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Die Vidiianer waren einst eine friedliebende Kultur von Humanoiden, die sich der Kunst und der Wissenschaft verschrieben haben. Sie galten als äußerst kultiviert und kannten bereits vor 2000 Jahren die Raumfahrt, die denen der Menschen des 22 Jahrhunderts entsprach. Doch dann infizierte sich das gesamte Volk mit der Phage, einer viralen Fresszelle die den Körper von innen auffrisst. Aus der einstigen Gesellschaft von Intellektuellen wurde die vidiianische Bruderschaft. Quasi über Nacht stagnierte die Entwicklung des Volkes und wurde in eine neue Richtung gelenkt. Alle Anstrengungen und Energien mussten von da an in die Bekämpfung der Phage gesteckt werden. In der Anfangszeit, noch immer beseelt von einem friedlichen Miteinander, suchten sie neue Heilungsmethoden und Verfahren, um die Phage zu stoppen. Ihr medizinisches Wissen wuchs zwar enorm, wenn man bedachte, das ein ganzes Volk nun auf diesem Gebiet tätig war, aber ein Heilmittel für die Phage war nicht darunter. Die tödliche Seuche zerstörte den genetischen Code und die Zellstruktur der Vidiianer, so das täglich tausende an ihr zugrunde gingen. Um dies zu kompensieren wurden sie gezwungen Organe von anderen Spezies zu entnehmen und sich selbst zu implantieren. Zunächst beschränkten sie sich darauf diese Organe Toten zu entnehmen, doch schon bald änderte sich die Moralvorstellungen der Vidiianer. Es reichte nicht mehr Tote auszunehmen, um ihr Volk am Leben zu erhalten, schon bald darauf begannen sie gnadenlos Jagd auf andere Lebewesen zu machen. Die Vidiianer perfektionierten zu diesem Zeitpunkt ihre Technologie, und passten sie auf die neuen Aufgaben an. Es wurden Scanner entwickelt, die aus einiger Entfernung ein bestimmtes Organ einfach aus dem Körper eines Opfers herausbeamen konnten. Aber auch Gefangene wurden gemacht. Die unfreiwilligen Organspender wurden so Stück für Stück ausgenommen, aber, durch die fortschrittliche vidiianische Technologie am Leben gehalten, damit sie als Arbeitssklaven im Bergbau oder Bauarbeiten arbeiten konnten.
Nach 2000 Jahren galten die Vidiianer als eine Geißel des gesamten Delta-Quadranten. Ihre Fähigkeit, andere Völker auszuschlachten wurde derart perfektioniert, das der bloße Name der Bruderschaft zu einem Schrecken wurde. In den 70er Jahren des 24 Jahrhunderts besitzen die Vidiianer eine Vielzahl von Schiffen und Außenposten. Ihr Vorgehen hat sich seit den letzten 2000 Jahren nicht sonderlich verändert. Sie greifen an, nehmen soviel lebendes Gewebe mit, und flüchten in eines ihrer Verstecke, wo sie in aller Ruhe ihren Körper mit dem gestohlenen Material aufwerten.
Nachdem die U.S.S. Voyager im Jahr 2371 in den Delta Quadranten gezogen wurde, traf sie auch auf die Vidiianer, die einem Crewmitglied die Lungen entnahmen. Dadurch, das diese bereits „verarbeitet“ wurden, als man die Schuldigen gefangen nahm, schloss man einen Kompromiss, so das der Crewman durch die fortschrittliche Technologie der Vidiianer geheilt werden konnte. Später wurde das Verhalten eindeutig aggressiver, als man tiefer in den Raum der Vidiianer vorstieß. In größeren Gruppen sind sie gut vorbereitet um Raumschiffe zu entern und sich die Organspenden gewaltsam zu holen. Kreuzer von Größe eines Akira Klasse Raumschiffs klammern sich dabei in die Außenhaut und senden dann die Entertrupps hinüber, wo direkt vor Ort bereits damit begonnen wird zu entscheiden, was gebraucht, und was auf die Wartebank geschoben wird.
Weiter außerhalb ihres Territoriums gehen sie etwas heimtückischer vor und legen ihre Basen so an, dass sie reichhaltige Dilithium-Signaturen aussenden, die für die meisten Völker ein wertvoller Rohstoff darstellt. Wird ein Schiff dadurch angelockt dauert es nicht mehr lange bis zum Angriff.
Ein Hornatta entscheidet, welche Organe gerade benötigt werden. Er oder Sie ist für eine Einzelperson oder eine kleinere Gruppe verantwortlich und muss dafür sorgen, dass seine Schützlinge steht’s mit frischen Organen versorgt werden.
Vidiianische Kinder werden bereits mit der Phage geboren. Zum direkten Ausbruch der Krankheit kommt es mit etwa sechs Jahren. Sofort wird dann damit begonnen die Fresszelle zu behandeln, wobei die ständigen chirurgischen Eingriffe Spuren hinterlassen. Sämtliche Vidiianer sind grauenhaft entstellt. Ihr Fleisch zersetzt sich, und ihre Körper verändern sich fortwährend, durch neue Transplantationen. Doch auf Ästhetik kann bei ihnen keine Rücksicht genommen werden, und so kann es sein, dass ihr Äußeres Eigenschaften von dutzenden Spezies zeigt. 2371 versucht Chefchirurg Sulan der gefangenen B’Elanna Torres zu gefallen, in dem er das Gesicht des Voyager Crewmitglieds Peter Durst auf sein eigenes transplantiert. Sulan hofft durch die klingonische DNS mit ihrer erstaunlichen Resistanze gegenüber Erregern eine Heilung gegen die Phage zu finden, und hat tatsächlich Erfolg. Er erschafft eine rein klingonische und eine rein menschliche Version von Torres und infizierte die klingonische mit der Phage. Der klingonische Organismus bekämpft die Fresszelle, doch bei einem Ausbruch kommen Sulan und die klingonische Version von B’Elanna ums Leben.
Auch wenn die Vidiianer nicht mehr weiter an der Heilungsmethode durch die klingonische DNS arbeiten konnten, so ist es dem EMH-Programm der U.S.S. Voyager gelungen Fortschritte zu erzielen, als 2372 die Vidiianerin Danara Pel aufgelesen wird. Da sie mit dem Tod focht injizierte er ihr klingonisches Neuralgewebe in ihre Großhirnrinde, das zumindest vorerst die Krankheit aufzuhalten vermochte. Während der Stabilisierung ihres Körpers transferierte er ihre Gehirnwellenmuster in ein holographisches Abbild ihrer selbst ohne die Auswirkungen der Phage. Leider ließ sich die Abstoßung der klingonischen DNS auf Dauer nicht aufhalten, aber Danara Pel kehrte mit den Forschungsergebnissen zu ihrem Volk zurück.
Im Jahr 2375 hat die Voyager-Crew den vidiianischen Raum bereits verlassen. Auf einer Raumstation die „Denkfabrik“ genannt wurde, erfährt man, dass man dort eine Heilung für die Phage gefunden hat, und die Vidiianer langsam zur Zivilisation zurückkehren. Die Heilung mag zwar das Ende von 2000 Jahren Greultaten sein, doch es wird wohl noch eine Weile dauern, bis diese von den anderen Völkern vergessen sein wird.
Text by Thomas Raube |
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