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40 Jahre Star Trek
40 Jahre modernes, anspruchsvolles, intelligentes und abwechslungsreiches SF im Media-Format.
Wer hätte damals gedacht, dass aus einer unbedeutenden, kleinen Serie solch ein enormer Mythos wird, der alle anderen Serien und Reihen mit dem „Star“ im Titel locker an die Wand spielt.
Star Trek ist Kult! Was mal als Test eines jungen Autoren und Luftwaffenpiloten begann ist heutzutage in aller Welt ein Begriff und hat auch längst Einzug in unsere Gesellschaft gehalten, Begriffe wie „Warp“, „Spock“, „Beamen“, „Phaser“ oder „Klingone“ sind jedem Mensch auf der Erde ein Begriff. Bei einem Format das 6 Serien, 10 Kinofilme und hunderte Stunden Episoden umfasst ist dies eigentlich auch selbstverständlich.
Auch wenn sich vieles im Star Trek Universum getan hat, die Fans sind die gleichen geblieben und auch das macht den Reiz aus. Es waren die ersten Fans, die sich mit Ihrer Serie richtig identifizierten, es waren die Fans, die Serie auf ihren Alltag projizierten- und es waren die Fans, die sich für ihre Serie öffentlich einsetzen und stark machten. In diesem Sinne kann man sagen das Star Trek der Mythos und Star Trek das Fandom unausweichlich zusammengehören. Und nicht ohne einander existieren können.
Auch wenn Star Trek im Moment eher auf einen absteigenden Ast sitzt, „Enterprise“ eingestellt wurde und die Aussicht auf einen 11. Kinofilm voller pubertärer Kadetten uns einen gehörigen Schauer über den Rücke wandern lässt, so kann man doch mit einem schmunzeln sagen. Das gab es alles schon einmal. Und es wird wieder aufwärts gehen. Garantiert, weil genau das gleiche schon einmal passiert ist.
In diesem Sinne. Lang lebe Star Trek.-Legends never die!
Text by Lexx
Der Anfang einer Legende
Schon kurze Zeit nachdem die Enterprise am 8 September 1966 ihren Jungfernflug auf amerikanischen Bildschirmen absolviert hatte, dürften die Chefs des US Fernsehriesen NBC den dringenden Wunsch verspürt haben, das Raumschiff mitsamt Captain auf den Mond zu schießen. Aber nicht um daraus ein weiteres Star Trek Abenteuer entstehen zu lassen, sondern um den Ärger über eine TV Serie Luft zu machen, die sich zumindest den Einschaltquoten zufolge als ziemlicher Flop erwies.
Dabei hätten die NBC Chefs damals durchaus ahnen können, dass es sich bei den Abenteuern von Kirk, Spock und Co um einen Stoff handelte, aus dem ein Kult-Klassiker entstehen konnte. Denn als NBC die Serie aus dem Programm werfen wollte, noch bevor die zweite Staffel produziert worden war, zeigte sich, dass Star Trek damals eine vielleicht noch nicht besonders große, dafür aber bereits ungewöhnlich begeisterte Fangemeinde hatte. Innerhalb weniger Tage gingen gut eine Million Protestbriefe aufgebrachter Trekkies bei NBC ein. Diese „Aufständigen“ hatten tatsächlich Erfolg. NBC strahlte eine zweite Staffel aus, allerdings auf einen schlechten Sendeplatz. Aber auch diese Folgen erzielten den Quoten nach nicht den Publikumserfolg, den NBC erhofft hatte. So ließen sie zwar noch eine dritte Staffel vom Stapel, verpassten ihr jedoch einen noch schlechteren Sendeplatz als der zweiten Season. 1969, also knapp drei Jahre, bevor Raumschiff Enterprise im deutschen Fernsehen lief, wurde die Serie eingestellt.
Totgesagte leben länger. Nachdem NBC Star Trek ausrangierte, strahlten zahlreiche kleine Privatsender, so genannte Syndication Sender, die Serie aus. Da Kirk und Co nun beinahe immer auf irgendeinen Kanal durch die Gegend gebeamt wurden, gelangte die Idee von Gene Roddenberry zu größter Popularität und Beliebtheit.
Das Kapitel Roddenberry – The Great Bird of the Galaxy
Angefangen hatte der Ärger der NBC Bosse mit der Star Trek Idee und deren geistigen Vater Eugene Wesley Roddenberry bereits 1964. In diesem Jahr hatte der Sender dem derzeit als Polizisten arbeitende Roddenberry den Auftrag gegeben, drei Entwürfe eines Pilotfilmes für eine SciFi Serie zu schreiben. Von diesen Entwürfen wählten die Fernsehmacher „The Cage“ aus. Ein Jahr später war der Pilotfilm mit Jeffrey Hunter als Captain Chris Pike zwar fertig, doch mit etwa 630.000 Dollar Produktionskosten sprengte er allerdings sämtliche Vorgaben. Vor allem aber hatte Roddenberry mit Star Trek etwas kreiert, was von allen bislang produzierten SciFi Filmen abwich. So entwarf er das Bild einer friedlichen Zukunft, die vom Willen zum friedlichen Dialog und zu sinnvoller Zusammenarbeit mit außerirdischen Wesen geprägt war. SciFi hieß für Roddenberry also nicht, dass alles Außerirdische mit dem Bösen gleichzusetzen und daher von irdischen Helden sofort zu pulverisieren sei.
Der Ex-Pilot und Ex-Polizist Roddenberry ging für die engstirnigen Verhältnisse der frühen 60 Jahre sogar noch einige Schritte weiter. Nicht genug, das er unterstellte, nicht alles Außerirdische sei von Grund auf Böse, er machte ein Alien sogar zu einer positiv besetzten Hauptfigur – nämlich den spitzohrigen Vulkanier Mr. Spock. Beinahe noch größer geriet das Entsetzen der NBC Verantwortlichen, als ihnen Roddenberry in The Cage eine Frau als ersten Offizier vorsetzte. NBC lehnte den Pilotfilm mit der Ausrede, er sei zu Anspruchsvoll barsch ab.
Gene bekam jedoch noch eine zweite Chance, auch wenn er NBC bereits eine Menge Geld und Nerven gekostet hatte. Ein zweiter Pilotfilm sollte her, mit ein paar Auflagen die NBC selber stellte. Diese Auflagen sahen mehr Action vor, das entfernen des weiblichen ersten Offiziers und des „dämonischen“ Spocks. Roddenberry kämpfte um seine Figuren, retten konnte er jedoch lediglich Spock. Dennoch hielt er unbeirrt an der Idee fest, das die Menschheit in Zukunft zusammenarbeiten würde, und so versammelte er in der Führungscrew des neuen Captains, James T. Kirk, einen Russen, einen Asiaten, einen Schotten, und eine Schwarze.
Gene Roddenberry übernahm auch in der Nachfolgeserie „The Next Generation“ den Posten des Produktionschef, und arbeitete am Konzept von Deep Space Nine mit, bevor er 1991 zum 25 Jubiläum von Star Trek verstarb. Seine Fackel wurde Rick Berman weitergereicht, der DS9 erfolgreich über sieben Staffeln führt, und auch Star Trek Voyager zum Start verhilft.
Dunkle Wolken am Horizont
Star Trek und Star Trek - The next Generation hatten ihrerzeits kaum eine Konkurrenz. Dies wird wohl einer der Gründe gewesen sein, warum sie sich so in die Köpfe der Leute eingeprägt haben, wenn es um erfolgreiche SciFi geht. Es gibt heute kaum noch jemanden, der nicht etwas von Star Trek im normalen Sprachgebrauch benutzt. Deep Space Nine, Voyager und vor allen Dingen Star Trek: Enterprise hatten es dahingehend schon schwerer. Während DS9 es immer noch geschafft hat, ab Staffel 4 Special Effekts zu liefern, die jeden Trekkie voller Freude sabbern ließen, hatte Voyager mit einer wankelmütigen Janeway, einen Pott von einem Schiff, und einer unglaubwürdigen Handlung (Wolf 359: 39 Schiffe schaffen es nicht einen Kubus aufzuhalten. Zählt mal nach wie viele Borg Schiffe die Voyager zerstört! Das Verhältnis 39 zu 1 wird etwas umgedreht) zu kämpfen die siebte Season zu erreichen. Das Serienfinale war witzlos und weckte eher die Erwartung auf eine weitere Staffel. Star Trek: Enterprise der derzeit letzte Abkömmling hatte es von Anfang an schwer sich zu behaupten. Die ersten beiden Staffel brachten nur wenige Glanzpunkte hervor, die mit starken Serien wie Stargate, Smallville oder Charmed unmöglich mithalten konnten. Staffel 3 und 4 werden besser, und nähern sich dem Ur-Trek wieder an, insbesondere durch die Aufnahme von Manny Coto und den Reeves-Stevens Ehepaar als Autoren. Dennoch kommt Enterprise nicht an die 100ste Episode heran, und wird bei Episode 98 eingestellt. Das Ende war zwar nicht so enttäuschend wie bei Voyager, aber es mutet wie ein Ende von Star Trek an, nicht nur für Enterprise.
Wie es weiter geht, werden wir sehen. Star Trek 11 dreht sich nun um die Anfänge von Kirk und Spock, und ihr Zusammentreffen auf der Akademie. Ob es das ist, was sich die Fans wünschen...? Man wird sehen. Die Vision von Gene Roddenberry wird jedoch immer weiterleben. Wenn schon nicht auf der Mattscheibe, dann in uns, den Fans.
Text by Thomas Raube |
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