. Es kommt wie er vermutet hat, der junge Mann will ihn ausrauben. Doch
da kommen ihn die laufenden Zähne zu Hilfe...
Zueignung
Ein Zimmermädchen lässt sich
von den Hinterlassenschaften eines männlichen Gastes schwängern, weil eine
Wahrsagerin vorausgesagt hat, das dieses Kind ein berühmter Schriftsteller
werden würde.
Der rasende Finger
Howard Mitla entdeckt eines
Tages, dass ein Finger aus seinem Waschbecken schaut. Er beginnt einem Kampf, in
dem er von Säure bis hin zur Motorsäge alles einsetzt, um den immer länger
werdenden Finger loszuwerden.
Turnschuhe
Ein Mitarbeiter einer
Plattenfirma sieht jeden Tag aufs neue auf der Toilette ein paar Schuhe unter
der Ritze einer Kabine, die sich über ein halbes Jahr lang nicht bewegen, und
auf der sich die toten Fliegen stapeln. Hat er es mit einer Leiche zu tun?
Verdammt gute Band haben
die hier
Nach einer endlos langen
Autofahrt durch die Pampa kommt ein Pärchen endlich an einer Stadt an: Rock &
Roll Heaven. Entgegen des bösen Gefühls in der Magengegend machen sie einen
Zwischenstopp. Erst als sie bemerken, das alle Einwohner den verstorbenen Rock
and Roll Größen verdammt ähnlich sehen, erkennen sie, dass sie wirklich im Rock
& Roll Himmel gelandet sind; und nicht wieder zurück können.
Hausentbindung
Maddie Pace ist ein wenig
altmodisch, naiv, man könnte auch sagen zurückgeblieben. Ausgerechnet drei
Monate nach dem Tod ihres Mannes erkennt sie, dass sie von ihm schwanger ist.
Und das wo gerade Außerirdische Parasiten auf die Erde gekommen sind, und
sämtliche Toten als Zombies wiederauferstehen lassen.
Kritik:
Stephen Kings „Alpträume“ sind
sehr durchwachsen. Es gibt verdammt gute Stories wie „Dolans Cadillac“ oder
„Klapperzähne“, dann gibt es noch Geschichten, die man als Leser nicht mal mit
der Kneifzange anfassen möchte. „Der Nachtflieger“ oder „Es wächst einem über
den Kopf“ zum Beispiel. Letzteres war kein Witz, als ich in der Beschreibung
geschrieben habe, dass ich nicht weiß worum es geht. Ich kann’s euch einfach
nicht sagen, weil die gesamten zwanzig Seiten reiner Nonsens sind, aus der ich
nicht schlau geworden bin.
King’s Schreibweise ist
mitunter sehr ausführlich. Vielleicht zu ausführlich, denn dadurch werden manche
Geschehnisse unnötig in die Länge gezogen. Das alleine ist jedoch noch kein
Grund jemanden eine schlechte Schreibweise vorzuwerfen. Viel störender empfand
ich die ganzen Klammersetzungen um etwas näher zu beschreiben. Das kann man in
einen erklärenden Text machen, doch aber nicht in einer Story. Das reißt die
Spannung sehr schnell um.
Auch ist sein Schreib-Stil
ziemlich vulgär. Der Mann nimmt kein Blatt vor dem Mund, besonders wenn’s darum
geht >Sperma zu lecken<, oder >Eier zu zerbeißen< (nicht die Hühnereier:-).
Taugt das Buch eigentlich
was?
Ja, tut es. Jedenfalls wenn
man nicht zu verwöhnt ist. Es gibt bei weitem bessere, aber für solche Leute,
die nur mal bei Gelegenheit eine Story lesen wollen, und nicht vor haben, sich
intensiv damit zu beschäftigen, ist es nicht schlecht, sich eine oder zwei
dieser Geschichten vorzunehmen. Allerdings hätte ich diese Kritik gerne vorher
gelesen, dann hätte ich die grottenschlechten überspringen können.
Fazit:
Sehr gemischtes Werk. Geeignet
zum gelegentlichen Schmökern.
Text by Thomas
Raube |