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Als die U.S.S. Voyager 2371 von einer fremden Lebensform in den siebzigtausend Lichtjahre entfernten Delta Quadranten gezogen wurde, stieß sie auch auf eine Vielzahl von neuen außerirdischen Intelligenzen. Eine der ersten waren die Ocampa, eine inzwischen stark reduzierte Gesellschaft von extrem kurzlebigen Humanoiden mit rudimentären telephatischen und telekinetischen Kräften.
Die Ocampa lebten vor rund 500 Jahren noch auf der Oberfläche des fünften Planeten des Ocampa Systems. Ihr Planet gehörte der Standard Klasse M an, und ermöglichte eine große Anzahl von Tier und Pflanzenarten. Dies änderte sich schlagartig, als die Nacene, eine fortschrittliche Rasse von Forschern, die aus einer anderen Galaxie stammen, eine unbeabsichtliche Verseuchung der Planetenatmosphäre zu verantworten haben, die die Auslöschung sämtlicher nukleogenischer Partikel im Gasmantel zur Folge hatte. Folglich blieben Niederschläge aus, und ohne den Regen entwickelte sich die Oberfläche langsam in eine Wüstenlandschaft, in der ein Überleben nur schwer war.
Da Ocampa V der einzige Planet in diesem System war, der Wasser in irgendeiner Form beherbergte, wurde zur es zur Mangelware, und daher sehr begehrt. Die Nacene waren von Schuld geplagt und ernannten zwei „Fürsorger“, die sich fortan um die Ocampa kümmern sollten, als Ausgleich für den angerichteten Schaden. Während der Rest der Nacene weiterreiste, bauten die beiden für ihre Schützlinge eine unterirdische Stadt auf, ein eigens kreiertes Habitat, das von der Außenwelt unabhängig sein sollte. Diese riesige Stadt wurde von einem hochwirksamen Kraftfeld geschützt, das bei Berührung die Haut wegbrennen kann. In regelmäßigen Abständen füllten die beiden Nacene die Vorräte an Energie und Nahrungsmittel wieder auf, was die Ocampa letztendlich in die Abhängigkeit führte. Ihre telephatischen und telekinetischen Fähigkeiten verrohten durch die Nichtbenutzung und gerieten letztendlich in Vergessenheit.
Nach etwa 200 Jahren entschloss sich der weibliche Nacene dazu, die Beschützerrolle aufzugeben, und wie der Rest des Volks die Erforschung der Galaxis wieder aufzunehmen. Suspiria, der Name des weiblichen, nahm eine größere Gruppe der Ocampa mit sich und lehrte sie ihre telephatischen Fähigkeiten zu entwickeln und zu nutzen.
500 Jahre nach dem Unfall waren die Ocampa nur noch ein Schatten ihrer einstigen selbst. Kazon Sekten versuchten an die begrenzten Wasservorräte zu gelangen, und belagern teilweise die Oberfläche, in der Hoffnung an das Wasser der Ocampa heranzukommen. Die stagnierende Gesellschaft der Ocampa wird von den Ältesten geleitet, die nach besten Wissen und Gewissen die Wünsche des Fürsorgers interpretieren. So auch, als der sterbende Nacene mehrere Individuen aus allen Teilen der Galaxie heranschafft, um einen kompatiblen Partner zu finden, mit dem er einen Nachfolger für die Fürsorger-Rolle zeugen kann. Seine Suche bleibt jedoch erfolglos. Letztendlich ist er sogar so entkräftet, dass er es nicht mehr schafft, die Voyager wieder zurückzubringen.
Die Ocampa selbst sind vom schwachen Körperbau. Ob dies auf die 500 Jahre andauernde Verhätschelung zurückgeht, oder ob sie von Natur aus so sind ist unbekannt. Sie sind äußerlich menschenähnlich, einziger sichtbarer Unterschied sind spitz zulaufende Ohren mit verdickten Knorpeln. Ihre Lebenserwartung beträgt lediglich um die sieben Jahre, obwohl ihr Potential viel höher liegt. Die Ocampa, die von Suspiria auf die Koloniestation mitgenommen wurden verfügen über die dreifache Lebenserwartung. Für ein solch kurzes Leben hat sich die Natur aber bestimmte Sachen einfallen lassen, um die Ocampa doch mit dem Rest des Universums mitziehen lassen zu können. Ocampa Kinder wachsen extrem schnell heran, und mit sechs Monaten gleichen sie menschlichen Teenagern. Mit dem ersten Jahr gelten sie als Volljährig. Da sie wegen der kurzen Lebensspanne nicht die Möglichkeiten haben, Jahrelang zu lernen, oder zu studieren, besitzen sie ein fotographisches Gedächtnis, sowie eine schnelle Auffassungsgabe. Informationen die sie sich einmal eingeprägt haben bleiben für den Rest ihres Lebens im Gedächtnis.
Mit vier Jahren treten die Ocampa ins Elogium ein, die fruchtbare Phase, in denen sie sich das erste und einzige Mal paaren können. Auf der Schulter entwickelt sich eine Art Beutel in dem das Kind später zur Welt kommen wird. 50 Stunden nach Beginn des Elogiums muss spätestens mit dem Paarungsritual begonnen werden. Die beiden Partner verbinden sich dafür für sechs Tage, wobei ihre Haut von einer chemischen Substanz namens Ipasaphor zusammengehalten wird. Bei der Geburt kommt das Kind schließlich mit den Füßen zuerst aus dem Beutel. Ocampa sind mit verschiedenen Spezies kompatibel, so auch Menschen oder Talaxianer.
Das Morilogium ist der letzte Lebenszyklus eines Ocampa Lebens. Innerhalb kürzester Zeit beginnt ihr Körper zu Altern. Dieser Zustand dauert nur zwei Monate, und wird des meist von Vergesslichkeit und Altersschwachsinn begleitet.
Nach dem Tod des Fürsorgers sind sie Ocampa wieder auf sich allein gestellt. Ihr Beschützer hat die Spalten in der Barriere verschlossen, und ihrer Energie und Nahrungsvorräte für 5 Jahre aufgefüllt. Danach werden sie wohl oder übel zurück an die Oberfläche gehen müssen um ein neues Leben anzufangen.
Zwei Jahre nach dem Tod des Fürsorgers traf die gestrandete Voyager auf die zweite Nacene namens Suspiria und ihren Schützlingen. Suspiria missverstand jedoch die Absichten der Voyager Crew, und urteilte vorschnell in der Befürchtung, man hätte ihren Partner getötet. Auch die mit ihr reisenden Ocampa unter ihrem Anführer Tanis waren der Ocampa Kes und der restlichen Voyager-Crew wenig sympathisch. Die erworbenen Fähigkeiten machten sie arrogant und anmaßend. Tanis verglich die Menschen mit Tieren, meinte sie seihen minderwertig.
Es ist ungewiss, was aus den Ocampa geworden ist, nachdem ihnen die Vorräte des Fürsorgers ausgingen. Ihre Technologie ist nicht besonders fortgeschritten, sie verfügen nicht über interstellare Raumfahrt, und können sich wohl kaum gegen die aggressiven Kazon Sekten zur wehr setzen, wenn sie gezwungenermaßen auf die Oberfläche zurückkehren müssen. Ein Hoffnungsschimmer wäre Kes, die, nachdem sie die Voyager verlassen hatte, und transformiert wurde, nach Jahren zu ihrem Volk zurückkehrte. Sie hatte erst Angst gehabt, dass sie wegen ihrer Transformation zu Hause nicht mehr akzeptiert würde, doch Captain Janeway, konnte sie dazu überreden, es wenigstens zu versuchen.
Text by Thomas Raube |
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